Die Frauen sperren sich selber aus

Ganz ehrlich: Braucht es heute noch spezielle Wahlveranstaltungen für Frauen? Werden mehr Frauen in politische Ämter gewählt, weil vorher Frauen-Podien durchgeführt wurden? Oder würden keine gewählt, gäbe es diese Abhaltungen nicht? Und wer besucht solche Anlässe? Nur Frauen? Oder Männer, die nur Frauen wählen möchten. Oder Männer, welche die Kandidatinnen beurteilen, so wie an einer Viehschau? Und dürfen da Männer überhaupt rein?

Ich meine, das ist alles pseudofeministischer Schnickschnack. Wer mehr Frauen in der Politik will, soll in erster Linie Frauen wählen. Und dafür sorgen, dass Frauen überhaupt gewählt werden können. Sprich: Geht auf die Suche nach Kandidatinnen. Gewählt werden sie dann aber auch nicht, wenn sie nur an diesen Weiberabenden herumhüpfen. Macht sie allgemein bekannt. Sie müssen dort auftreten, wo die anderen auch auftreten. Die Männer meine ich. Lasst sie doch mal gegen die Männer argumentativ antreten, wenn ihr noch immer das Gefühl habt, dass ein enormer Unterschied zwischen Mann und Frau in der Politik besteht. Beweist der Stimmbevölkerung, dass es eine Frau ohne Weiteres mit einem Mann aufnehmen kann. Aber dort, wo sie Stimmbevölkerung auch hingeht. Und zur Stimmbevölkerung gehören auch jene, die noch immer meinen, Frau sei nicht Manns genug, um zu politisieren. Die müsst ihr überzeugen. Die gehen aber nicht auf Frauen-Wahlkampf-Podien.

Initiativstart zur Abschaffung der Billag-Gebühren

Die Volksinitiative «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren (Abschaffung der Billag-Gebühren)» ist lanciert. Ab sofort können Unterschriften gesammelt werden. Ablauf der Sammelfrist ist der 11. Dezember 2015.

Pro Jahr bezahlt jeder Schweizer Haushalt über 460 Franken Empfangsgebühren. Dabei ist es unerheblich, ob überhaupt irgend jemand in diesem Haushalt Radio- oder Fernsehen konsumiert. Bezahlt werden muss trotzdem. Deshalb handelt es sich um Zwangsgebühren.

96,5 % der Billag-Gebühren fliessen in die Kassen der SRG. Das bedeutet, auch wenn man die Programme der SRG nicht schaut oder hört, finanziert das Medienhaus mit. Wir bezahlen also für etwas, was wir unter Umständen gar nicht nutzen. Zudem wird die SRG dadurch zum Monopolisten. Den privaten Sendern fliessen aus den Billag-Gebühren nur knapp 4 % zu. Die SRG kann es sich somit leisten, ihr Programm nach ihrem eigenen Gusto zu gestalten, statt sich um die Gunst des Publikums zu bemühen. Schliesslich gibts im Inland keine Konkurrenz. Der Begriff «Staatssender» ist also nicht nur billiges Sprücheklopfen, sondern absolut zutreffend.

Die Billag AG ist für das Eintreiben der Zwangssteuern zuständig. Alleine der Betrieb der bürokratischen Molochs kostet pro Jahr rund 57 Millionen Franken. Darin eingeschlossen sind Bespitzelungen der Bürgerinnen und Bürger und die Verletzung derer Privatsphären. Mit 57 Millionen lässt sich weit Sinnvolleres veranstalten.

Auf der Website www.nobillag.ch kann das detaillierte Argumentarium gelesen sowie Unterschriftenbögen bezogen werden. Setzen wir der Billag und den Zwangsgebühren ein Ende. Unterschreiben wir die Initiative «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren (Abschaffung der Billag-Gebühren)».

Die Österreicher wollen wieder Mundart in der Schule

In Österreich sorgt man sich um die landestypischen Eigenheiten und Begriffen in der Sprache. Wie in der Schweiz. Die Österreicher finden es problematisch, wenn das «Sackerl» der «Tüte», die «Marille» der «Aprikose» oder das «Servus» dem «Tschüss» weichen muss. Viele Schweizer finden es doof, wenn aus dem «Ross» ein «Pferd», dem «Muul» ein «Mund» oder dem «Spital» ein «Chrankehuus» wird. Noch tragischer wird es dann, wenn sie Würste und Steaks «grillen» statt «grillieren».

Die Bildungsministerin Österreichs schlägt nun Alarm und lässt an den Schulen eine Broschüre verteilen, in welcher sie die Lehrerschaft dazu aufruft, das österreichische Deutsch und dessen sprachliche Eigenheiten im Unterricht zu vermitteln. Witzig dabei finde ich, dass die österreichische Bildungsministerin eine Sozialdemokratin ist. Die Schweizer Sozialdemokraten sind ja in dieser Frage exakt gegenteilig gepolt.

Lobenswert ist auf jeden Fall, dass der Österreichische Staat das Problem nicht nur erkannt hat, sondern auch versucht, etwas dagegen zu unternehmen. In der Schweiz ist das etwas komplizierter, da das Volksschulwesen Sache der Kantone ist. Gesamtschweizersich aber ist klar definiert, dass die Unterrichtssprache Hochdeutsch zu sein hat. Bedauerlicherweise bereits ab dem Kindergarten. In den Kantonen Aargau und Zürich wurden entsprechende Volksinitiativen angenommen, welche vorschreiben, dass zumindest im Kindergarten nur Mundart gesprochen werden muss. Die Stimmbevölkerung des Kantons Luzern hat 2013 eine entsprechende Initiative zwar abgelehnt, jedoch den Regierungsrat zu einem Gegenvorschlag gezwungen. Nun steht im Luzerner Volksschulgesetz, dass im Kindergarten Standardsprache und Mundart gleichwertig zu behandeln seien. Immerhin.

Doch man darf sich die Frage stellen, ob es genügt, nur im Kindergarten neben der Standardsprache auch die Mundart zu pflegen. Die Österreicher sind hier einen Schritt weiter. Ich meine, dass auch in der Schweiz für die höheren Schulstufen eine entsprechende Regelung eingeführt werden muss.