Frühzeitiges Abschalten von AKW’s kommt uns teuer zu stehen

Würden wir dem mitlerweile politisch korrekten hysterischen Geschrei Folge leisten, und die Atomkraftwerke sofort abschalten, käme uns das teuer zu stehen.

Wird ein AKW stillgelegt, beginnt der teure Prozess des Rückbaus, der Jahre in Anspruch nimmt. Finanziert wird dieser Rückbau grundsätzlich von den Betreibergesellschaften selber, die seit 1984 alle in einen vom Bund überwachten Stillegungs- und Entsorgungsfonds einzahlen. Ausgelegt ist die Finanzierung dieses Fonds auf eine Laufzeit von 50 Jahren pro AKW. Aktuell befinden sich etwas mehr als 4 Milliarden Schweizer Franken in diesem Fonds. Für den Rückbau aller AKW in der Schweiz ist aber mit 8 bis 9 Milliarden zu rechnen. So zumindest will es die Rundschau von SF wissen. Auf kernenergie.ch rechnet man aber mit gut 12 Milliarden. Egal wie man rechnet, heute fehlt noch mehr als die Hälfte.

Ein sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie würde den Steuerzahler also über 4 Milliarden Franken kosten. Ersatz für die fehlende Energie hätten wir dann aber noch immer keinen.

Siehe dazu:
Bundesamt für Energie Stilllegungs- und Entsorgungsfonds für Kernanlagen
Kernenergie.ch Stillegungs- und Entsorgungsfonds
Schweizer Fernsehen Atom-Ausstieg: Streit um Kosten vorprogrammiert

Es spricht nichts dagegen, den Atomausstieg zu diskutieren. Es spricht auch nichts dagegen, den Atomausstieg als Ziel zu definieren. Aber es spricht alles dagegen, kurzsichtige, emotional fehlgeleitete Massnahmen zu treffen und populistische Forderungen zu stellen.

2 Responses

  1. Peter Knipprath 18. Mai 2011 / 12:48

    Lieber Herr Liemacher,

    Ich würde Ihnen gerne einmal diese nicht unwichtigen Fragen stellen:
    Haben Sie evtl. auch Zahlen bezüglich der Kostenhöhe im Falle schwerer Störfälle? Wie sieht es mit den Langzeitkosten im Falle eines Supergau aus?

    Ich bin davon überzeugt, das in solchen Fällen weit mehr als über 4 Milliarden Franken gebraucht werden, um einen für die Bevölkerung halbwegs erträglichen Zustand wiederherzustellen.

    Wenn Sie nun diesen Fakt betrachten, könnte sich Ihre Meinung nicht doch
    vielleicht ändern?

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Knipprath

  2. Alexander Limacher 19. Mai 2011 / 11:26

    Wenn Sie nun diesen Fakt betrachten, könnte sich Ihre Meinung nicht doch
    vielleicht ändern?

    nein, dieser fakt ändert meine meinung in keiner weise. das problem ist ja nicht, dass wir die 4 oder 5 oder 6 milliarden steuergelder rausrücken müssten, um den rückbau mitzufinanzieren. das wirkliche problem ist, dass wir die durch das sofortige ausschalten unserer atommeiler entstehende stromlücke nicht schliessen können. was wir brauchen ist ein masterplan für den geordneten ausstieg aus der atomkraft. die folgenden eckpunkte sind für mich zwingend:

    – die ch produziert 100 % des von ihr benötigten stromes selber
    – elektrische energie bleibt für den endverbraucher gleich teuer wie jetzt

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