Kampf dem Schleppertum

Wie hilflos die Politiker in allen Ländern Europas, inklusive der Schweiz, sind, merkt man daran, dass sie jetzt alle den Kampf gegen die Schlepper ausgerufen haben. Die Idee ist auf den ersten Blick nicht falsch. Schaut man aber genau hin, muss man zweifelsfrei entdecken, dass dieses Vorhaben nichts bringt.

Das Schlepperwesen ist vergleichbar mit dem Drogenhandel. In die Fänge der Justiz gelangen auch dort immer nur die kleinen Fische. Die unbedeutenden Dealer auf der Strasse. Die Drahtzieher, welche das grosse Geld abzügeln, bleiben diskret im Hintergrund und bleiben in der Regel unbehelligt. Das Business ist organisiert und strukturiert. Genau wie bei den Schleppern.

Selbstverständlich können wir Horden von Polizisten, Grenzwächtern oder gar Soldaten losschicken, damit sie kleine Fische fangen. Sie werden zweifelsohne auch Erfolge vorweisen können. Einige von ihnen werden geschnappt und eingebuchtet. Aber es werden neue folgen. Es wird nicht aufhören.

Wir haben nun die Wahl. Entweder fischen wir weiterhin im flachen Wasser oder wir sorgen dafür, dass der Teich entweder richtig gefüllt, oder gänzlich geleert wird – man kann das sehen, wie man will. Wir müssen also nicht Jagd auf die letzten der Schlepperhierarchie machen, sondern dafür sorgen, dass dem Schleppergeschäft die Kunden ausgehen. Auf Dauer wird niemand eine Dienstleistung – das ist die ganze Schlepperei nämlich – anbieten, die niemand beansprucht.

Wir müssen dafür sorgen, dass die flüchtigen Menschen nicht mehr nach Europa müssen. Sie brauchen in der Nähe ihrer Heimat einen Ort, wo sie hin können. Sichere Camps, mit kompletter moderner Infrastruktur. Es gibt grosse Armeen auf dieser Welt, die stampfen innerhalb von wenigen Wochen ganze Städte für ihre Soldaten aus dem Wüstensand. Wieso sollte sowas nicht auch für Flüchtlinge möglich sein? Fast 200 Nationen gehören der UN an. Soll mir niemand erzählen, dass diese 193 Länder nicht fähig sein sollen, das nötige Geld dazu aufzubringen. Und sollten sie sich doch sträuben, dann sollen die vereinigten Medien der Welt mal ordentlich auf die Pauke hauen, statt immer nur gefühlsduselige Berichte zu produzieren.