Teilen wir jetzt Libyen auf?

Verschiedene Politiker meinen, das Ende von Ghadhafis Regime in Libyen sei bloss noch eine Frage von Tagen. Nun gut, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, denn wie oft wurde schon das Ende irgend eines Idioten angekündigt …

Aber nichts desto trotz muss man sich nun an die Aufteilung Libyens machen. Mir persönlich würde ein Stückchen Küste im Norden genügen, mit Anschluss an einen Flughafen und vielleicht ein Spritzerchen Öl. Nicht viel, ich bin ein bescheidener Mensch. Ich würde mich auch für das Amt als Schweizer Stadthalter in Tripolis zur Verfügung stellen. Denn immerhin hat die Schweiz ja ein gewisses Anrecht auf ein Stück Libyen. Um den Rest des Landes dürfen sich die übrigen Länder gerne streiten. Einzig die Länder der jetzigen EU kriegen nix. Die sollen zuerst ihren eigenen Schweinestall aufräumen.

Wir haben doch den Sündenbock für Ghaddafi

Warum suchen wir noch den Schuldigen, welcher die Polizeifotos an die Presse weitergeleitet hat? Diese Suche hat sowieso keinen Sinn, da der Name innert nützlicher Zeit sowieso nicht bekannt wird. Aber es gibt da jemand anderen, dem man Muammar zum Frass vorwerfen kann.

Im Club vom 15. Juni 2010 verteidigte der Chefredaktor der „Tribune de Genève“ Pierre Ruetschi die Publikation der Polizeifotos von Hannibal Ghaddafi (Quadhafi, Gaddaffi, al-Dingsbums … irgendwie weiss niemand so genau, wie man den Namen dieses Knallkopfes richtig schreibt). Die Argumentation Ruetschis war an Blödheit kaum mehr zu übertreffen. Die Fotos hätten einen grossen Informationsgehalt besessen um die Demütigungen von Hannibal, den verkopften Hausangestelten, des Bundespräsidenten, etc. zu verstehen und darzustellen. Zudem, so der Chef-Schreiberling aus Genf, wollte man mit den Bildern das Gerücht entkräften, Hannibal sei von den Polizeikräften misshandelt und gehauen worden. Weiter versuchte er den Abdruck der Bildchen noch mit beinahe poetischen Aspekten zu beleuchten und zu rechtfertigen. Was für eine Quetschbirne!

Stellt die Suche nach dem grossen Unbekannten ein und werft Ruetschi dem Wüstenhammel zum Frass vor. Damit ist die Sache geritzt und ein dummdämlicher Qualitätsjournalist wird für einmal die Folgen seines unqualifizierten Tuns erfahren.

Abbruch der Beziehungen mit Libyen

Max Göldi ist zu Hause. Endlich. Und halb Europa ist vor dem libyschen Oberarschloch Gadaffi zu Kreuze gekrochen. Italiens Präsident, die Schweizer Aussenministerin, der spanische Aussenminister, der maltesische Aussenminister, sowie die Permierminister von Malta und Slowenien waren da. Meine Güte, da muss GadAFFi wohl ein ordentlicher Spritzer in den Unterrock abgegangen sein bei all dem Zulauf. Ja, er ist der grosse Camper von Tripolis. Er hat definitiv den grössten Cervelat auf dem Grill.

Und jetzt, wie weiter? Nun, unsere Aussenministerin hat sich brav entschuldigt und einen Fötzel Papier mehr unterschrieben. Das internationale Schiedsgericht wird tagen und herausfinden, dass die Verhaftung von Gadäffchens Spross zwar rechtlich korrekt war, aber mit übertriebenen Massnahmen durchgesetzt wurde. Die Schweiz wird sich nochmals entschuldigen und es wird Geld fliessen. Wie sonst auch soll man einen derart gegemütigten Mann für das Erlittene entschädigen?!

Und dann? Eigentlich müsste man gar nicht weiter darüber nachdenken. Allen noch in Libyen lebenden Schweizer Staatsbürgern wird angeraten, das Land zu verlassen. Danach wird die Botschaft in Tripolis geschlossen und damit die diplomatischen Beziehungen zu diesem Kameltreiber abgebrochen. Fertig. Und dann kommt Libyen auf eine schwarze Liste. Irgendeine, ist egal. Hauptsache Schwarz. Wir verkaufen nichts mehr an den Wüsten-Rowdy, und wir kaufen ihm auch nichts mehr ab. Funkstille. Jetzt soll er hinten anstehen.

Libyen: heute ist Stichtag

Bundespräsident Merz wurde bei seinem Solo-Gang versprochen, die zwei schweizer Geiseln seien bis Ende August zurück in der Schweiz. Jetzt, ein paar Stunden vor Ablauf dieser Frist, regen sich noch immer keine Zeichen für eine Rückkehr. Für Bundesrat Merz ist es klar: sind die Geiseln nicht da, ist er weg – weg vom Bundesrat. Er hat in der Pressekonferenz, als er sich zu seinem Alleingang rechtfertigte, klar geäussert, die Konsequenzen zu ziehen.

Doch Merz wird nicht alleine gehen. Sollten sich die Geiseln am 1. September 2009 noch nicht auf Schweizer befinden, ist auch für unsere Aussenministerin Micheline Calmy-Rey die Schule aus. Unter ihrer Führung versuchte man ein geschlagenes Jahr lang, die beiden Schweizer freizukriegen. Erfolglos. Und die Verantwortung trägt die SP-Bundesrätin ganz alleine. Qadhafi hat klar erklärt, dass er nicht mit der Aussenministerin verhandle, da sie nicht seinem Rang entspreche. Ob nur ihre Funktion oder auch ihr Geschlecht eine Rolle spielte, ist unerheblich. Fakt ist, Calmy-Rey hätte sofort reagieren und für die Gespräche den damaligen Bundespräsidenten Couchepin ins Spiel bringen müssen. Dieser wäre dafür bereit gewesen, doch Madame sperrte. Womöglich hat der ehemalige Botschafter in Libyen Daniel von Muralt seiner Chefin genau das vorgeschlagen und einen Streit hervorgerufen. Wurde von Muralt vielleicht deswegen „frühpensioniert“?

Jedenfalls hat sich Micheline Calmy-Rey für ihre Sturheit ebenfalls zu verantworten und im Falle einer weiteren Verzögerung bei der Freilassung der beiden Schweizer ihren Bundesratssessel zu räumen.