Extrablatt Volksbefragung: Sexualkunde in der Primarschule

Im Extrablatt (Februar 2013) der SVP kann der Leser an einer Volksbefragung zum Thema «Familie und Bildung» teilnehmen. Ich tue das. Öffentlich.

Sexualkunde hat in der Primarstufe nichts verloren

Es ist Sache der Eltern, die Kinder aufzuklären. In der Primarschule wird, wenn Ereignisse dies als erforderlich erscheinen lassen, altersgerecht über Fragen der Sexualität in zurückhaltender, respektvoller und ideologiefreier Art und Weise diskutiert und dazu nötiges Wissen vermittelt. In der Oberstufe sollen Sexualität und Fortpflanzung als Schwerpunkt im Fach Biologie thematisiert werden.

Natürlich wäre es Sache der Eltern, den Kindern die Lüge mit den Bienchen und Blümchen zu erklären. Es wäre auch Sache der Eltern, ihren Kindern die gesellschaftliche Grundformen beizubringen. Letzteres geschieht nicht immer und bleibt dann beim Lehrer hängen. Vor dem Ersteren zieren sich vielleicht viele Eltern. Der Politik ist es nur beschränkt möglich, gesellschaftliche Entwicklungen zu beeinflussen. Und so bleibt der Politik nicht viel anderes übrig, als bei negativen Entwicklungen entsprechende Massnahmen zu ergreifen, um die Konsequenzen aus diesen suboptimalen Entwicklungen im Rahmen zu halten. So ist das auch mit der Sexualkunde.

Wenn ich mich recht erinnere, wurde ich in der Primarschule in der 5. oder 6. Klasse mit dem Thema Sexualkunde konfrontiert. In einem Video wurde uns erklärt, wie sich unser Körper im Rahmen der Pubertät verändert, wie man damit umgehen soll und wie das mit der Fortpflanzung funktioniert. Dazu noch weitere Informationen vom Lehrer und Diskussionen. Alles in allem wurden für das Thema vielleicht drei oder vier Lektionen aufgewendet. Aus heutiger Sicht betrachtet, war das völlig in Ordnung so.

Wenn über Sexualität erst in der Oberstufe gesprochen werden soll, warum turnen Knaben und Mädchen dann schon in der Primarschule getrennt und ziehen sich in getrennten Umkleidekabinen um?

Nein, Sexualkunde darf sehr wohl in der Primarstufe thematisiert werden. Und man darf davon ausgehen, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer sehr wohl wissen, wie sie dieses Thema ihren Schützlingen alters- und stufengerecht näher bringen müssen. Was nicht nötig ist, sind irgendwelche «Aufklärungsköfferchen» oder sonstiger Mist. Das Thema soll nicht nur ideologiefrei sondern schlicht und einfach nüchtern und sachlich erklärt werden.

Ich befürworte diese Massnahme nicht.

1 Response

  1. Sofia 18. März 2013 / 14:00

    Ich kann mich dir nur anschließen. Eine nüchterne und schlichte Aufklärung ist bereits in diesem Alter einfach notwendig, denn ab diesem Alter werden Kinder zunehmend damit konfrontiert. Da ist es von Vorteil wenn sie ein Basiswissen haben mit dem sie diese Eindrücke analysieren können. Somit setzen sich keine Falschinformationen fest. Tiefer greifende Themenbereiche können dann wie von dir bereits erwähnt später und dann auch mit zusätzlichen Medien erörtert werden. Aber auch hier sollte man auf eine qualitative Gestaltung des Ganzen setzen. Dieses Buch finde ich beispielsweise empfehlenswert: http://harri-wettstein.de/

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