Schluss mit Fremdsprachen an der Primarschule

Auf dem Online-Portal der Neuen Luzerner Zeitung ist zu lesen, dass sich die Luzerner Regierung überlegt, in der Primarschule statt zwei neu eine dritte Französischlektion einzuführen. Denn, so seien sich Experten einig, lerne mit zwei Lektionen niemand eine Fremdsprache. Diese Feststellung trifft sicher zu. Ob die Schüler aber mit einer Lektion mehr eine Fremdsprache erlernen, wage ich stark zu bezweifeln.

Zusätzlich zur erwähnten Französischlektion könnte laut Charles Vincent, Vorsteher der Dienststelle Volksschulbildung des Kantons Luzern, auch noch eine zusätzliche Lektion Musik hinzukommen, da der Kanton Luzern auf der Primarstufe eine eher niedrige Lektionenzahl aufweise.

Mehr Lektionen – gleicher Lohn

Der Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband ist mit diesen geplanten Massnahme nicht einverstanden. Dies wohl aber eher aufgrund der Tatsache, dass sich die zusätzlichen Lektionen für die Lehrer nicht auf den Lohn auswirken. Die Lektionserhöhung soll nämlich «budgetneutral» durchgeführt werden. Unter Berücksichtigung der eher bescheidenen Lehrerlöhne im Kanton Luzern ist die abwehrende Haltung des Verbandes verständlich.

LLV tatenlos

Im Artikel der NLZ wird die Präsidentin des LLV, Annamarie Bürkli erwähnt, welche schon seit längerem für nur eine Fremdsprache in der Primarschule weible. Aber: Wie tut sie das? Auf der Homepage des LLV jedenfalls findet sich nichts zum Thema. Keine Stellungnahme, kein Positionspapier. Zwar bin ich auf das Protokoll der Verbandsratssitzung vom 12. September gestossen, in dem von einem Positionspapier des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) zur Umsetzung eines Fremdsprachenkonzeptes die Rede ist, welches auf der Homepage vom LCH zu finden sei. Ich fands nicht – war wohl zu spät. Gemäss Protokoll waren die Sitzungsteilnehmer aufgefordert, bis Mitte Oktober 2012 Stellung zu beziehen. Jedenfalls, so steht’s im Protokoll auf Seite 6, kann dies tun «wer Interesse hat». Unter dem Begriff «Weibeln» verstehe ich etwas anderes …

Schluss mit Fremdsprachen

Wie dem auch sei, zwei Fremdsprachen in der Primarstufe sind schlicht und ergreifend Blödsinn. Was nützt unseren Schülern schlechtes Französisch und ungenügendes Englisch, wenn sie daneben selbst Deutsch nicht mehr beherrschen? Nichts. Sie werden später keine Lehrstelle finden, weil sie nicht fähig sind, eine vernünftige Bewerbung zu schreiben. Die Aneignung einer ausreichenden Sprachkompetenz in Deutsch hat absolute Priorität. Eine Sprachstandserhebung der «Englischkompetenzen am Ende der 6. Klasse» vom September 2012, herausgegeben von der Diensstelle Volksschulbildung des Kantons Luzern, hat ergeben, dass nicht einmal die Hälfte der Kinder die gesetzten Lernziele erreicht haben.

Auch dieses Bildungsexperiment ist gescheitert. Ich fordere die sofortige Einstellung des obligatorischen Fremdsprachenunterrichtes in der Primarstufe. Die frei werdenden Lektionen sollen für das Fach Deutsch verwendet werden. Fremdsprachenunterricht an der Primarschule darf weiterhin möglich sein, aber freiwillig.