Gelungener Relaunch der Arena

Der Einstieg war kurz und schnörkellos. Schon mal ein guter Anfang. Nach der Vorstellung der Teilnehmer und ihren Grundpositionen legte Jonas Projer sofort los. Zuerst etwas verhalten, jedem Teilnehmer wurde einzeln das Wort erteilt. Doch schon bald begannen die Teilnehmer, sich selbständig zu wehren, was der Dynamik der Diskussion sehr gut tat.

Experten-Buzzer

Gestört wurde die Diskussion dann nur noch, wenn sich die Experten per Buzzer meldeten, und der Moderator jedes Mal darauf hinwies, dass gebuzzert wurde. Das ist unnötig, weil man es hört. Projer sollte bei einer Experten-Intervention abwarten, bis der geeignete Zeitpunkt zur Worterteilung gekommen ist, und den aktuellen Votanten ausreden lassen. Er hat es aber im Verlauf der Sendung schon selber gemerkt.

An diese neue Einmischungsmöglichkeit der Experten muss man sich erst gewöhnen. Es ist mir heute noch nicht möglich, zu beurteilen, ob das gut oder schlecht ist.

Prüfstand besteht die Eignungsprüfung nicht

Was ich aber schon heute kann, ist den sogenannten Prüfstand als untauglich zu erklären. Die Idee ist, pro Sendung je eine Person der Pro- und Kontraseite für ein paar Fragen auf den sogenannten Prüfstand zu beordern. Projer fühlt dem Teilnehmer dann in bester Heisser-Stuhl-Manier auf den Zahn. Die Arena allerdings ist nicht die Rundschau, ausserdem unterbricht diese Einzelabschlachtung unnötigerweise die Diskussion. Die Arena soll eine Debatte liefern, kein Einzelinterview. Mit diesem Blödsinn muss man unbedingt sofort wieder aufhören.

Einspieler und Kurzpräsentationen

Ebenfalls störend für die Diskussion sind Einspieler oder animierte Grafiken, zum Beispiel das Hinblättern von fiktiven Postkarten von Schweizer Soldaten im Ausland oder Strassenumfragen. Wenn die Diskussion läuft, sind solche Unterbrüche unnötig. Man kann das machen, wenn die Teilnehmer nur unmotiviert vor sich hin brabbeln und man die Debatte wieder etwas anfeuern muss. Wenn es aber läuft, dann bitte laufen lassen.

Gutes Tempo und gute Debatten

Denn im Gegensatz zur vorherigen Interviewshow können sich die Teilnehmer neu wieder richtige Diskussionen und einen argumentativen Schlagabtausch liefern. Das ist sehr begrüssenswert, denn genau das macht die Arena aus. Verbessern könnte man vielleicht die Anordnung der Teilnehmerpültchen, sodass sich die Diskutanten in die Augen sehen können, statt in den luftleeren Raum zu referieren.

Alles in allem ist der Relaunch aber gelungen. Über das Design des neuen Studios kann man streiten, wenn man will. Erstinstanzlich aber sollte sich vor allem die technische Crew intern zur neuen Umgebung äussern, denn es gab viele Wackelbilder und ungeschickte Kameraeinstellungen.

Projers Moderationsstil war sehr ruhig, sachlich und angenehm – er liess die Debatte laufen. Und das ist gut so, denn wir wollen die Politiker streiten hören und nicht den Moderator eben gehörte Statements zusammenfassen. Ich hatte den Eindruck, dass er sich mit dem neuen Konzept viel wohler fühlt als in dem sturen Strukturkorsett von vorher.

Die neue Arena hat das Potential, wieder zur derjenigen Institution zu werden, die sie vor ein paar Jahren noch war.

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