«Wenn es Krisen gibt, wählt man rechts»

In diesem Punkt hatte Anita Fetz, Ständerätin der SP, in der Nachwahlsendung recht, als sie sagte: «Wenn es kriselt, wählt man rechts.» Das sei, so fügte sie hinzu, historisch belegt und bis jetzt immer so gewesen. Sie muss es wissen, hatte sie doch immerhin Geschichtswissenschaften studiert und somit attestiere ich ihr gewisse Kenntnisse in Geschichte.

Übersetzt für uns Nicht-Akademiker bedeutet das: Wenn Probleme zu lösen sind, will das Volk Leute an den Schalthebeln, welche die Lage meistern und das Schiff Schweiz sicher durch die vom Sturm aufgepeitschten Wogen steuern. SVP eben. Dann, wenn Rationalität und Vernunft gefordert sind, wählt man SVP. Wenn es wirklich eng wird oder eng zu werden droht, wählt man SVP. Man wählt SVP, wenn es eben wirklich um etwas geht.

Das Dumme daran ist: Wenn die SVP alles ins Lot gebracht hat, wenn es allen wieder gut geht und die Sorgen vertrieben sind, dann wählt man Links.

Selfscanning als Jobkiller – oder doch nicht?

Selfscanning finde ich persönlich eine tolle Sache. Während dem Einkauf lasse ich es immer wieder kurz piepsen. Wenn ich mit Einkaufen fertig bin, begebe ich mich an den Automaten, schiebe meine Karte rein und verlassen den Laden. Super. Kein Anstehen in einer langen Schlange an der Kasse. Kein Ärger, weil die Kundin vor mir ums Verrecken den exakten Rappenbetrag in Münz aus ihrem viel zu kleinen und mit allem anderen ausser Geld gefüllten Portemonnaie zählen will.

Natürlich könnte man dabei auf den Gedanken kommen, dass ich als Selfscanner den Kassiererinnen die Arbeit abnehmen. Ja, dass ich ihnen die Arbeiter sogar wegnehme. Das jedenfalls ist ein häufig vernommenes Argument, wenn es darum geht, etwas Negatives zum Selfscanning zu äussern.

Faktisch ist dem aber überhaupt nicht so. Die Arbeit des Kassiererpersonals verlagert sich einfach von ihrer Kasse hin zur Kundenbetreuung an den Checkout-Stationen. Selfscanning ist also nicht per se ein Jobkiller.

Lustigerweise sehen die Kunden das anders. Viele machen sich über die berufliche Zukunft der Kassierer Gedanken. Im gleichen Atemzug verlangen sie dann aber eine Reduktion auf die Preise, weil sie ja jetzt einen Teil der Arbeit selber übernehmen. So zumindest hat es «20min» in einer Umfrage herausgefunden.


Lustig ist es aber auch insofern, dass man sich Sorgen über das Personal macht, gleichzeitig aber Forderungen laut werden lässt, die genau dazu führen, dass Stellen abgebaut werden könnten. Think about it.