NoBillag heisst nicht NoSRG

Die SRG selbst und viele ihr nahestehende werden derzeit nicht müde zu betonen, dass die NoBillag-Initiative in Wahrheit und faktisch eine NoSRG-Initiative ist. Stimmen tut dies freilich nicht, auch wenn dadurch nicht unerhebliche Konsequenzen für das Haus am Leutschenbach anstehen.

Es ist selbstverständlich richtig, dass ein Unternehmen ein Problem bekommt, wenn sein grösster Einkommensfaktor plötzlich wegfällt. Im Falle der SRG erfolgt dieser Wegfall nicht von einem Tag auf den anderen. Selbst wenn die Initiative angenommen wird, ist eine Umsetzung nicht vor dem 1. Januar 2019 zu erwarten. Um einen drohenden Einnahmenausfall zu kompensieren, bleibt also durchaus noch Zeit.

Und es wäre noch viel mehr Zeit zur Verfügung gestanden. NoBillag ist nicht erst seit heute ein Thema. Doch die Verantwortlichen nutzten die Zeit nicht. Stattdessen investierten sie viel Geld in Imagekampagnen für die SRG. Und sie begannen damit, Ängste zu schüren, obwohl doch genau das des Teufels ist. Ohne SRG wird die Demokratie aufs Spiel gesetzt. Ohne SRG gibt es keinen unabhängigen, qualitativ hochstehenden Journalismus mehr. Ohne SRG geht die Schweiz unter.

Nein, selbst ist die Firma. Wenn das Geld ausbleibt, muss man sich hinsetzen, Strategien und Konzepte entwickeln, um anderweitig Einnahmen zu generieren. Jedes privatwirtschaftliche, also staatlich unabhängige Unternehmen muss dies auch tun. Das muss auch für ein nationales Medienunternehmen wie die SRG gelten.

Aber statt einen Plan B oder gar einen Plan C auszuknobeln, beschränken sich die Manager der SRG darauf, nichts zu tun. «Fällt der Status quo, fällt die SRG!» ist und bleibt – zumindest gegen aussen hin – ihre Kernaussage. Das ist schwach. Und gefährlich, setzt man doch durch diese passive Vorgehensweise Arbeitsplätze aufs Spiel.

Auf der anderen Seite aber muss unbedingt auch beachtet werden, dass es sich bei der NoBillag-Debatte nicht um die SRG dreht, sondern dass sie lediglich auf ihrem Buckel ausgetragen wird. Nicht die SRG und ihre Programme sind der Stein des Anstosses, sondern die hinterrücks eingeführte Mediensteuer durch den Bundesrat, die man bewusst als «Gebühr» und nicht als «Steuer» bezeichnete. Aber um nichts anderes als eine Steuer handelt es sich. Und dagegen, nicht gegen die SRG, wehrt sich NoBillag.

Kommentar verfassen