TV-Kritik: Arena vom 17.11.2017

Am 17. November 2017 thematisierte die Arena von SRF1 das Thema Steuervermeidung im internationalen Rohstoffhandel. Das Teilnehmer-Setup links gegen rechts hätte vielleicht eine lebhafte Debatte versprechen können. Leider kam es anders.

Zwar sorgten die teilweise wirren und irren Äusserungen von alt Nationalrat Jean Ziegler für viel Zündstoff. Wildes Durcheinanderreden war die Folge. Doch hier will ich gar nicht auf Ziegler eingehen. Es wurde viel geredet, aber niemand konnte seinen Standpunkt wirklich darlegen. Entweder wurde man von einem der Teilnehmer unterbrochen oder Jonas Projer fiel ins Wort. Eine Unsitte, die sich seit ein paar Arenen immer wieder und nach meinem Empfinden immer mehr zeigt.

Wenn sich die Teilnehmer gegenseitig unterbrechen, kann das eine Zeit lang okay sein. Es kann sogar Teil einer Debattier-Kultur sein – wenn man damit umgehen kann. Überhand nehmen darf es jedoch nicht. Die Arena vom 17.11. jedoch war mal wieder so eine, in der sich die Diskutanten zu viel ins Wort fielen. Hier muss der Moderator eingreifen. Projer versucht das jeweils, doch leider schiebt er hier falschen Anstand vor Durchsetzungsvermögen. Denn mit dem steten Herunterbeten des Titels, des Namens und des Wohnkantons des angesprochenen Politikers erreicht der Moderator keine Stille, sondern noch mehr Konfusion beim Zuschauer. Eine klare Zuweisung des Wortes muss hier genügen. Anständig sicher, aber auch kurz und unmissverständlich.

Auf Twitter äusserte sich Ruedi Noser, selber mit von der Partie bei besagter Sendung, ebenfalls zum Thema:

Und Noser hat recht. Denn neben vier Personen in der Hauptrunde musste Jonas Projer noch zwei weitere Teilnehmer am Expertentischchen (die im übrigens nichts Sinnvolles beitrugen) sowie zwei Zuschauer einbinden. Viel zu viel. So kann keine Diskussion stattfinden. Neben Noser auf Twitter hat sich auch Thomas Matter in der Sendung selber über zu wenig Redezeit und zu viel Unterbruch beschwert. Auch Jacqueline Badran hämmerte mehrmals auf ihr Pult, weil man ihr zu oft ins Wort fiel oder selbiges entzog.

Weniger ist mehr, heisst das Motto. Bei diesem Setup hätte man getrost auf weitere Votanten verzichten können. Es war vorhersehbar, dass die eingeladenen Hauptakteure genügend Stoff für eine 70-minütige Sendung liefern würden.

 

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