Wenn Fans keine Fans mehr sind

Im Zusammenhang mit dem Hooligan-Konkordat, dem der Kanton Luzern beigetreten ist, gilt nun für den Zutritt in ein Fussballstadion eine Ausweispflicht. Diese Massnahme gründet unter anderem darin, dass man Personen, die mit einem Stadion-Verbot belegt sind, identifizieren und den Zugang in die Arena verwehren kann.

Nun hat der Fanclub-Dachverband United Supporters Luzern zum Spielbesuch-Boykott aufgerufen. Weil die Sicherheitsvorkehrungen mit dem Konkordat verschärft wurden, werden die «Fans» dazu angehalten, die Spiele des FC Luzerns nicht mehr zu besuchen. Gemäss der Neuen Luzerner Zeitung blieben bei der Partie FCL : FCZ gut 300 Fans fern. Für das nächste Heimspiel, jenes gegen den FC Thun, ruft der Fanclub dazu auf, ohne entsprechende Ausweisdokumente zu erscheinen.

Selber schuld

Doch statt solch dümmliche Reaktionen zu propagieren, sollten die Fanclubs jetzt einfach die Klappe halten. In der Vergangenheit wurde so oft versucht, Lösungen für die Gewaltexzesse rund um Fussballspiele zu suchen. Aber nichts fruchtete. Überall stellten sich die «Fans» quer. Durch die fehlende Kooperation seitens der Fanorganisationen wurde der Staat nun dazu gezwungen, eigene Massnahmen zu ergreifen. Die sogenannten Fans sind ganz alleine dafür verantwortlich, dass so ein Hooligan-Konkordat entstehen musste und jetzt umgesetzt wird.

Boykott trifft die falschen

Zudem schaden die «Fans» mit ihrem saublöden Boykott einzig und alleine ihrer eigenen Mannschaft, welcher sie ja eigentlich den Rücken stärken möchten oder sollten. Was die United Supporters Luzern jetzt veranstalten, hat mit Support überhaupt nichts zu tun und ist schlicht und ergreifend nur peinlich.

Nicht nur die Truppe sieht den Sinn der Armee nicht

Die Armee führte im Jahr 2012 eine Meinungsumfrage durch, um die Stimmung in der Truppe zu erfassen. Nun liegen die Ergebnisse vor und die NZZ berichtet, dass ein Grossteil der Armeeangehörigen den Sinn der Armee nicht sieht.

Nur knappe 40 % der Befragten sind der Ansicht, dass sie mit ihrer Dienstleistung direkt oder indirekt einen Beitrag zur Sicherheit der Schweiz leisten. Das sei ein ernüchterndes Resultat, denn «hier geht um die Raison d’être der Armee», lässt sich der Informations-Chef der Armee, Christoph Brunner, in der NZZ zitieren.

Blattmann lässt die falschen briefen

Armee-Chef André Blattmann bläst nun zur grossen Aufklärungs-Offensive und verknurrt seine Brigadiers und Divisionäre zu persönlichen Vorträgen vor jeder einzelnen Einheit, wo sie über den Sinn der Armee referieren sollen. Diesen Aufwand allerdings könnte sich der Chef der Armee sparen. Denn in erster Linie muss nicht die Truppe aufgeklärt werden, sondern die Politik. Im Bundeshaus streitet man sich nämlich lieber darüber, über wieviele Soldaten die Armee zur verfügen habe, wieviel die Armee kosten dürfe, ob man Kampfflugzeuge kaufen oder ob man die Wehrpflicht abschaffen solle. Aber darüber, was die Armee überhaupt zu tun hat, spricht niemand.

Auftrag definieren

Es ist Aufgabe der Politik, zu definieren, was der Auftrag der Armee ist. So, wie die Diskussionen aktuell laufen, scheint das nämlich alles andere als klar zu sein. Wenn also der Auftraggeber schon nicht genau weiss, was die Armee tun soll, wie soll es dann der Auftragnehmer und vor allem der einfache Soldat wissen?

Auf diesem Blog habe ich schon mehrmals die Grundsatzdiskussion gefordert. Als erstes muss das Parlament den Auftrag der Armee neu definieren oder den bestehenden bestätigen. Dann muss die Armeeführung die Armee so dimensionieren, dass der Auftrag erfüllt werden kann. Darunter steht dann eine doppelt unterstrichene Zahl, über diese dann wiederum die Politik streiten kann. Unter Umständen muss der Auftrag halt abgeändert werden, wenn für eine Mehrheit die doppelt unterstrichene Zahl zu hoch ausfällt – wobei auch das Volk bei dieser Frage nicht ausser Acht gelassen werden darf.

Auf jeden Fall ist es ein absoluter Blödsinn, mehr als 4 Milliarden für etwas auszugeben, von dem niemand weiss, wofür es da ist.

Das reine Miliz-System hat ausgedient

Die aktuelle Truppenbefragung fördert noch eine andere, nicht minder wichtige Tatsache zu Tage. Nur rund 40 % der befragten Soldaten können aus dem Militärdienst irgend einen Nutzen für das Zivilleben ziehen und bloss 42 % geben an, dass ihr Arbeitgeber Verständnis für den Dienst am Vaterland aufbringen. Und lediglich knappe 30 % würden ihren Bekannten raten, eine militärische Weiterbildung anzustreben. Der Rückhalt der Armee in der Gesellschaft hat also merklich abgenommen. Aber genau dieser Rückhalt ist der Grundpfeiler eines reinen Miliz-Systems. Ohne diesen kann eine Miliz-Armee nicht funktionieren. Und deshalb schlage ich vor, die Armee einer Teilprofessionalisierung zu unterziehen.

Aber als erstes muss der Auftrag der Armee definiert werden.

Extrablatt Volksbefragung: Familienartikel

Im Extrablatt (Februar 2013) der SVP kann der Leser an einer Volksbefragung zum Thema «Familie und Bildung» teilnehmen. Ich tue das. Öffentlich.

Eltern, die ihre Kinder selber betreuen, muss für die Kinderbetreuung mindestens ein gleich hoher Steuerabzug gewährt werden wie Eltern, die ihre Kinder fremd betreuen lassen.

Familien mit Kindern sind steuerlich zu entlasten. So bleibt ihnen genug zum Leben und die Freiheit zu entscheiden, wie sie ihre Kinder betreuen wollen. Allerdings dürfen diese Steuererleichterungen nicht nur Familien zugutekommen, die ihre Kinder fremd betreuen lassen. Auf diese Weise würden Eltern, die ihre Kinder selbst erziehen, steuerlich benachteiligt. Das darf nicht sein.

Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

Ich befürworte diese Massnahme.

Es braucht keinen Verfassungsartikel über die Familienpolitik.

Nach Vorstellungen vieler Politiker und Bildungstheoretiker sollen Kinder den Eltern möglichst früh entrissen werden, um sie in staatlichen Einrichtungen zu erziehen und auszubilden. Der gleichmacherische Ansatz führt zur Verstaatlichung von Kindern und Familien und löst Milliardenkosten aus. Die Erziehung der Kinder ist Sache der Eltern. Die Unterstützung der Familien muss bedarfsgerecht und vor Ort gelöst werden.

Ob es wirklich keinen Verfassungsartikel über Familienpolitik braucht, ist etwas taff ausgedrückt. Aber es braucht sicher keinen solchen, wie er am 3. März zur Abstimmung kommt. Zudem steht ja bereits im Artikel 116 der Bundesverfassung: «Der Bund berücksichtigt bei der Erfüllung seiner Aufgaben die Bedürfnisse der Familie. Er kann Massnahmen zum Schutz der Familie unterstützen». Wir haben also schon sowas wie einen.

Es streitet niemand ab, dass ein Bedarf an Kindertagesstätten besteht. Es streitet auch niemand ab, dass es für einige Familien nicht möglich ist, mit bloss einem Einkommen über die Runden zu kommen. Diese Leute sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Kind in einer tagesstrukturiellen Einrichtung betreuen zu lassen. Aber bitte nach dem Verursacherprinzip finanziert. Wenn der Staat diesen Institutionen helfen will, dann soll der Staat mit weniger Auflagen und weniger Bürokratie die Gründungen von Kitas nicht hemmen. Wären die vom Staat auferlegten Hürden nicht derart hoch, würden sich viele Leute finden, die in Eigeninitiative etwas auf die Beine stellen. Und um ein Kind zu betreuen, auch wenn’s nicht das eigene ist, brauchts sicherlich keine teuren Pädagogen und sonstige «Fachleute».

Deshalb am 3. März 2013 Nein zum Familienartikel.

Extrablatt Volksbefragung: Basisstufe

Im Extrablatt (Februar 2013) der SVP kann der Leser an einer Volksbefragung zum Thema «Familie und Bildung» teilnehmen. Ich tue das. Öffentlich.

Die Grund- bzw. Basisstufe gehört abgeschafft oder gar nicht erst eingeführt.

Die Grund- bzw. Basisstufe wird in verschiedenen Kantonen getestet. Die beiden Kindergartenjahre und die erste Klasse (Grundstufe) bzw. die beiden Kindergartenjahre und die ersten beiden Primarklassen (Basisstufe) werden dabei zusammengefasst. Die Einführung eines solchen Systems hat das Verschwinden des Kindergartens zur Folge. Das zwanghaft veranlasste altersdurchmischte Lernen hat sich nicht bewährt. Denn die Idee, verschiedene Altersstufen zusammenzulegen und gemeinsam zu unterrichten, führt in den oftmals schon sehr heterogenen Klassen zu grosser Unruhe. Die ständige Neumischung der Klassen erschwert zudem die Bildung eines Klassengeistes.

Im Kindergarten sollen die Kinder lernen, sich innerhalb einer Gruppe und in gewissen Strukturen zu bewegen. Es ist eine Vorbereitung auf die kommenden Jahre in der Schule, auf das Leben als Schüler. Die Kinder müssen lernen, dass nun eine Zeit kommt, in der man nicht mehr nur auf ihre eigenen Bedürfnisse eingehen kann und dass sie ihr Verhalten und ihre Wünsche in gewissen Bereichen denen der Gruppe unterordnen müssen. Es ist nicht mehr so, wie daheim. Sozialkompetenz eben. Die Kinder sollen sich langsam an diesen neuen Lebensabschnitt gewöhnen und sie sollen trotzdem noch Kinder sein dürfen. Deshalb gibts den Kindergarten. Kinder lernen beim Spielen – und sie spielen beim Lernen. Doch Spielen soll im Vordergrund stehen.

Dass nun Kinder, die noch Kinder sein wollen und Kinder, die sich bereits mit Lesen, Schreiben und Rechnen beschäftigen möchten, ums Verrecken in der gleichen Klassen zusammengepfercht werden, macht keinen Sinn. Es hilft beiden nicht. Diejenigen, welche sich um Buchstaben und Zahlen kümmern, werden durch diejenigen gestört, welche sich im Spiel halt lauter gebaren. Das kann unmöglich funktionieren. Lassen wir die Kinder im Kindergarten also noch Kinder sein.

Ich befürworte diese Massnahme.

Extrablatt Volksbefragung: Kleinklassen

Im Extrablatt (Februar 2013) der SVP kann der Leser an einer Volksbefragung zum Thema «Familie und Bildung» teilnehmen. Ich tue das. Öffentlich.

Kleinklassen oder auch Spezialklassen sollen dort, wo sie abgeschafft wurden, wieder eingeführt werden.

Unter dem Vorwand der Chancengleichheit werden ausländische Schüler, welche nicht einmal unsere Sprache beherrschen, auf Biegen und Brechen in reguläre Klassen integriert. Das Gleiche gilt für Schüler mit grossen Lernschwierigkeiten, die früher in einer Kleinklasse unterrichtet worden sind. Dabei werden sie vom Tempo, mit dem die Inhalte vermittelt werden, oftmals überfordert, fristen in der Folge ein Aussenseiterdasein und werden ausgegrenzt.

Früher wurden schwächere Schüler unter sich in sogenannten «Kleinklassen» unterrichtet. Dort wurde auf ihre Lernschwäche Rücksicht genommen und die Schüler wurden ihren Möglichkeiten entsprechend unterrichtet. Nicht zu viel, dass es sie überfordert, nicht zu wenig, dass sie nichts lernen. Dann kamen die Bildungsromantiker und sagten, das sei diskriminierend und sorgten dafür, dass diese Schüler wieder in den normalen Regelklassen unterrichtet wurden. Man nannte das «Integrativer Unterricht».

Da sassen also Kinder in den Schulklassen, die aufgrund einer Lernschwäche dem Tempo der anderen Kinder beim Lernen gar nicht folgen konnte. Und es sassen Kinder in der Klasse, die überhaupt nichts mitkriegten, weil sie kein Deutsch konnten. Diese Kinder wurden dann, innerhalb der Regelklassen, durch zusätzliche Lehrkräfte und Heilpädagogen individuell unterstützt und unterrichtet. Man führe sich jetzt mal dieses Paradoxon vor Augen …

Die Folge war, dass eine enorme Unruhe im Klassenzimmer herrschte. Heilpädagogen betraten oder verliessen das Schulzimmer, die einte Schülerin wurde von der einen Lehrperson flüsternd unterrichtet während die andere Lehrperson versuchte, sowas wie Klassenunterricht mit den übrigen Schülern abzuhalten. Wer soll sich in einem solchen Durcheinander noch zurecht finden?

Abgesehen davon, dass dieser integrative Ansatz die Leistung einer Schulklasse klar nach unten drückt, ist’s auch noch teuer. Auf der einen Seite beklagen wir uns über einen Mangel an Lehrpersonen und auf der anderen Seite sorgen wir dafür, dass die ohnehin schon raren Lehrer dann auch noch zu zweit oder gar dritt in einer Klasse unterrichten müssen. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Heilpädagogen, die grundsätzlich ein höheres Gehalt beziehen als eine normale Lehrperson.

Und von wegen Integration und Diskriminierung. Was ist diskriminierender für einen Schüler, wenn er vor der ganzen versammelten Klasse als «Dummkopf» blossgestellt wird, weil er im Unterricht eine Spezialbehandlung benötigt? Dummfug auf der ganzen Linie.

Ich befürworte diese Massnahme.