Die Umsetzung des Harmonisierungsauftrages ist ganz einfach, Herr Zemp

Beat Zemp, Präsident des Schweizer Lehrerverbandes, fragt in einem Artikel auf Tagesanzeiger.ch im Zusammenhang mit der steigenden Skepsis gegenüber dem Lehrplan 21:

Wie würden Sie den Harmonisierungsauftrag umsetzen?

Ganz einfach, Herr Zemp: Für alle Kantone haben die selben Lehrmittel, Lernziele und Lehrpläne zu gelten. E Basta. Aber ganz sicher ist es nicht im Sinne des Harmonisierungsauftrages, den Lehrplan komplett neu zu erfinden und völlig zu verunstalten. Genau das ist mit dem Lehrplan 21 aber passiert und deshalb regt sich allen Ortes berechtigter Widerstand. Oder wie es Christian Amsler, Präsident der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz ausdrückt: «Wir haben die Lehrpläne der 21 Kantone genommen, sie durch den Fleischwolf gedreht und in einer guten Mitte den neuen Lehrplan aufgestellt». Die «gute Mitte» wurde jedoch kilometerweit verfehlt. Wahrscheinlich flutschten die Verantwortlichen gleich selber durch den Fleischwolf und haben komplett die Orientierung verloren.

Beschränkt man sich auf das Wesentliche, nämlich die eingangs erwähnten drei Punkte, wird der Harmonisierungsauftrag auch flugs erfüllt.

Bitte nicht die Autos vorbeiwinken

Liebe Rentnerinnen und Rentner

Wenn ihr an einer Strasse vor einem Fussgängerstreifen steht, geht bitte über die Strasse, wenn die Autos anhalten. Winkt die Autos bitte nicht vorbei, wenn sie angehalten haben. Winkt sie bitte auch nicht vorbei, wenn sie gerade am Anhalten sind. Tut einfach das, was Fussgänger an Fussgängerstreifen tun: Die Strasse überqueren.

Die Autofahrer halten nicht aus Rücksicht auf euch an. Ihr seid ihnen nämlich ziemlich egal. Sie halten an, weil sie anhalten müssen! Es gibt ein Gesetz, in dem steht, dass Autolenker dem Fussgänger auf einem Fussgängerstreifen den Vortritt zu gewähren hat. Dass wir also anhalten, hat nichts und zwar gar nichts mit Nächstenliebe zu tun, sondern es ist gesetzlich vorgeschrieben. Wir müssen anhalten. Deshalb tun wir das. Und nur deshalb.

Wir wissen, liebe Rentnerinnen und Rentner, dass ihr den Autofahrern keine Umstände machen wollt und ihr sie deswegen vorbei winkt. Das ist nett gemeint. Doch damit erreicht ihr genau das Gegenteil. Es ist uns überhaupt nicht gedient, wenn vergebens anhalten.

Also, liebe Rentnerinnen und Rentner, wenn ihr an einer Strasse vor einem Fussgängerstreifen steht, überquert einfach die Strasse. Ihr müsst dabei auch nicht pressieren. Wir wissen, dass einige von euch nicht mehr so gut zu Fuss sind und nehmen euch das nicht übel. Wenn ihr die Strasse nicht überqueren wollt, aus welchen Gründen auch immer, dann wartet bitte nicht vor dem Fussgängerstreifen, sondern ein paar Meter daneben.

Herzlichen Dank.

Mein Fazit zur WM-Berichterstattung vom SRF

Während der WM 2014 musste das Schweizer Fernsehen heftige Kritik bezüglich ihrer Berichterstattung vor, während und nach den Spielen einstecken. So würden sich viele Zuschauer die Spiele statt auf «dem Schweizer» bei der deutschen Konkurrenz anschauen. Grund seien die lahmen Kommentatoren und die banalen Experten im Studio. Ich teile diese Meinung nicht ganz.

Einziger Lichtblick im Studio: Carlo Bertolini

Die Leistung der Moderatoren im Studio vor und zwischen den Spielen ist tatsächlich jämmerlich. Mit Würgen und Stöhnen versuchen sie jeweils verzweifelt, mit ihren zwei Experten über das Spiel zu diskutieren. Der sachliche Gehalt bleibt dabei meist auf der Strecke. Schön ist die Idee, Spielzüge vom Experten grafisch aufbereiten, analysieren und danach kommentieren zu lassen. Mir unverständlich dabei aber, weshalb der Experte die Pause- und Play-Taste nicht selber drücken darf. Das dadurch Bild und Expertenkommentar nur selten übereinstimmen, macht die Analyse für den Zuschauer unerträglich.

Das selbe Problem stellt sich auch bei den Analysen von Chef-Schiri Carlo Bertolini. Doch Bertolini kompensiert dies jedoch durch absolute Kompetenz und der nötigen Portion Witz. Für mich ist er das absolute Highlight im WM-Studio von SRF. Mir bislang nicht erschlossen hat sich allerdings, ob die beiden Moderatoren mit Bertolini jetzt per Du oder per Sie sind. Da wurden zeitweise im selben Satz beide Varianten benutzt. Und ich wurde nie den Eindruck los, als ob Salzgeber und Hüppi den Mann nicht so recht ernst genommen haben. So ein gewisser Unterton schwingte da immer mit. Schade Aber es machte sich auch bei den Gesprächen zwischen den Experten in den bequemen Sesseln und dem Referee das «Arena-Syndrom» bemerkbar. Entstand tatsächlich eine Diskussion, wurde sie vom Moderator abgewürgt. Beim SRF handelt man offenbar geschlossen nach dem Schema: Moderator fragt – Experte A antwortet – Moderator stellt die gleiche Frage an Experte B – Experte B antwortet – Experte A widerspricht – Moderator unterbricht und formuliert den Widerspruch selber an Experte B – Experte B darf sich rechtfertigen – Moderator …

Loben muss ich jedoch Alain Sutter. Grundsätzlich langweilt mich der Mann mit seinen Aussagen, besonders zur Nati. Sie können noch so desolat und konzeptlos auf dem Platz herumstolpern, Sutter findet immer irgend etwas, was sie richtig gemacht haben und redet damit alles rosarot und wunderschön. Diesmal allerdings fiel ihm doch der eine oder andere witzige Spruch aus dem Mund. Ich finde das erwähnenswert.

Ruefer top

Schlechte Noten bekamen auch die Kommentatoren. Besonders über Sascha Ruefer regt man sich auf. Es mag wohl war sein, dass seine Kommentare nicht sonderlich vor Fussballwissen strotzen. Aber der Unterhaltungswert von Ruefer, und besonders bei den Spielen der Schweizer Nati seine Emotionen, finde ich super. Bei ihm geht einiges mehr ab als beispielsweise bei Dani (Lang)Wyler mit seinen ewig guten Spielverlagerungen bei jedem Pass auf die Seite, der länger als 20 Meter ist. Und irgend jemand sollte Wyler unbedingt erklären oder vorsingen, wie man das Wort «Pass» ausspricht.

Ruefer wird auch nachgesagt, er sei zu laut. Dann aber wirklich lieber einen lauten Kommentator als einen wie Patrick Schmied, der so monoton und tonlos ins Mikrophon nuschelt, dass man überhaupt nichts versteht. Über Beni National scheint man sich nicht mehr aufzuregen. Lohnt sich ja auch nicht, denn nach dem WM Final hört er auf. Und da war doch noch einer … ach ja, Dani Kern. Über ihn kann man nicht lästern. Er stört nicht.

Für mich ist Sascha Ruefer von allen Kommentatoren vom SRF der Beste, auch wenn er nicht an die Qualität der deutschen Quasselstrippen herankommt. Muss er auch nicht. Die «Tiiitsche» wissen nicht zwingend mehr, sie tönen nur professioneller.

Und die Nati?

Tja. Es ist dasselbe wie vor vier Jahren. Wer keine Tore schiesst, keine Tore schiessen will oder sich nicht getraut, welche zu schiessen, kassiert sie. Argentinien wäre an diesem Abend zu schlagen gewesen. Aber egal. Es beginnt jetzt eine neue Zeitrechnung.