Arena statt Kaffee und Kuchen

Am Freitag des 24. August 2012 war der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans in der Arena zu Gast, um zum Thema Steuerstreit mit zu diskutieren. Für einmal will ich kein politisches Statement abgeben, sondern meine Meinung zur Sendungsgestaltung und zum Konzept der Arena loswerden.

Die Brisanz des Themas im Zusammenhang mit der Anwesenheit von Walter-Borjans versprach eine interessante, lebendige und kontroverse Arena-Sendung. Leider kam einzig zu Tage, dass das neue Konzept der Arena schlicht und einfach nichts taugt. Die Sendung ist viel zu starr strukturiert und die Moderatoren (Wiedmer wie auch Hasler) sind zu oft von der Thematik sowie von der Dynamik der Diskussion hoffnungslos überfordert. Die Strukturen und die Unfähigkeit der Moderatoren, auf die aktuellen Geschehnisse während der Sendung angemessen zu reagieren führen dazu, dass überhaupt keine Diskussion entsteht. Sobald es endlich mal heiss zu und her geht, wird die Diskussion gestört, weil das Thema gewechselt werden muss oder ums Verrecken irgend ein Experten-Schwafli oder sonst wer aus der 2. Reihe sein Statement abzugeben hat.

Und wo wir grad beim Thema «Experten» sind: es ist manchmal schon erstaunlich, was da die Arena-Redaktoren an sogenannten Experten ausbuddeln. So ist mir zum Beispiel schleierhaft, was dieser schleimige Thielemann in der  heutigen Sendung zu suchen hatte.

Jedenfalls wird sich über kurz oder lang die Arena selbst abschaffen, wenn hier nicht rasch eine Besserung eintritt. Der Name «Arena» muss wieder Programm werden, nicht bloss als Deckname für das Bühnenbild herhalten. Die Teilnehmer in der Mitte sollen sich wieder fetzen dürfen. In der Arena soll wieder mit Schwung und Elan diskutiert und gestritten werden. Die Teilnehmer in der Mitte sollen gefordert werden. Das Volk will wissen, wie sich ihre gewählten Volksvertreter in einem Rededisput schlagen. Und ja: die Arena soll auch wieder ihren Teil zum Polit-Entertainment beitragen. Schön strukturierte und liebreizende Gesprächskränzchen mit Kaffee und Kuchen können im «Club» geführt werden. Aber so wie das jetzt läuft, ist das nichts.