Terroristen halten sich nicht an Bürozeiten

Eben noch erntete die Schweiz für ihren mutigen Entscheid in Sachen Personenfreizügigkeit Anerkennung aus dem Ausland, und dann das. Die Schweiz verfügt nur über eine «9 to 5 Air Force». Die Schweizer Luftwaffe fliegt nur zu ordentlichen Bürozeiten, inkl. Mittagspause. Peinlich. Über Spott und Häme in der internationalen Presse darf man sich angesichts dessen nicht beklagen.

Jetzt machen sie grosse Augen

Die Überraschung ob der Leistungsfähigkeit unserer Luftwaffe ist offenbar auch in der Schweiz gross. Diesen Schluss ziehe ich jedenfalls aus den Reaktionen in den Online-Portalen sowie der despektierlichen Berichterstattung der Mainstream-Medien. Bei der Luftwaffe weiss man aber schon seit Jahren, dass eine permanente Interventionsmöglichkeit mit den bestehenden Ressourcen nicht möglich ist. Das bedeutet konkret, dass Flugzeuge nur während den üblichen Flugetriebsstunden der Luftwaffe, also von 08:00 bis 12:00 und 13:30 bis 17:00 Uhr zur Verfügung stehen. Als Bundesrat Ueli Maurer Anfang 2013 im Zusammenhang mit dem Einsatz der Luftwaffe am WEF von einer «Bürozeiten-Luftwaffe» sprach, lachte man darüber. Dabei hat der Mann nur gesagt, wie’s ist.

Terroristen halten sich nicht an Bürozeiten

Die Flugzeugentführung vom 17. Februar 2014 hat eindrücklich gezeigt, wozu eine Luftpolizei da wäre. Und sie hat gezeigt, wie ungemein lächerlich man sich macht, wenn man von einer Armee Dinge verlangt, ihr aber nicht genügend Mittel zur Verfügung stellt, um den Auftrag zu erfüllen. Eine «9 to 5 Air Force» ist so gut wie keine Air Force. Terroristen interessieren sich nicht für Bürozeiten.

Es braucht den Gripen

Um den Bedürfnissen von heutigen Terroristen gerecht zu werden, ist einerseits eine permanente Luftraumüberwachung (Radar) notwendig und andererseits müssen die entsprechenden Interventionsmittel (Flugzeuge samt Personal) jederzeit zur Verfügung stehen. Das bedingt entsprechende Mittel. Um Interventionsmittel permanent in der Luft und somit im Bedarfsfall sofort zur Verfügung zu haben, genügen unsere 33 Hornets nicht. Dafür sind mindestens 55 Flugzeuge, also 33 F/A 18 und 22 Gripen notwendig. Die Schönwetter-Tiger können dafür nicht eingesetzt werden, da diese Vögel nur tagsüber und bei optimalem Flugwetter flattern können. Nur schon deshalb ist der Gripen notwendig.

So oder so mehr Geld

Selbst wenn wir uns darauf beschränken würden, nur eine Alarm-Rotte für den Einsatz 365 mal 24 Stunden bereitzustellen, sind mehr Mittel erforderlich. Die Luftwaffe spricht hier von jährlich rund 25 bis 30 Millionen Franken und mehr Personal bei Armee und Skyguide von rund 100 Mann zusätzlich. Damit kann sichergestellt werden, dass binnen 15 Minuten nach Alarmierung die Flugzeuge in der Luft sind. Mit den verfügbaren 33 Hornissen wäre der Auftrag knapp erfüllbar. Das würde aber bedingen, dass alle 33 Maschinen stets flugtauglich sind und keine einzige für längere Zeit ausfällt.

Quelle: Fakten zum Luftpolizeidienst

Sicherheit – Auftrag – Geld

Wie uns jetzt dieser Tage vor Augen geführt wurde, können wir nicht einfach mit den Millionen herumspielen und da und dort weniger einsetzen. Wenn wir eine Luftwaffe wollen, die ihren Auftrag erfüllt, dann müssen der Luftwaffe auch die entsprechenden Mittel bereitgestellt werden. Aktuell ist die Swiss Air Force aufgrund der politischen gesetzten Leitplanken nicht in der Lage, ihre Mission zu erfüllen. Wenn wir eine eigenständige und souveräne Sicherung unseres Luftraumes wollen, braucht die Luftwaffe mehr Geld und ein neues Flugzeug. Und es braucht Sicherheitspolitiker, die ihre Aufgabe ernst nehmen und ihre Arbeit verrichten.

Das Märchen von der rassistischen SVP

Es ist egal, was die SVP tut, für gewisse Kreise handelt es sich dabei immer um Fremdenhass oder Rassismus. Die SVP will, dass wir über die Zuwanderung selber entscheiden können. Fremdenhass! Die SVP will, dass wieder Ordnung ins Asylsystem gebracht wird. Rassismus! Die SVP will, dass keine Minarette gebaut werden. Rassismus und Fremdenhass! Die SVP will, dass schwerkriminelle Ausländer das Land verlassen müssen. Fremdenhass und Rassismus im Quadrat!

Dass wir aber mit Ausländern zusammenarbeiten, dass wir unsere Freizeit mit ihnen im Sportverein verbringen, dass einige unsere Freunde sind und manche sogar mehr als das, sehen die Moralisten und vermeintlichen Alleinpächter des guten Stils und Intelligenz nicht. Nein, es darf gar nicht so sein, denn ansonsten würde sich ihre gesamte Argumentation in dampfenden Dünnschiss auflösen.

Die SVP ist fremdenfeindlich und deren Mitglieder sind alles Rassisten. Diese fixe Idee hat sich dermassen in den Köpfen der selbsternannten «besseren Menschen» festgefressen, dass ein vernünftiger, sachlicher Diskurs überhaupt nicht mehr möglich ist. Diese stocksture Haltung trägt im Wesentlichen dazu bei, dass heute vieles im Argen liegt und Meinungsverschiedenheiten nur noch in extremis ausgefochten werden. Nützen tut das niemandem.

Man hält uns vor, wir seien rückständig und ewiggestrig. Doch die wahren Hinterwäldler sind die, die nicht einsehen wollen, dass auch wir unser Leben mit Menschen teilen, die nicht über den Schweizer Pass verfügen, eine andere Hautfarbe haben oder deren Familien nicht schon seit Menschengedenken in der Schweiz leben.