Flüchtlingslager vor Ort errichten

Im Mittelmeer ertrinken täglich Menschen. Oder sie ersticken elendiglich in den Frachträumen von Seelenverkäufern. Viele schaffen die Reise ins vermeintlich sichere Europa nicht. Diejenigen, die es dann doch schaffen, stossen auf überfüllte Auffanglager und vegetieren zum Teil unter miserablen Bedingungen. In Frankreich prügeln sie sich mit den Sicherheitskräften für eine Fahrt auf einem Truck durch den Eurotunnel. Auf Kos hauen sich die Flüchtlinge ebenfalls die Köpfe ein. Das sind keine Zustände.

Nicht zwingend besser wird es, sind die Flüchtlinge erst in der Schweiz, Deutschland oder andern Zielländern angekommen. Die Behörden kämpfen verzweifelt für Unterbringungsmöglichkeiten. In Deutschland werden Anschläge auf Asylunterkünfte verübt. In der Schweiz greift man sogar zu unlauteren Methoden und schmeisst Schweizer Bürger auf die Strasse, um so zu einem Quartier für Flüchtlinge zu kommen. Das sind erst recht keine Zustände.

Das funktioniert so nicht. Die Zahl der migrierenden Menschen und der Unmut der hier lebenden Bevölkerung sind zu gross. Man kann all diese Menschen nicht einfach irgendwo verstauen, zumal sich verschiedene EU-Mitgliedsländer auch einfach weigern, sie überhaupt aufzunehmen.

Deshalb muss man die Idee wieder aufgreifen, die flüchtigen Menschen bereits vor der riskanten Überfahrt auf dem Mittelmeer oder einer schier endlosen Odyssee auf dem Landweg richtig und sicher zu betreuen. Zum Beispiel in Tunesien, in Ägypten oder in der Türkei. Und selbstverständlich dürfen wir es diesen Ländern nicht alleine aufbürden. Sichere Lager kosten Geld. Viel von diesem Geld soll von der EU stammen. Und auch die Schweiz soll ihren Beitrag leisten. Alles andere funktioniert nicht.

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