Wie weiter mit dem FC Luzern?

Die erste Hälfte der Saison 2017/18 haben die Leuchten gründlich in den Sand gesetzt. Man sieht sich auf dem letzten Tabellenplatz. Und auch aus dem Cup musste man sich im Viertelfinale gegen Basel verabschieden. Wie soll das nun weiter gehen? Es gibt für mich zwei Möglichkeiten.

Trainer entlassen

Es gibt die Möglichkeit, das zu tun, was Fussballvereine in solchen Situationen immer tun: Man schmeisst den Trainer raus. Der Neue wird kommen und den FCL aus dem Abstiegskampf führen. In der nächsten Saison werden sie dann bessere Resultate erspielen, um dann spätestens in der folgenden Saison wieder in dieselbe Kriese abzugleiten. Wir haben diese Achterbahnfahrt in den letzten Jahren wiederholt beobachten können. Eine Trainerentlassung wird also nur für eine kurzfristige Besserung sorgen.

Neuaufbau mit jungen Talenten

Die zweite Möglichkeit aber wäre, den eingeschlagenen Weg, auf junge Talente zu setzen und eine Mannschaft über längere Zeit aufzubauen, konsequent weiterzugehen. Damit dies gelingt, müssen die Ziele aber entsprechend angepasst werden. Man muss sich damit begnügen, in der obersten Liga zu verbleiben und sich bestenfalls irgendwo im Mittelfeld zu klassieren. Aber ob die Investoren bei diesem Risikospiel mitmachen und die Fans die entsprechende Geduld mitbringen, ist fraglich.

Ich bin der Meinung, dass man dieses Experiment wagen sollte.

Kontinuität beim FCL

Wenn mir jemand sagt, ich verstünde nichts von Fussball, dann akzeptiere ich das. Zu Jugendzeiten war ich auf dem Feld keinen Batzen wert. Ich weiss das. Deshalb spiele ich auch nicht Fussball. Nach dem heutigen Rausschmiss von Carlos Bernegger stellte sich mir aber unweigerlich die Frage, ob sie beim FC Luzern auch nichts von Fussball verstehen.

Klar, 11 Spiele ohne Sieg sind nicht toll. Klar, nach 11 Spielen mit nur fünf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz zu hocken, ist nicht zufriedenstellend. Aber was hat man erwartet, wenn die halbe Mannschaft ausgewechselt wird und man die ganze Zeit von einem «Umbruch» schwafelt?

Und dann das Geschwafel von wegen Kontinuität, dass man zur sportlichen Führung stehe und man vollstes Vertrauen in sie hätte. Alles nur Worthülsen. Nach knapp 18 Monaten im Amt darf Carlos Bernegger nun seinen Spind räumen. Der Carlos Bernegger, den man in der letzten Saison noch beinahe vergötterte. Der Carlos Bernegger, der Angebote aus der Bundesliga erhalten hatte und sich dazu entschied, beim kleinen FCL zu bleiben.

Nun gut. So soll es scheinbar sein im Profi-Fussball. Der nächste Trainer wird kommen. Die Erfolge werden zurückkehren. Bis sich die Misserfolge in ein paar Monaten wieder häufen. Dann schreiben die Medien wieder eine Kriese herbei, der Trainer wird gehen und das Spiel beginnt von vorne. So, wie es in den letzten Jahren schon sooft geschah. So funktioniert Kontinuität beim FCL.

Wenn Fans keine Fans mehr sind

Im Zusammenhang mit dem Hooligan-Konkordat, dem der Kanton Luzern beigetreten ist, gilt nun für den Zutritt in ein Fussballstadion eine Ausweispflicht. Diese Massnahme gründet unter anderem darin, dass man Personen, die mit einem Stadion-Verbot belegt sind, identifizieren und den Zugang in die Arena verwehren kann.

Nun hat der Fanclub-Dachverband United Supporters Luzern zum Spielbesuch-Boykott aufgerufen. Weil die Sicherheitsvorkehrungen mit dem Konkordat verschärft wurden, werden die «Fans» dazu angehalten, die Spiele des FC Luzerns nicht mehr zu besuchen. Gemäss der Neuen Luzerner Zeitung blieben bei der Partie FCL : FCZ gut 300 Fans fern. Für das nächste Heimspiel, jenes gegen den FC Thun, ruft der Fanclub dazu auf, ohne entsprechende Ausweisdokumente zu erscheinen.

Selber schuld

Doch statt solch dümmliche Reaktionen zu propagieren, sollten die Fanclubs jetzt einfach die Klappe halten. In der Vergangenheit wurde so oft versucht, Lösungen für die Gewaltexzesse rund um Fussballspiele zu suchen. Aber nichts fruchtete. Überall stellten sich die «Fans» quer. Durch die fehlende Kooperation seitens der Fanorganisationen wurde der Staat nun dazu gezwungen, eigene Massnahmen zu ergreifen. Die sogenannten Fans sind ganz alleine dafür verantwortlich, dass so ein Hooligan-Konkordat entstehen musste und jetzt umgesetzt wird.

Boykott trifft die falschen

Zudem schaden die «Fans» mit ihrem saublöden Boykott einzig und alleine ihrer eigenen Mannschaft, welcher sie ja eigentlich den Rücken stärken möchten oder sollten. Was die United Supporters Luzern jetzt veranstalten, hat mit Support überhaupt nichts zu tun und ist schlicht und ergreifend nur peinlich.