Schawinski darf weiterhin Gäste beleidigen

Manchmal ist es wirklich äusserst schwierig, die Haltung vom Schweizer Fernsehen zu verstehen. Nachdem Roger Schawinski in seiner Talksendung den Satiriker Andreas Thiel während einer halben Stunde lang pausenlos beleidigt und ihn als dumm und unfähig beschimpft hatte, hat der streitbare Moderator von der SRF-Führung nichts zu befürchten. In den sozialen Medien wird nach dem Eklat mit Thiel auf breiter Front die Absetzung von Schawinski gefordert. Auf die Frage von 20min, ob Schawinski noch tragbar sei, antwortete SRF-Chefredaktor Tristan Brenn:

Selbstverständlich. Auch ich bedaure den Verlauf der Sendung, so wie Roger Schawinski dies auch tut. Daraus eine Grundsatzfrage zu machen, halte ich für nicht angebracht.

Quelle

Wenn etwas nicht angebracht ist, dann ist es definitiv Roger Schawinski. Eine Talk-Sendung mit einem selbstverliebten Wackel-Dackel als Moderator, der zum einen seine Gäste permanent unterbricht, ihnen allerlei miserabel recherchierten Schlötterlig vorwirft und wenn sie versuchen, Stellung beziehen und die Sache aus ihrem Blickwinkel zu erklären, er sie aber wiederum nicht ausreden lässt, ist nicht tragbar. Die befremdliche und respektlose Art, wie Schawinski mit seinen Gästen umgeht, war schon vor dem Desaster mit Andreas Thiel unter aller Sau.

SRF mutet den Zuschauern also einen Moderator zu, der seine Gäste weder respektiert, noch auf sie eingeht und – was dem Format einer Talkshow ja komplett widerspricht – sie noch weniger ausreden lässt. Auf der anderen Seite hat man auf Wunsch (oder Betteln) der profillosen Mitteparteien die einst unterhaltsame und knackige Arena in eine langweilige Weichspühl-Brabbelei verwandelt.

Schawinski lässt man also weiterhin mit seiner unflätigen Abart auf die Öffentlichkeit los. Politiker lässt man aber in einer Debattiersendung nicht kontrovers und hart debattieren. Nicht nachvollziehbar. Die SRG hat ein ernstes Problem  in der journalistischen Führung.

Ein Gutes hat Schawinskis Demonstration seines wahren Ichs jedoch. Für die Billag-Abschaffung dürften dieser Tage sehr viele Unterschriften zusammenkommen.

Jonas Projer, bitte bringen Sie mir die alte, fetzige Arena zurück

Jonas Projers Einstand als Arena-Moderator kam etwas holprig daher. Und er konnte dem Geschehen auch nicht ganz folgen. So vergass er mehrmals, weshalb sich jetzt einer unbedingt zu Wort gemeldet hatte. Dadurch, dass er es aber sofort zugab und nachfragte, hangelte er sich sympatisch aus der Angelegenheit. Und Projer hatte ja bis anhin keine Erfahrung als Moderator. Da ist eine Arena schon ein anderes Kaliber als eine von A bis Z durchgeplante Schickimicki-Aufzeichnung wie Glanz und Gloria.

Überstrukturiert

Wobei … von A bis Z durchplanen wollte man auch die Arena. Man nennt das dann «strukturieren». Die Redaktion teilt das Thema in mehrere Unterthemen auf und will diese jeweils für sich geschlossen diskutieren lassen. Doch bis heute haben sie nicht begriffen, dass dies einfach nicht funktioniert. Man kann die Politiker im Ring nicht in ein derart starres Korsett zwängen. Tut man es trotzdem, wird die Sendung sofort langweilig. Der Moderator muss nach jedem zweiten Satz unterbrechen und darauf hinweisen, dass dieses Thema noch komme. Der Diskussionsfluss wird unterbrochen, noch bevor er beginnt.

Die Abstimmungsarena vom 29.08.2014 legte bezüglich Überstrukturierung aber noch einen drauf. Es genügte nicht, die Sendung in drei Unterbereiche aufzuteilen, was bereits nach den ersten paar Minuten zu Friktionen führte. Nein, das dritte Thema wurde nochmals in drei Bereiche unterteilt. Spätestens da war alles verloren. So kann es nicht funktionieren.

Eine politische Diskussion ist dynamisch. Natürlich, eine gewisse Struktur kann manchmal nötig sein. Daran aber um jeden Preis festzuhalten, tötet die Diskussion und damit die Sendung. Der Moderator muss erkennen können, wann die Verteidigung der theoretischen Struktur noch Sinn macht und wann er sich dieser Zwangsjacke entledigen sollte.

Mein Rat an Jonas Projer: Weniger Struktur!

Fokus auf den Ring

Positiv aufgefallen ist mir jedoch, dass Projer die zweite Reihe weniger integrierte als seine beiden Vorgänger Hasler und Wiedmer. Der Fokus der Arena muss zwingend im zentralen Ring liegen. Hasler und Wiedmer haben es mit ihrer zweiten Reihe jeweils mächtig übertrieben und so zusätzlich zur Zerstörung der Diskussion beigetragen.

Auch die Statements der Experten hat Projer aus meiner Optik gut quantifiziert. Obwohl Eichenberger viel zu wenig zu Wort kam … aber das ist bei ihm immer so.

Mein Rat an Jonas Projer: Noch weniger zweite Reihe, mehr innerer Ring.

Der Zuschauer weiss Bescheid

Manchmal kommt es mir so vor, als ob die Redaktion der Arena das Gefühl hat, die Zuschauer wissen gar nicht, um was es überhaupt geht. Deshalb werden am Beginn der Sendung erklärende Filmchen eingespielt und es wird jedes dritte Fremdwort erklärt. Die Arena-Redaktoren scheinen ihr Publikum tatsächlich nicht zu kennen. Ich gehe davon aus, dass die allermeisten Zuschauerinnen und Zuschauer der Arena das jeweilige Thema gut genug kennen, um der Diskussion folgen zu können. Zumindest aber dürften sich die meisten mit der Materie besser auskennen, als die Redaktoren.

Projer kam für mich als Moderator auch deshalb sympatisch rüber, weil er sich zurückgehalten hat. Von Interesse sind keine langen Monologe, Erklärungen und theatralische Überleitungen vom Moderator. Von Interesse sind die Fights, Argumente und Ansichten der Diskussionsteilnehmer. Der Moderator muss übrigens auch nicht witzig sein. Er hat eine einzige Aufgabe: Moderieren. Das machte Projer gar nicht mal so schlecht.

Mein Rat an Jonas Projer: Mehr Diskussion, weniger schulmeisterliche Erklärungen.

Unterhaltung

Und zum Schluss noch dies: Die Arena ist keine steife Sendung. Die Arena soll nicht nur informieren, sie soll auch unterhalten. So gehört es auch zur Unterhaltung, dass sich zwei Politiker verbal mal eins auf die Mütze geben. Lasst sie das tun. Ich habe als Teenie schon Arena geschaut, ohne mich wirklich mit den Themen auszukennen. Aber mir hat damals gefallen, was ich gesehen habe. Die Arena war massgeblich an meiner Politisierung beteiligt. Blocher gegen Bodenmann. Läck, das waren Duelle.

Mein Rat an Jonas Projer: Wenn zwei sich richtig streiten, freut sich der Zuschauer.

Die Institution Arena

In einem Interview las ich von Projer, dass er die Arena als Institution bezeichnete. Zumindest war sie das einmal. Doch spätestens seit den Moderatoren Wiedmer und Hasler ist sie das nicht mehr. Die beiden, zusammen mit den restlichen Redaktoren, haben die ursprüngliche, institutionelle und kultige Arena am Sack aufgehängt und ausbluten lassen. Was heute über den Sender geht, ist nur noch ein schlabbriger Hautfetzen der früheren Arena.

Mein Wunsch an Jonas Projer, dem künftigen Redaktionsleiter der Arena: Bringen Sie mir bitte die alte, fetzige, interessante und kultige Arena wieder zurück.

Der Mythos vom Mythos

Natalie Rickli erlitt ein Burnout. Peter Spuhler tritt aus geschäftlichen Gründen zurück. Auch Martin Bäumle musste sich kurz mal hinsetzen. Daneben verzeichnen der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät und der ehemalige Arena-Moderator Filippo Leutenegger Rekordabwesenheiten bei Abstimmungen. Nun versuchte man in der Arena vom 5. Oktober 2012 zu ergründen, ob die Doppelbelastung Beruf und Politik für die Parlamentarier überhaupt noch tragbar ist, ob das Miliz-Parlament sowieso nur noch ein Mythos sei und ob es für die Schweiz nicht doch klüger wäre, ein Berufsparlament einzuführen.

Miliz-Parlamentarier schwinden – wirklich?

Eine Studie von Sarah Bütikofer (ETH Zürich) und Simon Hug (Uni Genf) aus dem Jahr 2010 zeigt, dass der Anteil reiner Miliz-Parlamentarier rückläufig zu sein scheint.

Doch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen. Die in der Grafik bezeichneten «Halbberufspolitiker» werden dadurch definiert, dass sie mehr als ein Drittel für ihr politisches Mandant aufwenden. Ein Miliz-Parlament zeichnet sich dadurch aus, dass die Parlamentarier neben ihrem politischen Mandat einer normalen Erwerbstätigkeit nachgehen. Wie hoch dieser Anteil sein soll oder darf, ist indes nicht definiert. Ich lehne deshalb die Qualifizierung des «Halbberufspolitikers» ab, weil ein solcher eben auch ein Miliz-Parlamentarier ist. Somit verändert sich das Bild der Miliz- und Berufsparlamentarier dann doch erheblich. Zwischen 1975 und 2007 stieg der Anteil der reinen Berufspolitiker also lediglich nur etwas mehr als 1 Prozent.

Freilich, im Ständerat zeigt sich ein anderes Bild. Dort hat sich der Anteil reiner Berufspolitiker quasi verdreifacht. Aber genügt das bereits, um diesbezüglich einen Mythos herbeizureden? Nein! Die Mehrbelastung der Ständeräte ergibt sich durch die weit geringere Anzahl Ratsmitglieder, welche die selbe Menge an Geschäften zu bearbeiten hat wie die grosse Kammer.

Longchamps Twitter-TV-Experiment

Politikwissenschaftler Claude Longchamp war in besagter Arena-Sendung als Experte geladen und hat im Vorfeld seinen «Spickzettel» zur Sendung publiziert und auf Twitter darauf hingewiesen, was ein gewisses Echo auslöste und Longchamp zu einem amüsanten Experiment verführte, welches er auf seinem Blog beschrieb und gleichzeitig eine wertefreie Zusammenfassung von Argumenten für oder gegen ein Berufsparlament enthält. Es hatte einen gewissen Reiz, mit einem Arena-Teilnehmer zu diskutieren, während man sich die Sendung anschaute.

Handlungsbedarf besteht

Mit Longchamps Ausführungen bin ich grösstenteils nicht einverstanden. Betrachten wir die heutige Situation der Schweiz im Vergleich mit den meisten EU-Staaten, so dürfen wir mit der Arbeit unseres so unprofessionellen Parlamentes durchaus zufrieden sein. Und zwar, weil unser Parlament aus nicht Berufspolitkern besteht und nicht, wie Claude Longchamp meint, trotz dessen. Aus meiner Optik entfernt sich die Kaste der Berufspolitiker zu stark vom Volk, dessen sie eigentlich verpflichtet sind. Der Miliz-Gedanke hat merklich dafür beigetragen, dass sich die Politiker nicht im Übermass vom Rest der Bevölkerung abheben kann. Das ist mehr als ein «symphatisches und achtbares, aber gescheitertes Prinzip», wie sich der unerträglich arrogante Daniel Binswanger in der Arena mit stets nur halb geöffneten Mund äusserte.

Jedoch, und da bin ich mit Claude Lonchamp einig, besteht ein zweifelslos gewisser Handlungsbedarf. Die Bundesparlamentarier sind in ihrem Amt stärker belastet als noch vor Jahren. Und es dürfte nicht weniger werden. Deshalb unterstütze ich seine Idee, dass jeder Parlamentarier einen persönlichen Mitarbeiter zur Unterstützung erhalten oder unterhalten sollte. Ob er diesen Mitarbeiter mit seinem Parlamentarier-Lohn von durchschnittlich 130’000 Franken entlöhnt oder ob die Bundeskasse da noch etwas zuschiesst, überlasse ich zum jetzigen Zeitpunkt mal der Diskussion.

Eigenverantwortung wahrnehmen

Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass die Politiker zu einem Grossteil auch selber für ihre «Überforderung» verantwortlich sind. Es steht schliesslich niergends geschrieben, dass Bundesparlamentarier in zig Verbänden als Präsidenten oder als Mitglieder der verschiedensten Verwaltungsräte tätig sein müssen. Auch ist es nicht nötig, dass sie allen Rufen jedes Käseblattes folgen und immer zu allen politischen Themen ihren Senf abgeben müssen. Zudem wäre eine gewisse Disziplin bei der Art von Vorstössen erstrebenswert. Auch eine simple Anfrage an die zuständige Verwaltungsstelle kann Auskunft liefern, statt wegen jedem Mumpitz einen Vorstoss einzureichen, mit welchem sich dann das gesamte Politkarussel beschäftigen muss. Zumindest letzteres sieht auch Longchamp so.

Arena statt Kaffee und Kuchen

Am Freitag des 24. August 2012 war der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans in der Arena zu Gast, um zum Thema Steuerstreit mit zu diskutieren. Für einmal will ich kein politisches Statement abgeben, sondern meine Meinung zur Sendungsgestaltung und zum Konzept der Arena loswerden.

Die Brisanz des Themas im Zusammenhang mit der Anwesenheit von Walter-Borjans versprach eine interessante, lebendige und kontroverse Arena-Sendung. Leider kam einzig zu Tage, dass das neue Konzept der Arena schlicht und einfach nichts taugt. Die Sendung ist viel zu starr strukturiert und die Moderatoren (Wiedmer wie auch Hasler) sind zu oft von der Thematik sowie von der Dynamik der Diskussion hoffnungslos überfordert. Die Strukturen und die Unfähigkeit der Moderatoren, auf die aktuellen Geschehnisse während der Sendung angemessen zu reagieren führen dazu, dass überhaupt keine Diskussion entsteht. Sobald es endlich mal heiss zu und her geht, wird die Diskussion gestört, weil das Thema gewechselt werden muss oder ums Verrecken irgend ein Experten-Schwafli oder sonst wer aus der 2. Reihe sein Statement abzugeben hat.

Und wo wir grad beim Thema «Experten» sind: es ist manchmal schon erstaunlich, was da die Arena-Redaktoren an sogenannten Experten ausbuddeln. So ist mir zum Beispiel schleierhaft, was dieser schleimige Thielemann in der  heutigen Sendung zu suchen hatte.

Jedenfalls wird sich über kurz oder lang die Arena selbst abschaffen, wenn hier nicht rasch eine Besserung eintritt. Der Name «Arena» muss wieder Programm werden, nicht bloss als Deckname für das Bühnenbild herhalten. Die Teilnehmer in der Mitte sollen sich wieder fetzen dürfen. In der Arena soll wieder mit Schwung und Elan diskutiert und gestritten werden. Die Teilnehmer in der Mitte sollen gefordert werden. Das Volk will wissen, wie sich ihre gewählten Volksvertreter in einem Rededisput schlagen. Und ja: die Arena soll auch wieder ihren Teil zum Polit-Entertainment beitragen. Schön strukturierte und liebreizende Gesprächskränzchen mit Kaffee und Kuchen können im «Club» geführt werden. Aber so wie das jetzt läuft, ist das nichts.

Jugend im Fokus – doch wo war die Jugend?

Mit Spannung verfolgte ich die Arena vom 22. Mai 2009 auf SF1. Die Jugend sollte im Fokus stehen, Themen wie Jugendarbeitslosigkeit und Jugendgewalt sollten diskutiert werden. Für einmal sollten auch keine alten Politsäcke diskutieren, sondern es waren die Vertreter der grossen Jungparteien anwesend. Das Schweizer Fernsehen betitelte diese Zusammensetzung als „Elefäntchenrunde“. Eine doch sehr unpassende Bezeichnung, welche von wenig Respekt gegenüber den engagierten Jungpolitikern rührt.

Durch die Sendung führte nicht wie sonst üblich der überforderte Reto Brennwald, sondern eine ebenso überforderte Dame, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnern kann. Selbst auf der Arena-Homepage im Internet konnte ich ihren Namen nicht finden. War sich Herr Brennwald zu schade, mit den Jungen zu diskutieren und musste deshalb die unbekannte Lückenbüsserin ran?

Wie ernst das Schweizer Fernsehen die Jungpolitiker wirklich nahm, sollte sich im Verlauf der Sendung herausstellen. Anfänglich bemühte sich die Moderatorin, eine unbeschwerte und lockere Atmosphäre zu schaffen. Jedoch fiel sie in bekannter Brennwald-Manier den Rednern ständig ins Wort und quasselte selber viel zu viel. Von Arena-Moderatoren darf man aber auch nichts anderes erwarten. Viel schlimmer war doch, dass die unbekannte Dompteuse sich eher als verhinderte Kinderbetreuerin verstand statt als respektvolle Gesprächsleiterin. Viel interessanter erschien es ihr nämlich, die komplett irrelevante politische Meinung einer völlig fehlplatzierten und inkompetenten Fabienne Heyne abzufragen, statt die Jungen ausreden zu lassen. Ausreden durfte aber ein anwesender Politologe jüngeren Jahrgangs. Bloss konnte er sich selten themenbezogen äussern sondern wurde meist über die politische Tauglichkeit der Jungen ausgefragt. Das Schweizer Fernsehen traut der Jugend überhaupt keine politischen Kompetenzen zu. Verwundert mich nicht, ist doch das gesamte Programm des Staatssenders eher für unter zwölf- und über fünzigjährige.

Und die Jungpolitiker selber? Eigentlich hätte man auch die bekannten Gesichert aus der Politszene in die Arena schicken können. Denn die Präsidenten der Jungparteien sind mittlerweile auf dem selben Niveau wie die Vertreter ihrer Mutterparteien. Einziger Unterschied war vielleicht etwas die Wortwahl und die Tatsache, dass sich die Diskussionsteilnehmer konsequent geduzt haben – weil sie sich ja kennen – und nicht wie die alten Hasen eine gespielte Vornehmlichkeit aufführten. Besonders schade war, dass die vier mehrheitlich die Parolen der Mutterparteien abgespulthatten. Die einen kokettierter und gewandter, andere eher etwas „gschtabig“. Doch von Jugendlichkeit war leider sehr wenig zu spüren. Auch was die Uneinigkeit untereinander anbelangt, standen die Vier ihren alten Kollegen in nichts nach. Man darf sich wirklich die Frage stellen, was die Jungpolitiker bei ihrem Meeting mit dem Bundesrat bezüglich der Kernfragen – welche im übrigen komplett ungeklärt blieben – erreichen wollen oder möchten.

Die grossen Parteien sollten sich wirklich ernsthafte Gedanken darüber machen, wann bis wann man engagierte junge Leute überhaupt noch als Jungpolitiker deklarieren soll und wann der Übertritt in die Welt der „Grossen“ angesagt wäre. Aus meiner Sicht haben in der Arena keine Jungpolitiker diskutiert. Gedanken machen sollten sich auch die Jungpolitiker selber. Eifern sie zu stark ihren alten Kollegen nach oder wollen und sollten sie sich nicht eher für die wirklichen Anliegen der Jugend einsetzen und ihren Fokus darauf setzen? Oder ist das sogar von den Mutterparteien gewollt – Instrumentalisierung unter dem Deckmantel der Jugend?