TV-Kritik: Arena vom 2. Februar 2018

Bild: SRF (Podcast)

Ja, noch eine Kritik zur «NoBillag-Arena» vom 2. Februar 2018. Ja, noch eine Kritik an der Moderation von Jonas Projer. Aber es geht um etwas anderes.

Weil es sich um eine Abstimmungsarena handelt, wurde die Redezeit von Pro und Kontra gestoppt. Zusammengezählt hatten die beiden Seiten einen Anteil von gut 45 Minuten. 45 Minuten Redezeit von Befürwortern und Gegnern. Die ganze Sendung dauert 70 Minuten.

Zuviel Moderation

Demnach hat der Moderator selber 25 Minuten geredet. Also gut ein Drittel der gesamten Diskussionssendung wird von der Moderation vereinnahmt. Natürlich muss man noch ein paar Minuten für die Einspieler abziehen. Dennoch ist der Redeanteil des Moderators klar zu hoch.

Es sind die Diskussionsteilnehmer, die sich die Argumente um die Ohren hauen sollen. Es sind die Meinungen der Politiker, die ich hören will. Die Aufgabe des Moderators besteht darin, die Diskussion zu leiten und die Diskussion am Laufen zu halten. Der Moderator muss dafür sorgen, dass nur immer ein Diskussionsteilnehmer spricht. Es ist seine Aufgabe, für Ordnung zu sorgen, wenn sich die Diskutanten ständig ins Wort fallen. Der Moderator erteilt Wortfreigaben. Es ist aber nicht die Aufgabe des Moderators, aktiv an der Diskussion teilzunehmen.

Mehr Zurückhaltung

Es ist deshalb unbedingt wichtig, dass sich Jonas Projer künftig wieder mehr zurücknimmt. Er ist der Moderator der Sendung, aber nicht der Hauptdarsteller. Es ist nicht nötig, dass jedes gehörte Statement eines Teilnehmers durch den Moderator nochmals zusammengefasst wird. Es ist nicht nötig, dass er witzige Bemerkungen macht. Es ist nicht nötig, dass er Quasi-Interviews führt, indem er als Gegenpart fungierend einem Diskussionsteilnehmer Fragen stellt (damit ist nicht der nach wie vor unnötige «Prüfstand» gemeint). Für die Gegenpositionen sind die anderen Diskussionsteilnehmer da.

Es braucht also nicht viel, um es wieder besser zu machen. Es braucht einfach weniger.