Die „undemokratische“ Sitzplatzgarantie

Die Stadt Sursee will den Gemeinden Geuensee, Mauensee und Knutwil keine Sitzplatzgarantie im neu zu bildenden Stadt- oder Gemeinderat zugestehen. Eine Sitzplatzgarantie sei undemokratisch, lautet der allgemeine Tenor aus Sursee.

Wie „undemokratisch“ die legitime Forderung der Gemeinden ist, zeigen die Fakten. Sursee verfügt über mehr als 6’000 Stimmberechtigte. Dagegen stehen Geuensee mit 1’500, Mauensee mit gut 820 und Knutwil mit 1’400. Selbst wenn sich die drei kleinen Gemeinden zusammentun, hätten sie mit ihren total 3’700 Stimmberechtigten trotzdem nicht den Hauch einer Chance gegen das übermächtige Sursee. Die Chancen, dass ein Kandidat aus einer der kleinen Gemeinden in die Exekutive gewählt wird, liegt somit praktisch bei Null. Wer, wie Sursee, in diesem Kontext auf freien Majorzwahlen beharrt und dies mit Demokratie legitimiert, ist ein Zyniker.

Sursee wird die neue Grossgemeinde klar dominieren. Ein wirklicher Anlass zu Fusionieren gibt es aber nicht. Alle Gemeinden können problemlos selbständig überleben. Es besteht keinerlei Leidensdruck. Schliesslich handelt es sich ja auch bloss um eine „strategische Fusion“, einer sozialistisch gefärbten Schnappsidee von Regierungsrätin Yvonne Schärli (SP), die da selber kürzlich zugab, dass bei strategischen Fusionen kein echtes Bedürfnis besteht. Belassen wir es also bei dieser Einsicht und stoppen den ganzen Wahnsinn jetzt!

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