Ja zum Gripen

Ich gebe es zu. Um in meiner persönlichen Auslegung von Armee-Politik konsequent zu bleiben, müsste ich am 18. Mai zur Gripen-Frage eigentlich leer einlegen. Denn seit Jahren verlange ich eine Grundsatzdiskussion zur Armee und die Klärung der Frage, was deren Auftrag sein soll. Und seit Jahren verfluche ich Debatten, in welchen es darum geht, wie viel Budget die Armee erhalten soll, wie viel Soldaten im aktiven Dienst sein sollen – und somit eigentlich auch, ob sie sich neue Jets anschaffen darf. Das alles sind unnütze Fragen, solange nicht geklärt ist, was die Armee überhaupt können und tun muss. Schliesslich können wir von der Armee nicht verlangen, unser Land von ausländischen Invasoren zu beschützen, gleichzeitig kürzen wir ihr die dazu nötigen Ressourcen auf allen Ebenen.

Aber dennoch werde ich ein Ja in die Urne legen. Nicht, weil ich unbedingt will, dass sich dieses Flugzeug röhrend durch den schweizer Himmel pflügt. Auch schäme ich mich nicht für unsere Bürozeiten-Luftwaffe. Und ich will den Gripen auch nicht anschaffen, um Bundesrat Maurer ein neues Spielzeug zu schenken.

Ich werde Ja sagen, weil die Gegner eine allfällige Abfuhr grandios als «Nein zur Armee» proklamieren würden. Keine einsatzfähige Luftwaffe bedeutet, keine einsatzfähige Armee. Und keine einsatzfähige Armee bedeutet am Schluss gar keine Armee. Das will ich nicht. Ein souveräner, unabhängiger, wirtschaftlich gut gestellter und funktionierender Staat braucht eine eigenständige Armee. Gerade jetzt. Jetzt, wo sich um uns herum eine Kriese an die andere reiht. Ich will den Armee-Gegnern keine Vorlage zuspielen.

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