Ja zum Bausparen

Eine weitere Vorlage, über welche wir am 17. Juni 2012 zu befinden haben, ist die Initiative «Eigene vier Wände dank Bausparen» des Hauseigentümerverbandes. Die Initiative will, dass eine Person pro Jahr während höchstens 10 Jahren maximal 10’000 Franken vom steuerbaren Einkommen abziehen kann, sofern dieses Geld für den erstmaligen Erwerb von selbstgenutztem Wohneingentum eingesetzt wird. Ich halte das für eine gute Sache und stimme der Initiative deshalb zu.

Ich möchte an dieser Stelle auf einige der gegnerischen Argumente eingehen:

Die Initiative sei nur für Reiche

Wenn man den Mittelstand als reich betrachtet, dann stimmt dieses Argument. Tatsächlich aber ist es so, dass die Steuerabzüge nur dann vorgenommen werden dürfen, wenn man sein erstes Haus oder seine erste Wohnung kaufen und auch selber darin wohnen will. Jemand der reich ist, verfügt mit ziemlicher Sicherheit bereits über Wohneigentum und kann somit  nicht in den Genuss der von der Initiative geschaffenen Steuerabzügen kommen. Eine sogenannt «reiche» Person hat so oder so genügend Geriebenes verfügbar, dass es für ihn überhaupt nicht interessant ist, während zehn Jahren je 10’000 Franken pro Jahr zu sparen um von einem Steuerabzug profitieren zu können.

Viele Menschen können gar keine 10’000 Franken im Jahr sparen

Das ist korrekt. Aber wer spricht davon, dass man pro Jahr 10’000 Franken sparen muss? Nur die Gegner. 10’000 ist der maximale Betrag. Man kann auch nur 5’000.- oder 1’000.-  pro Jahr für’s Eigenheim sparen. Das gegnerische Argument greift zu kurz.

Richtig ist sicher, dass es auch Leute gibt, welche Ende Jahr überhaupt nichts sparen können. Menschen in diesen Einkommensschichten werden somit nicht in den Genuss dieses Steuerabzuges kommen können. Diese Menschen werden sich aber sowieso nie ein Eigenheim leisten können. Die Bausparinitiative ist eine Entlastung für den in den letzten Jahrzehnten immer mehr gebeutelte Mittelstand, nicht für die unteren und nicht für die oberen Einkommensschichten. Von einem Steuergeschenk für Reiche kann keine Rede sein. Diese Argumentation ist purer Populismus.

Bereits jetzt wird Wohneigentum gefördert

Ja, mittels Säule 2 und 3a. Diese Gelder sind aber für die Altersvorsorge gedacht und nicht in erster Linie für den Kauf von Wohneigentum. Für die Sozialkassen wäre es sinnvoller, die Leute würden weniger Geld für den Hauskauf vorbeziehen. Zudem wird die Verwendung der Pensionskassengelder eingeschränkt. Die Initiative wirkt dem auf anderem, viel sinnvolleren Weg entgegen.

Die Kantone können die Steuerausfälle nicht kompensieren

Dies ist eine äussert kurzsichtige Sicht. Anfänglich wird es sicherlich zu einer gewissen Reduktion der Steuereinkünfte kommen. Doch das zahlt sich später wieder aus, denn das zu versteuernde Vermögen wird stetig steigen und wer ein Eigenheim beseitzt, bleibt seiner Wohngemeinde wohl länger als Steuerzahler erhalten als ein Mieter. Der Hauskauf ist in der Regel eine langfristige Investition. Zudem werden bei erhöhter Bautätigkeit den Gemeinde- und Kantonskassen zusätzliche Handänderungs- und Grundstückgewinnsteuern zufliessen sowie dürften die Bauunternehmen und baunahen Betriebe bei besserer Auftragslage ihrerseits auch mehr Steuersubstrat absetzen – und nebenbei noch Arbeitsplätze erhalten oder schaffen.

Für den Mittelstand

Der Mittelstand ist diejenige Schicht, welche in den letzten Jahren immer am meisten zur Kasse gebeten wurde. Von den armen ist nichts zu holen und die reichen haben mit ein paar tausend Franken kein Problem. Diese Initiative ist endlich mal wieder eine Entlastung für den Mittelstand. Deshalb, und weil die Initiativ-Gegner unrecht haben, ein klares Ja zur Bausparinitiative.

9 Responses

  1. Kim88 30. Mai 2012 / 17:49

    Na super. Als gutverdiendne die sparen können, ein weiteres Mittel geben um Steuern zu sparen, damit man dann dieleeren kassen bei den working poors wieder auffüllennkann.

    Schon mal einen Familienvater mit 2 Kinder gesehen, der seine 4500chf brutto nach hause nimmt, ob 10’000 oder 500 franken im Jahr der hat das Geld einfach nicht. Diese Initiative gilt es wie alle anderen die am 17. Juni kommen abzulehnen. Schau nach Baselland, dort kannste sehen was solche Dinge bewirken.

  2. Alexander Limacher 30. Mai 2012 / 20:13

    Als gutverdiendne die sparen können, ein weiteres Mittel geben um Steuern zu sparen

    Es geht nicht darum, Steuern zu sparen. Es geht darum, Geld für ein Eigenheim zu sparen.

    damit man dann dieleeren kassen bei den working poors wieder auffüllennkann

    Die Working-Poors haben ja schon nichts, da kann man auch nichts holen, um Kassen aufzufüllen. Bleib bitte bei den Fakten.

    Schon mal einen Familienvater mit 2 Kinder gesehen, der seine 4500chf brutto nach hause nimmt, ob 10’000 oder 500 franken im Jahr der hat das Geld einfach nicht.

    Auch hier bitte ich Dich, bei der Realität zu bleiben. Dieser Mann wird wohl sowieso nie genügend Geld haben können, um sich ein Eigenheim kaufen zu können. Aber wenn er sich anstrengt, jeden Rappen dreimal umdreht, könnte es für ihn durchaus auch hinhauen. Und in diesem Fall ist es auch für ihn sinnvoller, dieses Geld im Bausparen zur Seite zu legen, ohne dann beim herauslösen von Säule 3a oder PK-Geldern wiederum viel dem Fiskus in den Arsch zu schieben.

    Du kannst es drehen und wenden, wie Du willst. Beim Bausparen gibt es nur Gewinner, keine Verlierer. Die von linken Kreisen proklamierten Verlierer können aufgrund ihrer Vermögenssyituation überhaupt nicht am Spiel teilnehmen und dadurch auch nicht verlieren.

  3. kim88 30. Mai 2012 / 21:00

    Der Staat ist der Verliere weil der Staat dadurch Gelder verliert. Und da wir alle den Staat bilden verlieren wir am Schluss alle.

    Nochmal schau Situation in Basel Land, dort wird ÖV abgebaut, schulen geshlosen, etc

  4. Alexander Limacher 30. Mai 2012 / 21:42

    blödsinn. der staat muss nur etwas warten und die einsparungen im öv haben nun gar nichts mit dem bausparen zu tun.

  5. steudler 3. Juni 2012 / 13:43

    Bausparvorlagen sind Versuche
    zur legalisierten Steuerhinterziehung

  6. Alexander Limacher 4. Juni 2012 / 15:02

    Bausparvorlagen sind Versuche zur legalisierten Steuerhinterziehung

    Das sind Abzüge für die Benutzung des Autos oder des GA oder sonst was für den Arbeitsweg oder die Arbeit überhaupt auch!

  7. Alexander Limacher 5. Juni 2012 / 11:32

    Bausparvorlagen sind Versuche zur legalisierten Steuerhinterziehung

    Und 11,3 Milliarden Entwicklungshilfe sind Steuergelderverschleuderung. Wenn schon Steuergeld fehlen soll, dann bitte diesen Blödsinn stoppen!

  8. Anton Keller 5. Juni 2012 / 13:18

    Wir haben schon die Möglichkeit über die Säule 3a fürs Bauen zu sparen. Die SVP ist doch für weniger Bürokratie. Weshalb denn zwei Administrationen aufbauen? Meinetwegen könnte man den Einzahlungsbetrag um 10000 Fr erhöhen.

  9. Alexander Limacher 6. Juni 2012 / 07:34

    Wir haben schon die Möglichkeit über die Säule 3a fürs Bauen zu sparen

    Die Säule 3a ist für die persönliche Vorsorge gedacht, nicht in erster Linie für’s Bausparen.

    Weshalb denn zwei Administrationen aufbauen?

    Gibt’s denn zwei? Es kann sich doch die selbe Administration um die Bauspargelder kümmern wie für die Säule 3a.

    Meinetwegen könnte man den Einzahlungsbetrag um 10000 Fr erhöhen.

    Säule 3a ermöglicht es, jährlich maximal um den Dreh 6’800.- von den Steuern abzuziehen. Die Initiative will aber maximal 10’000.- während maximal 10 Jahren von den Steuern befreien. Und dieses Geld muss innerhalb der Frist explizit für den Erwerb von Wohneigentum zum Eigennutz eingesetzt werden. Das sind zwei paar Schuhe.

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