Ja zum Gripen

Ich gebe es zu. Um in meiner persönlichen Auslegung von Armee-Politik konsequent zu bleiben, müsste ich am 18. Mai zur Gripen-Frage eigentlich leer einlegen. Denn seit Jahren verlange ich eine Grundsatzdiskussion zur Armee und die Klärung der Frage, was deren Auftrag sein soll. Und seit Jahren verfluche ich Debatten, in welchen es darum geht, wie viel Budget die Armee erhalten soll, wie viel Soldaten im aktiven Dienst sein sollen – und somit eigentlich auch, ob sie sich neue Jets anschaffen darf. Das alles sind unnütze Fragen, solange nicht geklärt ist, was die Armee überhaupt können und tun muss. Schliesslich können wir von der Armee nicht verlangen, unser Land von ausländischen Invasoren zu beschützen, gleichzeitig kürzen wir ihr die dazu nötigen Ressourcen auf allen Ebenen.

Aber dennoch werde ich ein Ja in die Urne legen. Nicht, weil ich unbedingt will, dass sich dieses Flugzeug röhrend durch den schweizer Himmel pflügt. Auch schäme ich mich nicht für unsere Bürozeiten-Luftwaffe. Und ich will den Gripen auch nicht anschaffen, um Bundesrat Maurer ein neues Spielzeug zu schenken.

Ich werde Ja sagen, weil die Gegner eine allfällige Abfuhr grandios als «Nein zur Armee» proklamieren würden. Keine einsatzfähige Luftwaffe bedeutet, keine einsatzfähige Armee. Und keine einsatzfähige Armee bedeutet am Schluss gar keine Armee. Das will ich nicht. Ein souveräner, unabhängiger, wirtschaftlich gut gestellter und funktionierender Staat braucht eine eigenständige Armee. Gerade jetzt. Jetzt, wo sich um uns herum eine Kriese an die andere reiht. Ich will den Armee-Gegnern keine Vorlage zuspielen.

Nein zum Mindestlohn

Die Initiative der JUSO will mit ihrer Mindestlohn-Initiative, dass jeder Arbeitnehmer mindestens 4’000 Franken im Monat verdienen soll. Auf den ersten Blick ist das eine verlockende Sache. Doch der Schuss wird nach hinten los gehen.

Wie es jetzt ist

Vor vielen Jahren, als ich noch jung war und zur Schule ging, wurde mir erklärt, dass ich mich in der Schule anstrengen soll, damit ich später einen vernünftigen Beruf lernen kann. Mit einer soliden Berufsausbildung erhält man später einen guten Lohn und kommt vernünftig über die Runden. Mir leuchtete das ein. Ein «Streber» war ich aber deswegen nicht. Trotzdem absolvierte ich eine Berufslehre und bildete mich danach da und dort weiter. Heute überweist mir mein Arbeitgeber jeden Monat mehr als 4’000 Franken. Die Theorie stimmte damals und sie stimmt noch heute.

Wie es nachher sein wird

Mit der Aussicht auf mindestens 4’000 Franken pro Monat fällt eine wichtige Motivationsspritze weg. Wozu soll ich meine spärlich bemessene Freizeit als Jugendlicher mit Hausaufgaben und Lernen vergeuden, wenn ich danach ja auf jeden Fall monatlich 4’000 einstreiche? Da lasse ich die Schule doch lieber links liegen, breche sie vielleicht sogar vorzeitig ab. Partys feiern, mit Freunden rumhängen ist viel wichtiger und macht erst recht noch mehr Spass als für die Penne zu büffeln. Als Beruf wähle ich dann halt irgendwas aus, wo man mich mit meinen bescheidenen schulischen Leistungen akzeptiert.

Mit einem Mindestlohn werden wir eine Gesellschaft schaffen, die minderqualifiziert und wenig leistungsbereit ist. Wollen wir das? Ich nicht. Deshalb sage ich Nein zum Mindestlohn.