Wieso höre ich nie von der Linksaussenpartei SP?

Oftmals, wenn in den Medien von der SVP gesprochen wird, benutzen die Journalisten oder Moderatoren gerne Adjektive wie «rechtsaussen» oder «rechtsextrem». Wir haben uns daran gewöhnt. Swissinfo.ch hat jetzt auf Basis des Parlamentarier-Ratings der NZZ herausgefunden, dass sich die Pole seit den letzten 20 Jahren immer mehr auseinander bewegen. Das ist an sich nichts Neues – wir wussten das schon immer. Allerdings kommt nun eine weitere, viel interessantere Tatsache zutage.

Quelle: swissinfo.ch

Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) politisiert gemäss obiger Visualisierung weit stärker linksaussen als die SVP rechtsaussen. Die SP hat sich also in den vergangenen 20 Jahren massiv stärker radikalisiert als es die SVP tat. Denn beide Polparteien starteten etwa gleich.

Nun frage ich mich: Warum höre und lese ich in den Medien immer nur «rechtsaussen» im Zusammenhang mit der SVP, nie aber «linksaussen» im Kontext der SP? Und dies, obwohl diese Etikettierung für die SP nachweislich viel zutreffender wäre als es für die SVP ist.

Liegt es etwa daran, dass die mehrheitlich links-orientierten Journalistinnen und Journalisten doch nicht ganz so ideologiefrei berichten können, wie sie uns immer weismachen wollen?

Und an die SPler hier: Bevor ihr also die SVP weiter mit schmutzigen Attributen wie «Nazi-Partei» oder «rechtsradikal» bekleckert, solltet ihr mal schauen, wie es mit dem politischen Extremismus bei euch selber steht!

TV-Kritik: Wilder

Nehmen wir das Fazit gleich vorweg: Die Krimiserie «Wilder» hat gefallen. Klar, das Tempo war ab und zu etwas zähflüssig. Aber wenn man sich «Fargo» als Inspiration ausgesucht hat, verwundert das nicht. Auch dort war man oft mit angezogener Handbremse unterwegs. Ein Grund, weshalb ich es dann doch nicht geschafft habe, die ganzen drei Staffeln auf Netflix durchzustehen.

Gute Story

Gefallen hat bei «Wilder» unter anderem die Story. Es wurden viele Handlungsstränge aufgezeigt, zu Beginn viele Fragen aufgeworfen. Bis zum Schluss wurde aber alles geklärt und die Auflösung des Mordes sowie die Sache mit den toten Kindern war am Schluss sogar überraschend und nicht vorhersehbar. Die Spannung blieb während allen sechs Folgen aufrecht und flaute nie wirklich ab.

Action überzeugte nicht

Zwar habe ich nie verstanden, weshalb Beatrice Räber immer wieder als Hippie-Gschpänschtli durch die Szenerie schlich. Die Figur war unnötig, tat der Dramaturgie aber keinen Schaden. Einzig bei den wenigen Action-Szenen, etwa beim Fluchtversuch von Bodyguard Rashad Rahmani, überzeugten die Macher nicht. Die Szenen waren nicht gut gedreht, die Schauspieler wirkten dabei unbeholfen. Da war sogar das Intro für die «SportsAwards» besser.

Herrvorragende Schauspieler

Dafür haben die Schauspieler ihre Arbeit ansonsten aber sehr gut gemacht. Die mir bislang unbekannte Sarah Spale war mir von Anfang an sympathisch. Und auch der bislang meist als Fiesling auftretende Andreas Matti lieferte hervorragende Arbeit ab. Besonders zu erwähnen gilt am Beispiel von Sarah Spale, wie sie die Sache mit dem berndeutschen Dialekt hingekriegt hat. So konnte ich lediglich in der finalen Folge einmal einen kurzen Ausrutscher hören. Ganz im Gegensatz zu László I. Kish. Seine mundartliche Darbietung war leider nix.

Fortsetzung? Ja, gerne

Alles in allem aber hat das Projekt wirklich gefallen. Fraglich ist vielleicht, ob es wirklich eine sechsteilige Serie hat sein müssen. Die Geschichte hätte ganz sicher auch in einem Zweiteiler in Spielfilmlänge erzählt werden können.

Nichts desto trotz würde ich gerne eine Fortsetzung sehen. Sie müsste nicht in Oberwies spielen und sie müsste auch nicht im Winter angesetzt werden. Mein Vorschlag wäre, Rosa Wilder während ihrer Ausbildung in den Staaten einen Fall mit Bezug zur Schweiz lösen zu lassen, damit auch Kägi wieder mitmischen kann.