Ja zur Waffenschutzinitiative

Keine Armeewaffen mehr zu Hause. Es gibt tatsächlich kein vernünftiges, brauchbares oder zählbares Argument, was für die Aufbewahrung der Armeewaffe eines aktiven Soldaten sprechen würde. Ja es gibt noch nicht einmal einen wirklichen Grund, dass jeder Soldat eine persönliche Waffe benötigt. In den WK einrücken, Flinte fassen, damit spielen, Föhn abgeben, heimfahren. Wo liegt das Problem?

Auch das Obligatorische ist inzwischen überholt. Der Ausbildungsnutzen liegt quasi bei Null und den Umgang mit der Waffe erlernt oder festigt der Soldat auch nicht, wenn er einmal im Jahr 20 Erbsen im Schiessstand gen Zielhang spickt. Es gibt keinen militärischen Grund, die Waffe zu Hause im Kleiderschrank zu lagern. Damals, vor 30, 40, 50, 60 Jahren war das eine super Idee. Damals war aber auch eine andere Zeit. Heute ist nicht mehr mit einer Generalmobilmachung zu rechnen. Die Gefahrenlage hat sich verändert.

Aber man darf sich nichts vormachen. Wird die Initiative angenommen, wird die Zahl der Suizide nicht merklich zurück gehen. Menschen, die nicht mehr leben wollen, finden andere Wege. Auch verhindert die Initiative nicht, dass sich kriminelle Elemente Schusswaffen besorgen können. Auf der anderen Seite jedoch sehe ich weder einen Vertrauensbruch zum Soldaten oder zum Bürger, wenn er keine persönliche Waffe mehr hat.

Anders sieht es beim Schiessen als Breitensport aus. Eine Mehrheit der Schützen geht seinem Hobby mit der Armeewaffe nach. Ich bin aber überzeugt, dass für diese Leute eine annehmbare Lösung gefunden werden kann – genau so wie für die vielen passionierten Jäger.

Ich jedenfalls lege ein Ja in die Urne.

5 Responses

  1. kim88 19. Januar 2011 / 00:10

    Jäger und zertifizierte Schützen dürfen auch nach der Annahme der Initiative die Waffen zuhause aufbewahren. Da muss man keine LöSung finden sie ist schon da

  2. Ary 21. Januar 2011 / 10:28

    Demokratie braucht Demokraten. Ich finde du hast echt Eier, deinen Standpunkt so darzustellen, obwohl du damit gegen deine Partei schiesst. Solche Leute bräuchte es mehr.

    Ich möchte aber kurz ausführen, warum ich gegen die Initiative bin:

    Die Initiative gibt vor, zum Thema die Einlagerung der Armeewaffen im Zeughaus zu haben. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber wie so oft, schaffen es die Initianten nicht (vielleicht bewusst), Einheit der Materie zu wahren.

    Folgende Punkte an der Initiative, sind für mich ein Grund zur Ablehnung:

    Jäger und zertifizierte Schützen dürfen auch nach der Annahme der Initiative die Waffen zuhause aufbewahren. Da muss man keine LöSung finden sie ist schon da

    Der Satz stimmt zwar so, aber nur ein Unwissender schreibt das einfach so hin. Was ist ein zertifizeirter Schütze? Aber eins nach dem andern.

    1. Auswirkungen für Jäger:
    Unter Punkt 3 der Initiative wird ein Verbot von Vorderschaftrepetierflinten, so genannten Pumpactions, gefordert. Begründet wird dies damit, dass diese Waffe weder von Sportschützen, noch von Jägern verwendet werden könne. Beides stimmt nicht. Zur Jagd ist diese Flinte zugelassen. Im Ausland, besonders in Nord- und Südamerika, ist sie die klassische Jagdwaffe. In der Schweiz ist geschichtlich begründet die Doppelflinte verbreitet.

    2. Auswirkungen für Sportschützen:
    Die Initianten behaupten, für „lizenzierte Sportschützen“ werden Ausnahmen gemacht. Dazu muss man jedoch wissen, was ein lizenzierter Sportschütze ist. Lizenziert ist ausschliesslich, wer beim SSV (Schweizer Schiesssport Verband) eine entsprechende Lizenz gelöst hat, und eine der wenigen, vom SSV angebotenen Schiesssportarten ausübt. Dies sind unter Anderem das jedem bekannte 300m Schiessen, das 25m Pistolenschiessen oder das Kleinkaliberschiessen 50m. Es gibt jedoch weltweit dutzende verschiedener Schiesssportarten! So auch in der Schweiz. Zum Beispiel das dynamische IPSC Schiessen, dessen Schweizer Verband vor über 30 Jahren gegründet wurde, das Metallsilhouettenschiessen, das Trap oder Skeet Schiessen (immerhin eine olympische Disziplin), das Long Range Schiessen etc. Die Liste liesse sich endlos weiterführen. Alle diese Schiesssportarten werden vom SSV gar nicht angeboten und sind entsprechend nicht lizenziert.

    Alle Waffenbesitzer, welche eine Sportart ausserhalb des SSV ausüben, könnten kein Bedürfnis mehr nachweisen. Auch Sie müssten durch den Staat enteignet werden. Wie schon gesagt, unter Punkt 3 wird ein Verbot von Vorderschaftrepetierflinten gefordert. Die dynamischen Schützen verwenden die Pumpaction seit über 30 Jahren. Dafür gibt es extra eine Disziplin. Diese wird weltweit ausgeübt. Wettkämpfe finden sowohl auf Vereinsebene, über Regionalmeisterschaften bis hin zu Europameisterschaften regelmässig statt. Darüber wurde Jo Lang von LEWAS nachweislich schriftlich informiert.

    3. Auswirkungen für Sammler:
    Ebenfalls unter Punkt 3 der Initiative werden Erwerb und Besitz von Seriefeuerwaffen verboten. Diese Waffen dürfen jedoch ausschliesslich von Sammlern erworben werden! Dies nur gegen eine Sonderbewilligung der Kantonspolizei, welche teuer ist, für jede einzelne Waffe neu beantragt werden muss und an strenge Auflagen geknüpft ist. Eine der Auflagen ist, dass die Polizei jederzeit und unangemeldet kontrollieren darf, ob die Waffen noch vorhanden und vorschriftsgemäss gelagert werden. Ein Verbot dieser Waffen ist völlig unbegründet. Es ist nicht ein einziger Fall bekannt, in welchem eine von einem Sammler legal erworbene Seriefeuerwaffe für kriminelle Zwecke missbraucht worden wäre.
    Eine Annahme der Initiative hätte unweigerlich die Enteignung von tausenden von Sammlern zur Folge! Enteignung von legal erworbenem Privateigentum und Vernichtung von privatem Vermögen aufgrund der politischen Gesinnung? Dies sollte selbst an Waffen nicht interessierte Bürger und Bürgerinnen aufhorchen lassen. Soweit darf es in der Schweiz nicht kommen.

    4. Recht auf Waffenbesitz:
    Heute kennen wir in der Schweiz ein Waffengesetz, welches den Bürgerinnen und Bürgern ein grundsätzliches Recht auf Waffenbesitz einräumt. Wer die im Gesetz genannten Bedingungen erfüllt (nicht vorbestraft, keine Hinweise auf Fremd- oder Eigengefährdung, mündig, keine Vorstrafen, etc.), erhält von der Behörde einen Waffenerwerbsschein. Die Behörde hat bei Erfüllung der Bedingungen keine Möglichkeit, einem Bürger eine Waffe zu verweigern. Somit ist Staatswillkür ausgeschlossen. Die Initiative will, dass dieses grundsätzliche Recht abgeschafft wird. Es wird in ein für wenige, privilegierte geltendes Ausnahmegesetz mit Bedürfnisnachweis umgewandelt. Grundsätzlich wäre neu jeglicher Waffenbesitz verboten. Einzig wer ein Bedarf nachweisen kann, der kann einen Erwerbsschein erhalten. Muss aber nicht. Der Behördenwillkür ist hier Tür und Tor geöffnet.

    –> Ich kann nicht beurteilen, ob es sinnvoll ist mit Vorderschaftrepetierflinten zu Jagen, ob es sinnvoll ist mit Vorderschaftrepetierflinten Schiesssport auszuüben, Seriefeuerwaffen zu Sammeln, oder im Gesetz ein grundsätzliches Recht auf Waffenbesitz verankert zu haben.

    ABER ich kann es nicht gutheissen, dass diese Punkte in eine Initiative gepackt werden, in der es „nur“ im Verwahrung von Armeewaffen im Zeughaus gehen soll.

    Deshalb werde ich ein NEIN in die Urne legen.

  3. Alexander Limacher 24. Januar 2011 / 09:44

    gutes argumentarium, ary. ich gebe zu, ich habe meine ansicht zur initiative zu stark vom thema armeewaffe leiten lassen.

    Unter Punkt 3 der Initiative wird ein Verbot von Vorderschaftrepetierflinten, so genannten Pumpactions, gefordert. Begründet wird dies damit, dass diese Waffe weder von Sportschützen, noch von Jägern verwendet werden könne. Beides stimmt nicht. Zur Jagd ist diese Flinte zugelassen.

    das mag zwar sein, ist aber irrelevant. nach der annahme der initiative ist die pumpaction dann halt nicht mehr für die jagt zugelassen. ich verstehe nichts von der jagt, aber für mich gehen jäger jagen, damit ich dann im st. niklaus mein wildkarussell verdrücken kann. es kommen auch noch andere aufgaben hinzu (wildbestand, kranke viecher aussortieren, etc.). aber all das ist weiterhin möglich mit einer nicht von der initiative betroffenen jagdwaffe.

    Die Initianten behaupten, für „lizenzierte Sportschützen“ werden Ausnahmen gemacht. Dazu muss man jedoch wissen, was ein lizenzierter Sportschütze ist. Lizenziert ist ausschliesslich, wer beim SSV (Schweizer Schiesssport Verband) eine entsprechende Lizenz gelöst hat, und eine der wenigen, vom SSV angebotenen Schiesssportarten ausübt.

    was spricht dagegen, die von die aufgelisteten schiesssportarten in den ssv zu integrieren? vielleicht wird die eine oder andere schiessart geopfert. aber wenn wirklich ein bedürfnis besteht, ist sicherlich eine lösung zu finden. ausgenommen natürlich, der ssv würde sich querstellen …

    Eine Annahme der Initiative hätte unweigerlich die Enteignung von tausenden von Sammlern zur Folge!

    warum? eben hast du doch erwähnt, dass diese sammler eine teure bewilligung von der polizei einholen mussten und bereits jetzt kontrolliert werden. für all diese dürfte also kein problem bestehen. allenfalls haut’s einen sammler in die pfanne, der waffen sammelt, ohne diese bewilligung. aber der wäre dann auch selber schuld.

    Heute kennen wir in der Schweiz ein Waffengesetz, welches den Bürgerinnen und Bürgern ein grundsätzliches Recht auf Waffenbesitz einräumt. Wer die im Gesetz genannten Bedingungen erfüllt (nicht vorbestraft, keine Hinweise auf Fremd- oder Eigengefährdung, mündig, keine Vorstrafen, etc.), erhält von der Behörde einen Waffenerwerbsschein. Die Behörde hat bei Erfüllung der Bedingungen keine Möglichkeit, einem Bürger eine Waffe zu verweigern. Somit ist Staatswillkür ausgeschlossen. Die Initiative will, dass dieses grundsätzliche Recht abgeschafft wird.

    ich habe keinen bedarf, zu hause eine waffen zu haben. aber ich bin auch kein pazifist. es gibt da so theorien, die besagen, dass eine regierung vor- und umsichtiger agiert, wenn das volk bewaffnet ist (oder sein darf). ich halte das zwar in der heutigen zeit und in unserem land nicht mehr für massgebend, aber dennoch gehört es erwähnt. das problem in diesem punkt ist, wenn die initiaitve angenommen wird, ein viel kleinere gruppe waffen besitzen darf. hier stellt sich tatsächlich die frage, ob das klug ist.

  4. Ary 25. Januar 2011 / 11:04

    ich gebe zu, ich habe meine ansicht zur initiative zu stark vom thema armeewaffe leiten lassen.

    Das tun sehr viele, was ich falsch finde. Auch wenn du selbst dich nicht von der von mir aufgezeigten Perpektive umstimmen lässt, so könnte dies bei einigen Leuten der ausschlaggebende Punkt sein. Bei mir zumindest, ist es so.

    Da sind die Initiativgegner allerdings selber schuld, es wird immer nur von der „Armeefeindlichen Initiative“ und „Entwaffnung des Soldaten“ gesprochen, obwohl es viel bessere Argumente gegen die Initiative gäbe.

    das mag zwar sein, ist aber irrelevant. nach der annahme der initiative ist die pumpaction dann halt nicht mehr für die jagt zugelassen. ich verstehe nichts von der jagt, aber für mich gehen jäger jagen, damit ich dann im st. niklaus mein wildkarussell verdrücken kann. es kommen auch noch andere aufgaben hinzu (wildbestand, kranke viecher aussortieren, etc.). aber all das ist weiterhin möglich mit einer nicht von der initiative betroffenen jagdwaffe.

    Absolut richtig. Ich behaupte nicht, dass Jäger eine Pumpaction zum Jagen brauchen, oder brauchen müssen. Aber wo immer gesagt wird, für Jäger würde sich nichts ändern, führe ich dies als Gegenargument auf.

    was spricht dagegen, die von die aufgelisteten schiesssportarten in den ssv zu integrieren? vielleicht wird die eine oder andere schiessart geopfert. aber wenn wirklich ein bedürfnis besteht, ist sicherlich eine lösung zu finden. ausgenommen natürlich, der ssv würde sich querstellen …

    Die Initiative sagt: Das Gesetz regelt die Anforderungen und die Einzelheiten, insbesondere für:
    […]c. das Sportschützenwesentext[…]

    Das heisst sogar, das Parlament könnte die Definition eines Sportschützen vornehmen. Wichtig ist nur, dass man sich darum kümmert.

    eben hast du doch erwähnt, dass diese sammler eine teure bewilligung von der polizei einholen mussten und bereits jetzt kontrolliert werden. für all diese dürfte also kein problem bestehen.

    Das ist eine Fehlinterpretation deinerseits. Der Initiativtext:
    3 Besonders gefährliche Waffen, namentlich Seriefeuerwaffen und Vorderschaftrepetierflinten (Pump Action), dürfen nicht zu privaten Zwecken erworben und besessen werden.

    Waffen die gemäss Schweizer Verfassung nicht besessen werden dürfen, sind illegal, Bewilligung hin oder her. Das heisst, sobald die Initiative in Kraft tritt (was am Abstimmungstag ist). Sind alle Sammler die eine Pumpaction oder Seriefeuerwaffen besitzen, obwohl sie dafür Bewilligungen haben, illegale Waffenbesitzer, weil die Bewilligungen mit dem Abstimmungstag nichtig werden. Wenn Sie diese Waffen nicht besitzen dürfen, müssen sie abgegeben werden. Falls dies nicht gegen volle Entschädigung passiert (was ich mir eben nicht vorstellen kann), dann kommt das einer Enteignung gleich.

    Zu deinem letzten Punkt:

    es gibt da so theorien, die besagen, dass eine regierung vor- und umsichtiger agiert, wenn das volk bewaffnet ist (oder sein darf).

    Diese Theorien gibt es, es lassen sich aber Beispiele finden die dafür, und Beispiele die dagegen sprechen. Es ist jeweils schwierig solche Theorien empirisch zu überprüfen, da sich der Effekt nur dieses einen Faktors (Waffenbesitz) schwer isoliert messen lässt. Darum geht es mir nicht einmal. Sondern mehr darum, dass unser Waffengesetz von Grund auf verändert wird, und die meisten Leute die abstimmen werden, dies nicht einmal merken.

    Auch dies ist meiner Meinung nach aber ein Fehler der Initiativgegner.

  5. Alexander Limacher 25. Januar 2011 / 11:54

    Auch wenn du selbst dich nicht von der von mir aufgezeigten Perpektive umstimmen lässt

    das letzte wort ist noch nicht gesprochen.

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