Sursee’s Integrationsleitsätze auf Hochdeutsch

Am 29. Oktober 2012 präsentierte der Stadtrat die erarbeiteten Integrationsleitsätze, die künftig für die Stadt Sursee gelten sollen. Es sprachen die für das Projekt verantwortliche Stadträtin Ruth Balmer, die Geschäftsführerin vom freiraum Fanny Nüssli sowie die Abteilungsleiterin der Fachstelle für Gesellschaftsfragen des Kantons Luzern Ruth Bachmann.

Ruth Balmer erklärte bei der Präsentation der Leitsätze, dass insbesondere die Sprachkompetenz für Migrantinnen und Migranten ein zentraler Schlüssel für eine erfolgreiche Integration darstelle. Das ist so natürlich völlig richtig. Doch frage ich mich, weshalb während der ganzen Veranstaltung Schriftsprache gesprochen wurde – mit der Begründung, «weil es um Integration gehe». Ist es Integration, wenn die zu Integrierenden eine Sprache sprechen, die nicht der allgemein gesprochenen Sprache, nämlich Mundart, entspricht?

Besonders stossend finde ich die Wahl der Präsentationssprache auch deshalb, weil in Einbürgerungsgesprächen in der Stadt Sursee ebenfalls Schriftsprache gesprochen werden kann. Dabei würde es doch gerade dann von einem gelungenen Integrationsprozess zeugen, wenn der Kandidat nicht bloss Schriftsprache spricht und versteht, welche er in irgend welchen Kursen erlernen kann, sondern eben unsere Mundart, für dessen Erwerb man viel Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben muss.

Ich finde es sehr doppelzüngig, das Thema Integration auf Hochdeutsch zu besprechen, nur damit die anwesenden Migrantinnen und Migranten dem Vortrag und der Diskussion folgen können. In der Schweiz ist es nun einfach so, dass wir in einer anderen Sprache schreiben, als wir gemeinhin sprechen. Dieser Umstand ist zu akteptieren; so, wie er ist. Das erwarte ich von den Integrations-Ideologen und Migrations-Romantikern genau gleich wie von offiziellen Ämtern und nicht zu letzt auch von den zugezogenen ausländischen Menschen selber.

Kommentar verfassen