Film-Kritik: Flitzer

Beat Schlatters Schnäbi-Film ist mit Sicherheit kein cineastisches Meisterwerk, auf das die Welt oder die Schweiz gewartet hätte. Es dauerte über eine halbe Stunde, bis der Streifen endlich in Schwung kam. Aber dann waren tatsächlich einige Momente dabei, wo man sich in einem dieser Kino-Komödien aus den USA wähnten. Einige Szenen waren richtig gut umgesetzt, anderes hätte man mit wenig Aufwand viel besser inszenieren können.

Nichts desto trotz ist der Movie aber ganz unterhaltsam. Nett sind auch die vielen Auftritte von Persönlichkeiten, die sich selber darstellen. So sind zum Beispiel Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger, FCZ-Präsident Ancillo Canepa, der ehemalige YB-Sportchef Fredy Bickel oder Fussball-Experten-Experte und Frisuren-Ikone Gilbert Gress als sich selbst zu sehen. Und auch für seinen Schwinger-Kumpel Christian Stucki hatte Schlatter eine Rolle vorgesehen.

Schlatter selber überzeuge nicht mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten. Sein Talent liegt definitiv darin, solche Geschichten und Drehbuchideen wie die von «Flitzer» auszuknobeln. Das jedoch machte er ganz gut. Und er sollte es auch weiterhin tun.

«Flitzer» ist eine anständig produzierte Schweizer Filmkomödie mit vielen bekannten Gesichtern. Sie ist, sofern man keine allzu grossen Ansprüche stellt und die ersten 30 Minuten überlebt, lustig und kurzweilig. Genau richtig, für einen entspannten Abend vor der Glotze und einem Glas Wein auf dem Salontischchen.

TV-Kritik: Arena vom 2. Februar 2018

Bild: SRF (Podcast)

Ja, noch eine Kritik zur «NoBillag-Arena» vom 2. Februar 2018. Ja, noch eine Kritik an der Moderation von Jonas Projer. Aber es geht um etwas anderes.

Weil es sich um eine Abstimmungsarena handelt, wurde die Redezeit von Pro und Kontra gestoppt. Zusammengezählt hatten die beiden Seiten einen Anteil von gut 45 Minuten. 45 Minuten Redezeit von Befürwortern und Gegnern. Die ganze Sendung dauert 70 Minuten.

Zuviel Moderation

Demnach hat der Moderator selber 25 Minuten geredet. Also gut ein Drittel der gesamten Diskussionssendung wird von der Moderation vereinnahmt. Natürlich muss man noch ein paar Minuten für die Einspieler abziehen. Dennoch ist der Redeanteil des Moderators klar zu hoch.

Es sind die Diskussionsteilnehmer, die sich die Argumente um die Ohren hauen sollen. Es sind die Meinungen der Politiker, die ich hören will. Die Aufgabe des Moderators besteht darin, die Diskussion zu leiten und die Diskussion am Laufen zu halten. Der Moderator muss dafür sorgen, dass nur immer ein Diskussionsteilnehmer spricht. Es ist seine Aufgabe, für Ordnung zu sorgen, wenn sich die Diskutanten ständig ins Wort fallen. Der Moderator erteilt Wortfreigaben. Es ist aber nicht die Aufgabe des Moderators, aktiv an der Diskussion teilzunehmen.

Mehr Zurückhaltung

Es ist deshalb unbedingt wichtig, dass sich Jonas Projer künftig wieder mehr zurücknimmt. Er ist der Moderator der Sendung, aber nicht der Hauptdarsteller. Es ist nicht nötig, dass jedes gehörte Statement eines Teilnehmers durch den Moderator nochmals zusammengefasst wird. Es ist nicht nötig, dass er witzige Bemerkungen macht. Es ist nicht nötig, dass er Quasi-Interviews führt, indem er als Gegenpart fungierend einem Diskussionsteilnehmer Fragen stellt (damit ist nicht der nach wie vor unnötige «Prüfstand» gemeint). Für die Gegenpositionen sind die anderen Diskussionsteilnehmer da.

Es braucht also nicht viel, um es wieder besser zu machen. Es braucht einfach weniger.