TV-Kritik: Private Banking

Die Story hat ganz gut angefangen. Die Tochter eines im Sterben liegenden Privatbankiers setzt sich für dessen Lebenswerk, seine Privatbank ein. Dies, obwohl sie nichts mit Banken zu tun hat und eine alternative und drogenversiffte Vergangenheit hat.

Sie schmeisst ihren Halbbruder aus der Geschäftsleitung, will das Portfolio der Bank von unsauberem Geld befreien. Es gibt familiäre Verstrickungen. Am Schluss kommt heraus, dass ihr Vater eine riesengrosse Sauerei in Sachen Geldwäscherei angerichtet hat.

Aufgedeckt hat sie das zusammen mit einer Compliance-Mitarbeiterin der Bank, die durch eine fiese Masche während ihrer Arbeit rausgeworfen wurde. Sie vertraut der Tochter. Die Tochter vertraut ihr.

Dann dreht Caro durch. Sie wirft einem südamerikanischen Bank-Grosskunden alle seine unsauberen Machenschaften während seiner Geburtstagsparty an den Kopf. Ab jetzt beginnt die Story zu schwächeln. Caro dreht durch, spült Bargeld ie Toilette runter. Sie ist deprimiert und beginnt wieder, Drogen zu fressen. Die freigestellte Compliance-Mitarbeiterin aber glaubt noch immer an sie. Der Zuschauer auch. Man hofft auf einen grandiosen Showdown.

Ihr sterbenskranker Vater erwacht aus dem Koma. Er hat kaum genügend Kraft, um zu sprechen. Weil Caro aber so sauer ist, prügelt sie mehrmals mit den Fäusten auf seine Birne ein. Der Sterbenskranke steckt das ohne weiteres weg. Jetzt ist die Story unglaubwürdig. Komplett. Und am Schluss führt die Tochter die Bank als Arschloch weiter. Wieso, bleibt unerklärt.

Mit dem letzten Viertel des TV-Zweiteilers haben die Macher das ganze Ding versenkt.