Linke Wirtschaftslogik

Der Franken ist hoch, das ist ein Problem für die Schweizer Exportwirtschaft. Das wissen wir. Die Nationalbank hat sich zum Ziel gesetzt, den Franken zu einem Euro-Kurs von 1.20 zu halten. Damit das gelingt, müssen haufenweise ausländische Devisen gekauft werden. Das kostet Geld. Viel Geld. Schon jetzt musste die Nationalbank darauf verzichten, die Kantonskassen zu füttern, weil die Gewinne erst dazu benutzt werden müssen, um sich wieder neue Reserven anzufressen. Dieser Entscheid der Nationalbank ist richtig, bringt aber die Kantone in die Bredouille.

Dann sind da die Arbeitnehmerverbände, die sich dagegen wehren, dass die Exportunternehmen höhere Arbeitszeiten bei geringerem Lohn verlangen. Die Krise in der Exportwirtschaft dürfe nicht auf Kosten der Arbeitnehmer ausgetragen werden. Durch das fehlende Geld der Nationalbank überlegen sich die Kantone aber bereits Steuererhöhungen. Und die „vereinigten Linken“ unterstützen diese Steuererhöhungen – so als ob das dann nicht auf Kosten der Arbeitnehmerschaft geht. Und die Linke will, dass die Nationalbank die Untergrenze für den Franken gegenüber dem Euro sogar auf 1.30 erhöhen. Noch mehr Auslagen für die SNB und damit noch später wieder Geld für die Kantone und somit für längere Zeit höhere Steuern … linke Wirtschaftslogik.

2 Responses

  1. Werner Klee 8. November 2011 / 05:21

    – Der Kauf von faulen Euros ist schlecht
    – Es ist nicht der Zweck der SNB, den Kantonen ihre Geldverschleuderung zu finanzieren. Die Kantone sollen endlich richtig haushalten!
    – Arbeitszeit-Verlängerung ist ein falscher Ansatz: der schwache Euro führt zu einem Absatz-Problem – warum soll also noch mehr produziert werden ? Die Unternehmen müssen Möglichkeit finden, den Preis ihrer Marktleistung zu senken, und dazu müssen die Herstellungskosten gesenkt werden. Lohnreduktion ist ein möglicher Beitrag dazu. Aber die Gewinn-Ausschüttungen sind im gleichen Mass zu senken: alle sollen zur Lösung des Problems beitragen, nicht nur eine einzelne Gruppe von Stakeholders. Und die unternehmen müssen ihre Abhängigkeit von den Exporten reduzieren. Eventuell ist eine Niederlassung im Abnehmerland aufzugleisen, wenn dort billiger produziert werden kann (Hauptsache, es fliesst trotzdem ein Gewinnanteil in die Schweiz)
    – Steuererhöhungen verschlechtern die Wettbewerbsfähigkeit, statt sie zu verbessern – speziell, wenn mit den zusätzlichen Einnahmen die Verwaltungen noch mehr aufgebläht werden, statt dass diese für die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit genutzt werden.

  2. Alexander Limacher 12. November 2011 / 12:06

    Es ist nicht der Zweck der SNB, den Kantonen ihre Geldverschleuderung zu finanzieren. Die Kantone sollen endlich richtig haushalten!

    Natürlich. Aber die Kantone rechnen mit Beiträgen von der Nationalbank. Und wenn diese ausbleiben, wollen sie sofort die Steuern erhöhen. Das ist inakzeptabel.

    Arbeitszeit-Verlängerung ist ein falscher Ansatz: der schwache Euro führt zu einem Absatz-Problem – warum soll also noch mehr produziert werden ?

    Es gibt auch andere Märkte, als der Euro-Raum. Zeitlich beschränkte Arbeitszeitverlängerung und eventuelle Lohnkürzung ist immer noch besser als gar keine Arbeit und gar kein Lohn.

    Eventuell ist eine Niederlassung im Abnehmerland aufzugleisen, wenn dort billiger produziert werden kann

    Wir dürfen keine Konzepte gutheissen, welche in der Schweiz die Arbeitslosigkeit begünstigt.

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