Windowsphone: Wecker klingelt nicht

Gemäss Dokumentation soll beim Windowsphone der Wecker auch dann klingeln, wenn sich das Telefon im lautlosen Modus befindet.

Die Weckerlautstärke ist von der Gesamtlautstärke des Handys unabhängig und kann nicht geändert werden. Solange Ihr Handy eingeschaltet ist, sind Ihre Wecktöne laut und deutlich zu hören, selbst wenn Sie die Handylautstärke senken oder stummschalten.

Das stimmt so aber nicht. Die Weckerlautstärke ist gekoppelt mit der Lautstärke für Klingeln + Benachrichtigen.

Will man das Handy auf lautlos stellen und tut dies, indem man den Schieberegler für die Lautstärke Klingeln + Benachrichtigen manuell auf den Wert 0 stellt, hört man auch keinen Weckerton mehr.

Um das Handy korrekt auf lautlos zu stellen und den Weckerton trotzdem noch zu hören, darf nicht der Schieberegler auf 0 zurückgeschoben werden, sondern man muss auf das Glockensymbol tippen.

Lautlos

Das Verwirrende dabei ist, dass der Schieberegler dabei automatisch auf 0 gestellt wird. Für mich war es somit klar, das Handy manuell mittels Schieberegler auf lautlos zu stellen. Sehr zur Unfreude meines Chefs.

Update Oktober 2014:

Nach etwas mehr als 30 Tagen dann war aber der Wecker plötzlich wieder stumm. Allerdings ohne, dass ich während dieser Zeit an der Lautstärkenregelung irgend etwas verändert hatte. Offensichtlich liegt das Problem wohl doch etwas tiefer.

The Sniper’s Choice

Die Firma RUAG stellt Rüstungsgüter her. Wer etwas herstellt, will es auch verkaufen. Um etwas zu verkaufen zu können, macht man Werbung. Wenn man Werbung macht, formuliert man kurze, knackig-knappe Slogans. Also auch die RUAG.

Eine Produktelinie der RUAG ist Munition. In einem Werbespot, berichtet der Blick, zeigt die RUAG einen Scharfschützen, der eine Patrone in seine Waffe schiebt und im Einblender ist «The Sniper’s Choise» zu lesen.

Diesen Slogan finden nun gewisse Politiker stossend. Der Blick betitelt es sogar als «Schock-Slogan». Der Grüne Nationalrat Christian von Singer will nun vom Bundesrat wissen, ob es adäquat sei, so zu werben. Regula Rytz, ebenfalls Grün, schreibt auf Twitter: «Schweizer Qualitätswaffen für Scharfschützen und Vermummte. Zynischer geht’s nicht!».

Bitte was?

Dann gehts aber noch weiter und Blick zitiert eine Dame von Amnesty International. Sie meint, das Wort «Sniper» wecke Assoziationen an die Schützen im Bürgerkrieg in Ex-Jugoslavien, welche auf Zivilisten schossen.

Bitte was?

Da frage ich mich, was für allerlei Assoziationen das Wort «Soldat» bei allerlei Menschen hervorrufen könnte. Oder «Krieg». Oder «Armee».

Und dann kam noch Oskar Freysinger. Er sagt, ein «Sniper» sei im kollektiven Unterbewusstsein ohne Zweifel eine Tötungsmaschine.

Hä?

Und der Grenadier? Der Fallschirmjäger? Oder der einfache Füsilier? Der Soldat an sich?

Die RUAG stellt Rüstungsgüter her. Dazu gehört auch Munition. Diese Munition wird von Soldaten verwendet. Weshalb soll man dann nicht sagen dürfen, dass der gut ausgebildeter Scharfschütze Qualitätsmunition von der RUAG verwendet?

Jonas Projer, bitte bringen Sie mir die alte, fetzige Arena zurück

Jonas Projers Einstand als Arena-Moderator kam etwas holprig daher. Und er konnte dem Geschehen auch nicht ganz folgen. So vergass er mehrmals, weshalb sich jetzt einer unbedingt zu Wort gemeldet hatte. Dadurch, dass er es aber sofort zugab und nachfragte, hangelte er sich sympatisch aus der Angelegenheit. Und Projer hatte ja bis anhin keine Erfahrung als Moderator. Da ist eine Arena schon ein anderes Kaliber als eine von A bis Z durchgeplante Schickimicki-Aufzeichnung wie Glanz und Gloria.

Überstrukturiert

Wobei … von A bis Z durchplanen wollte man auch die Arena. Man nennt das dann «strukturieren». Die Redaktion teilt das Thema in mehrere Unterthemen auf und will diese jeweils für sich geschlossen diskutieren lassen. Doch bis heute haben sie nicht begriffen, dass dies einfach nicht funktioniert. Man kann die Politiker im Ring nicht in ein derart starres Korsett zwängen. Tut man es trotzdem, wird die Sendung sofort langweilig. Der Moderator muss nach jedem zweiten Satz unterbrechen und darauf hinweisen, dass dieses Thema noch komme. Der Diskussionsfluss wird unterbrochen, noch bevor er beginnt.

Die Abstimmungsarena vom 29.08.2014 legte bezüglich Überstrukturierung aber noch einen drauf. Es genügte nicht, die Sendung in drei Unterbereiche aufzuteilen, was bereits nach den ersten paar Minuten zu Friktionen führte. Nein, das dritte Thema wurde nochmals in drei Bereiche unterteilt. Spätestens da war alles verloren. So kann es nicht funktionieren.

Eine politische Diskussion ist dynamisch. Natürlich, eine gewisse Struktur kann manchmal nötig sein. Daran aber um jeden Preis festzuhalten, tötet die Diskussion und damit die Sendung. Der Moderator muss erkennen können, wann die Verteidigung der theoretischen Struktur noch Sinn macht und wann er sich dieser Zwangsjacke entledigen sollte.

Mein Rat an Jonas Projer: Weniger Struktur!

Fokus auf den Ring

Positiv aufgefallen ist mir jedoch, dass Projer die zweite Reihe weniger integrierte als seine beiden Vorgänger Hasler und Wiedmer. Der Fokus der Arena muss zwingend im zentralen Ring liegen. Hasler und Wiedmer haben es mit ihrer zweiten Reihe jeweils mächtig übertrieben und so zusätzlich zur Zerstörung der Diskussion beigetragen.

Auch die Statements der Experten hat Projer aus meiner Optik gut quantifiziert. Obwohl Eichenberger viel zu wenig zu Wort kam … aber das ist bei ihm immer so.

Mein Rat an Jonas Projer: Noch weniger zweite Reihe, mehr innerer Ring.

Der Zuschauer weiss Bescheid

Manchmal kommt es mir so vor, als ob die Redaktion der Arena das Gefühl hat, die Zuschauer wissen gar nicht, um was es überhaupt geht. Deshalb werden am Beginn der Sendung erklärende Filmchen eingespielt und es wird jedes dritte Fremdwort erklärt. Die Arena-Redaktoren scheinen ihr Publikum tatsächlich nicht zu kennen. Ich gehe davon aus, dass die allermeisten Zuschauerinnen und Zuschauer der Arena das jeweilige Thema gut genug kennen, um der Diskussion folgen zu können. Zumindest aber dürften sich die meisten mit der Materie besser auskennen, als die Redaktoren.

Projer kam für mich als Moderator auch deshalb sympatisch rüber, weil er sich zurückgehalten hat. Von Interesse sind keine langen Monologe, Erklärungen und theatralische Überleitungen vom Moderator. Von Interesse sind die Fights, Argumente und Ansichten der Diskussionsteilnehmer. Der Moderator muss übrigens auch nicht witzig sein. Er hat eine einzige Aufgabe: Moderieren. Das machte Projer gar nicht mal so schlecht.

Mein Rat an Jonas Projer: Mehr Diskussion, weniger schulmeisterliche Erklärungen.

Unterhaltung

Und zum Schluss noch dies: Die Arena ist keine steife Sendung. Die Arena soll nicht nur informieren, sie soll auch unterhalten. So gehört es auch zur Unterhaltung, dass sich zwei Politiker verbal mal eins auf die Mütze geben. Lasst sie das tun. Ich habe als Teenie schon Arena geschaut, ohne mich wirklich mit den Themen auszukennen. Aber mir hat damals gefallen, was ich gesehen habe. Die Arena war massgeblich an meiner Politisierung beteiligt. Blocher gegen Bodenmann. Läck, das waren Duelle.

Mein Rat an Jonas Projer: Wenn zwei sich richtig streiten, freut sich der Zuschauer.

Die Institution Arena

In einem Interview las ich von Projer, dass er die Arena als Institution bezeichnete. Zumindest war sie das einmal. Doch spätestens seit den Moderatoren Wiedmer und Hasler ist sie das nicht mehr. Die beiden, zusammen mit den restlichen Redaktoren, haben die ursprüngliche, institutionelle und kultige Arena am Sack aufgehängt und ausbluten lassen. Was heute über den Sender geht, ist nur noch ein schlabbriger Hautfetzen der früheren Arena.

Mein Wunsch an Jonas Projer, dem künftigen Redaktionsleiter der Arena: Bringen Sie mir bitte die alte, fetzige, interessante und kultige Arena wieder zurück.