«Dark» – Oder wie man eine schlechte Serie macht

Wenn man erfahren will, wie man Filmmusik und Soundeffekte nicht einsetzen soll, dann muss man sich «Dark» anschauen. Es wird die Geschichte eines kleinen Dorfes mit einem AKW erzählt. Kinder verschwinden. Die Eltern drehen durch. Dann kommen auch noch Zeitreisen hinzu.

Laienhafte Musikuntermalung

Permanent begleitet wird man während den 10 Folgen von schicksalsschwangerer Filmmusik und unheilbringenden Musikeffekten. Permanent. Man ist sich daran gewohnt, dass bei solchen Effekten etwas Wichtiges geschieht. Oder etwas Gefährliches. Aber nicht so bei «Dark». Anhand der Filmmusik ist nicht auszumachen, wann etwas Entscheidendes passiert. Der stümperhafte Einsatz dieser Soundeffekte nimmt der Geschichte jede Spannung.

Langweilige Erzählweise

Dabei wäre Spannung so dringend nötig. In den ersten vier oder fünf Folgen – ich weiss das nicht mehr so genau – torkeln die Schauspieler völlig orientierungs-, plan- und oftmals auch bewegungslos durch die Szenerie. Sie sitzen da und starren traurig, bestürzt oder nachdenklich Löcher in die Kulissen. Es passiert nichts. Und wenn doch mal was passiert, weiss man als Zuschauer nicht, warum. Wenn man eine Geschichte so langatmig erzählen will, dass die Zuschauer reihenweise wegnicken, dann sollte man es machen wie bei «Dark».

Als sich die Schleier in den letzten beiden Folgen langsam zu lichten begannen, konnte ich trotzdem nicht folgen. Ich war in den vorhergegangenen Folgen einfach nicht mehr aufmerksam genug. Ich konnte mir bis zu Letzt auch verschiedene Charaktere nicht merken. Dabei wäre das so wichtig, ja entscheidend gewesen. Weil es doch um Zeitreisen geht und irren Verstrickungen zwischen dem Heute und dem Gestern. Kinder von heute verschwinden im Gestern und tun da Dinge, die sie zu Erwachsenen im heute machen.

Zu komplexer Stoff

Aber Zeitreise-Storys sind nichts für Anfänger. Sie sind von der reinen Überlegung her schon sehr komplex, verwirrend und oft mit dem ersten Gedanken nicht fassbar. Und damit man diese Komplexität dem Zuschauer verständlich vermitteln kann, braucht es sehr viel mehr als das, was die Macher von «Dark» abgeliefert haben. Komplizierten Filmstoff kann man nicht mit dieser gähnend langweiligen Erzählweise an die Zuschauer bringen.

Fortsetzung folgt … leider

Ende Dezember wurde bekannt, dass eine zweite Staffel folgt. Weil in der ersten zu viele Fragen ungeklärt blieben. Da man damit rechnen muss, dass auch der zweite Versuch eine elend zähflüssige Angelegenheit werden wird, will ich die offenen Fragen gar nicht beantwortet haben. Abgesehen davon ist mein Bedarf an Serien, die im Düsteren und ausschliesslich bei Schlechtwetter spielen, gedeckt.