Jetzt muss die SRG die Zahlen offenlegen

Nach der hauchdünnen Annahme der Revision des Radio- und TV-Gesetzes dürfen SRG sowie die privaten Sender aufatmen. Aber auch die Bürgerinnen und Bürger erhalten ein kleines Zückerchen in Form einer reduzierten Gebühr.

Dass wir durch die Annahme der Revision nun faktisch eine Mediensteuer eingeführt haben, welche auf diesem Wege verfassungswidrig zustande kam, spielt aktuell keine Rolle mehr. Das Volk hat gesprochen. Aber da die SRG nun massgeblich durch Steuern finanziert wird, will ich wissen, was mit meinem Steuergeld geschieht. Die SRG muss nun ihre Zahlen detailliert offenlegen. Ich will wissen, was eigen produzierte Sendungen kosten, ich will wissen, wieviel Geld für Übertragungsrechte ausgegeben wird und ich will wissen, mit wie viel eingekaufte Filme und Serien zu Buche schlagen. Und ich will wissen, was Themenwochen wie aktuell «SRFbewegt» oder dieses unsägliche «Jeder Rappen zählt» kosten.

Das finanzielle Versteckspiel ist aus. Durch die Einführung der Mediensteuer durch die Hintertür hat die SRG keinerlei Legitimation mehr, die Zahlen unter Verschluss zu halten.

Auch die Medien sind in der Verantwortung

Dass die Medien täglich über das Flüchtlingsdrama am Mittelmeer berichten, ist wichtig und richtig. Denn es wird nur das wahrgenommen, worüber berichtet wird.

Doch bei der Themabearbeitung neben den üblichen Berichten nehmen die Medien ihre Verantwortung nicht oder falsch wahr. Es muss in den Räten und Kommissionen über Lösungen diskutiert werden. Aber auch in der Öffentlichkeit. Wenn aber die Medien bei jeder Diskussion immer die emotionale Komponente in Form eines Direktbetroffenen miteinbeziehen, kann keine lösungsorientierte Diskussion stattfinden. Emotionalität und Mitleid werden überwiegen. Das ist nicht zielführend.

So kalt und gleichgültig sich das anhören mag, umso realistischer ist es, dass man Probleme dieser Grössenordnung nur sachlich, abgeklärt und mit emotionaler Distanz lösen kann.

Das wirklich Skandalöse am Gripen-Skandal

Das muss ein schöner Schock für die Sonntagspresse gewesen sein. Die angeblich brisanten Testberichte mit vernichtendem Urteil für die evaluierten Kampfjets Gripen stammten aus dem Jahr 2008 und sind längst überholt. Dumm auch, dass die Berichte die Leistungsfähigkeit eines anderen Flugzeugtypes beschreiben, als nun effektiv gekauft werden soll. Der angebliche Skandal verpuffte wie die Fehlzündig eines Cessna 172 Skyhawk Kolbenmotors.

Nur die Linken verstehen das wieder einmal nicht und versuchen noch immer krampfhaft, ein Skandälchen am Leben zu erhalten. Es wird von einem «Debakel» und von einer «undurchsichtigen Affäre» gesprochen und der Bundesrat solle jetzt endlich «ein Machtwort sprechen». So jedenfalls schreibt die SP in ihrem eiligst getippten Communiqué und fordern eine minutiöse Aufarbeitung der Affäre durch die GPK. In das selbe Horn blasen die Grünen. Die GSoA hingegen kritisiert, dass man lieber einen schwächeren als gar keinen Jet kaufen will und fordert Transparenz.

Der eigentliche Skandal, wenn man jetzt unbedingt einen haben will, ist die Tatsache, dass sich einmal mehr das gesamte Politiker-Karussell von einer miserabel recherchierten Zeitungsente hat beirren lassen und sie deshalb wie geköpfte Hühner händeverwerfend in der Landschaft herumgestolpert sind. Oder aber auch, dass sich erneut eine Bundesbehörde durch Indiskretionen hervorgetan hat.

Oder soll man dem Journalisten einen Vorwurf machen, welcher Weltwoche spielen wollte und dabei, wie Köppels Wochenblatt bei der Hildebrand-Story wochenlang vorgehalten, die zugespielten Fakten unbesehen und unüberprüft in seinen Artikel hat einfliessen lassen? Nein, das darf man nicht. Denn der arme Kerl schreibt normalerweise Berichte über die Generalversammlung des FC Hinterpfupfikon und das Jahreskonzert der Musikgesellschaft Miesch am Rögge. Er wusste es nicht besser. Er ist halt (noch k)ein Qualitätsjournalist.

Oder ist es eher skandalös, dass sich die Politik über den Werdegang eines Typenentscheides für neue Kampfjets enerviert, statt dass endlich jemand die Grundsatzfrage stellt: «Was muss unsere Armee überhaupt können» und die Armeediskussion so auf eine solide Basis stellt?

Mit der Lex Weltwoche gegen die journalistische Meinungsvielfalt

Christoph Mörgeli hat einmal gesagt, es gäbe in der Schweiz nur zwei Parteien: die SVP und die Anderen. Wie recht er damit hatte, zeigen die neussten politischen Verrenkungen rund um das Thema Hildebrand. Die Anderen (FDP, CVP, BDP, GLP, SP und Grüne) nämlich holen nun zum nächsten Schlag gegen die SVP aus. Diesmal veranstalten die „Vereingten Verzweifelten“ ein riesiges Theater rund um die Weltwoche von Roger Köppel und fordern die Offenlegung der Besitzverhältnisse des Wochenblattes. Warum? Weil sich der Journalist Urs Paul Engeler erfrechte, entgegen dem Dogma der restlichen Qualitätsjournaille, die Dollargeschäfte der us-amerikanischen Ehefrau des Nationalratspräsidenten Philipp Hildebrand kritisch zu hinterfragen.

Eines gleich vorweg: das geht die Anderen überhaupt nichts an. Es wird niemand gezwungen, die Weltwoche zu lesen. Es wird auch niemand gezwungen, sie zu kaufen oder zu abonnieren. Selbst davon abgesehen. Man muss nicht die Kontoauszüge und Bilanzen von Köppel untersuchen um herauszufinden, dass der Mann dem rechtsbürgerlichen Lager zugeordnet werden kann. Ich muss selbiges auch nicht tun, um zu erörten, welchen politischen Kreisen die ganz grosse Mehrheit der Journis beim Schweizer Fernsehens angehören, oder die des Tagesanzeigers, oder der BaZ, der WOZ oder … ach egal.

Was also soll der Unfug? Handelt es sich dabei um gemeinsame Frustbewältigung? Vielleicht. CVP-Chef Christoph Darbellay will in der Schweiz „keine Berlusconi-Verhältnisse unter der Obhut von Alt-Bundesrat Christoph Blocher“. Unter der Obhut von jemand anders aber wäre das wohl kein Problem für den plapprigen Walliser, nicht wahr?

Ich aber glaube, es handelt sich nicht um Frustbewältigung. Nein, es handelt sich um pure Angst. Man hat Angst, weil man vermutet, jeder SVP-Wähler habe die Weltwoche abonniert. Und weil das so viele sind, ist es gefährlich, wenn die Wähler der grössten Partei alle eine Zeitung lesen, die nicht den weichgekochten Einheitsbrei der anderen Zeitungen wiederkäut. Diese Situation sei „unhaltbar“, meint SP-Präsident Levrat. Ja, Meinungsvielfalt ist eine Gefahr für die FDP, die CVP, die BDP, die SP und für die Grünen und ihre Liberalen.

Wenn jemand Kraft der Worte einen SVP-Kandidaten aus dem Bundesratsrennen schmeisst, wird er zum „Journalisten des Jahres“ gewählt. Textet man aber gegen den medialen Mainstream, will man dem Chef an die Wäsche.

Zebrastreifenunfälle – Qualitätsjournalismus ist gefragt

Im Zusammenhang mit den von den Qualitätsmedien enorm dramatisierten Unfällen an Zebrastreifen wird fehlende Aufmerksamkeit seitens der Autofahrer als Grund dafür angeführt. Gewiss, jeder Verletzte oder gar Tote wegen einem Verkehrsunfall ist einer zuviel, gar keine Frage. Doch die Schuld nur einseitig auf die Autofahrer schieben zu wollen, ist dann doch zu billig.

Ich habe zu einer Zeit meinen Führerschein gemacht, als die Regelung, dass Fussgänger auf Zebrastreifen Vortritt haben, gerade eingeführt wurde, nämlich anno 1994. Für mich als Neulenker war das damals kein Problem. Ich wurde ja aufgrund der Aktualität diesbezüglich geschult. Weil die Situation zu dieser Zeit auch für die Fussgänger neu war, waren beide Seiten entsprechend aufmerksam.

Im Verlauf der Zeit kamen mir dann und wann Zweifel an besagter Regel auf. Als Autofahrer nämlich dann, wenn die Absicht des Passanten nicht klar erkennbar ist. Will er jetzt die Strasse überqueren oder nicht? Auffällig waren auch ältere Fussgänger, welche die Autos sogar wild gestikulierend zur Weiterfahrt aufgefordert haben – auch wenn sie bereits still standen. Es herrschte eine gewisse Konfusion. Die guten Absichten der Senioren, die Autofahrer nicht zu bemühen, in Ehren, aber Vorschrift ist nunmal Vorschrift. Aber ausser ein paar strapazierte Autofahrer-Nerven schien das nicht sonderlich dramatisch.

Seit einiger Zeit aber ist festzustellen, dass sich die Fussgänger immer unaufmerksamer im Strassenverkehr bewegen. Offenbar wähnen sie sich in einer trügerischen Sicherheit. Die Strasse wird überquert, ohne einen Blick nach rechts oder nach links zu werfen. Wozu auch, schliesslich hat man Vortritt und um die Sicherheit oder Einhaltung der Regeln soll sich gefälligst der Autolenker kümmern. Schliesslich sind ja die Autofahrer die Bösen.

Mir fällt dieses teilweise völlig orientierungslose Herumtorkeln im Strassenverkehr vor allem bei Teenies auf. Das Handy am Ohr, in der Handtasche kramend oder sowieso schon instabil unterwegs, weil sie noch nicht richtig laufen können mit Mammis Hochhackigen, kümmern sie sich ausschliesslich um sich selber und vergessen dabei, wo sie sind. Mitten auf einer Strasse!

Der Strassenverkehr ist eine hochdynamische Angelegenheit, welche sich schlicht und einfach nicht durch und durch reglementieren lässt. Da müssen manchmal Entscheidungen in Sekundenbruchteilen gefällt werden. Um den Strassenverkehr sicherer zu machen, ist die Aufmerksamkeit aller Beteiligter nötig. Zu viel Reglementierung führt lediglich dazu, dass sich die eine oder andere Gruppe in einer falschen Sicherheit zu befinden glaubt.

Und was tun unsere Qualitätsjournalisten? Sie machen es sich denkbar einfach und pflastern nun jeden Zwischenfall an einem Zebrastreifen auf die Titelseite. Wie wäre es dagegen zur Abwechslung mal mit wirklichem Qualitätsjournalismus? Wie wäre es mit etwas qualitativer Aufklärung? Qualifizierte Fragen gäbe es genug:

  • Muss ich als Fussgänger auch auf die Autos achten?
  • Muss ich mit dem Auto einen Velofahrer den Vortritt gewähren, wenn er über einen Zebrastreifen fahren will?
  • Welche Spur befahre ich vor dem Kreisel, wenn ich die erste, zweite, oder dritte Kreiselausfahrt benutzen will?
  • Wer hat Vortritt innerhalb des Kreisels?
  • Darf ich als Fussgänger auch auf die Autobahn, wenn ich Turnschuhe trage und dort eine Vignette angeklebt habe?
  • Gelten für Fahrräder die selben Verkehrsregeln wie für Autos?

Können die Qualitätsmedien qualifizierte Antworten liefern sowie ihre Pflicht wahrnehmen und die Leser informieren statt nur aufzustacheln?