Frühzeitiges Abschalten von AKW’s kommt uns teuer zu stehen

Würden wir dem mitlerweile politisch korrekten hysterischen Geschrei Folge leisten, und die Atomkraftwerke sofort abschalten, käme uns das teuer zu stehen.

Wird ein AKW stillgelegt, beginnt der teure Prozess des Rückbaus, der Jahre in Anspruch nimmt. Finanziert wird dieser Rückbau grundsätzlich von den Betreibergesellschaften selber, die seit 1984 alle in einen vom Bund überwachten Stillegungs- und Entsorgungsfonds einzahlen. Ausgelegt ist die Finanzierung dieses Fonds auf eine Laufzeit von 50 Jahren pro AKW. Aktuell befinden sich etwas mehr als 4 Milliarden Schweizer Franken in diesem Fonds. Für den Rückbau aller AKW in der Schweiz ist aber mit 8 bis 9 Milliarden zu rechnen. So zumindest will es die Rundschau von SF wissen. Auf kernenergie.ch rechnet man aber mit gut 12 Milliarden. Egal wie man rechnet, heute fehlt noch mehr als die Hälfte.

Ein sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie würde den Steuerzahler also über 4 Milliarden Franken kosten. Ersatz für die fehlende Energie hätten wir dann aber noch immer keinen.

Siehe dazu:
Bundesamt für Energie Stilllegungs- und Entsorgungsfonds für Kernanlagen
Kernenergie.ch Stillegungs- und Entsorgungsfonds
Schweizer Fernsehen Atom-Ausstieg: Streit um Kosten vorprogrammiert

Es spricht nichts dagegen, den Atomausstieg zu diskutieren. Es spricht auch nichts dagegen, den Atomausstieg als Ziel zu definieren. Aber es spricht alles dagegen, kurzsichtige, emotional fehlgeleitete Massnahmen zu treffen und populistische Forderungen zu stellen.

Auftrieb für Atomkraftgegner

Die aktuellen Ereignisse in Japan werden die AKW-Gegner wieder gewaltig aufscheuchen. Bald werden wir grosse Anti-Atomkraft-Demonstrationen erleben, im Internet wird massiv gegen den nuklearen Strom gebloggt und die links-grünen Politiker starten sofort verschiedene Volksinitiativen für den Ausstieg aus der Kernenergie. Und was schlagen sie uns als Alternative vor?

Wasserkraft wäre eine gute Alternative. Voll erneuerbar und grundsätzlich umweltschonend. Doch weit gefehlt. Für Stauseen müssen ganze Täler unter Wasser gesetzt werden und für den Bau solcher Anlagen sind enorme Aufwendungen nötig. Da wird der Alpenschutz Sturm dagegen laufen. Gegen Flusskraftwerke werden sich überall die Grünen dagegen einsetzen, weil irgendwelche Fische wegen den Turbinen im Wasser zu Schaden kommen werden.

Windkraft wäre eine gute Alternative. Voll erneuerbar und grundsätzlich umweltschonend. Doch auch das ist nicht so einfach. Winkraftwerke verschandeln die Landschaft und stören das Brutverhalten irgendwelcher seltener Flattermänner oder anderem Getier. Und wenn dann das Kraftwerk noch von jemandem aus dem rechts-bürgerlichen Lager aufgestellt und finanziert werden möchte, dann handelt es sich für Linke und Grüne sowieso um Teufelswerk.

Sonnenkraft wäre eine gute Alternative. Voll erneuerbar und grundsätzlich umweltschonend. Doch leider klappts auch hier nicht immer. Denn diese gruusig blauen Kollektoren auf Hausdächern passen selten ins Ortsbild und sonstwo grossflächig zerstören sie die Unberührtheit der Natur. Ausserdem ist die Herstellung dieser Solarkollektoren sehr energieintensiv.

„Raus aus der Atomkraft“ werden sie schreien. „Japan hat uns eindrücklich bewiesen, wie …“, werden sie argumentieren. Man wird faule Eier gegen die Kühltürme von Leibstadt und Gösgen werfen, Sitzstreike veranstalten und haufenweise Initiativen lancieren.

Aber wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Ohne die Kernenergie können wir den heutigen Bedarf an elektrischer Energie schlicht nicht abdecken.