Bye bye Billag!

Nochmal kurz zur Erinnerung. Wir Schweizer schieben der geschützten Werkstatt SRG jährlich 462 Franken in den Arsch, damit sie uns mit so Blödsinn wie „K(r)ampf der Chöre“ oder „Nacht(sch)wach(sinn)“ auf einen anderen Kanal scheuchen, so dass wir das Programm, für welches wir ja eben diese 462 Hämmer jährlich hinblättern, gar nicht mehr sehen wollen. Und wenn wir uns dann doch mal was vor die Linse führen möchten, fängt die ausgewählte Sendung regelmässig mit 5 bis 10 Minuten Verspätung an, weil sie uns zuerst noch eine ganze Menge Werbung vor den Latz knallen. Das Schweizer Fernsehen ist mittlerweile beinahe der einzige Dümpelsender, der diese Abart noch praktiziert. Nicht einmal mehr die Privaten tun das.

462 Schweizer Franken jährlich für Verspätungen und Pannen. Kaum eine Livesendung, sei es im Sport- oder Unterhaltungsbereich flimmert ohne eine Panne über die Bildschirme. Das Programm und die Qualität des Schweizer Fernsehen ist diesen Betrag schlicht nicht wert. Abgesehen davon, dass noch über 70 Millionen überschuss in der Billag-Kasse herumliegen, die niemandem verteilt werden können – aber wir Deppen habens schon mal vorbezahlt. Trotzdem flattern uns die nächsten Billag-Bettelbriefe in den Briefkasten.

Der Sonntagsblick fragte seine Leser in einer Online-Umfrage: „Ist Ihnen das Schweizer Fernseh- und Radioprogramm 462 Fr. im Jahr wert?“ Das Ergebnis war vernichtend:

Die 93 Prozent Nein-Sager entsprechen übrigens 19464 Personen. Nur 1431 Leutchen fanden die Gebühren gerechtfertigt, was noch nicht mal der SRG-Belegschaft entspricht. Die Umfrage zeigt, obwohl nicht representativ, ein klares Bild. Seit die Billag die Zwangsgebühren nur noch einmal pro Jahr eintreibt, motzen täglich über 12’000 Personen per Telefon, was dazu führte, dass mehr Personal eingestellt werden musste.

Darum jetzt aktiv werden und die Petition auf http://www.gebuehrenmonster.ch/ unterschreiben! Die Petition verlangt, dass

  • die Radio- und TV-Gebühren 200 Franken pro Jahr reduziert werden
  • sämtliche Einsparungen der Billag (aktuell 10 Mio.) und alle nicht ausbezahlten aber schon eingetriebenen Gelder (aktuell fast 70 Mio.) an die Gebührenzahler zurückerstattet werden
  • Personen und Haushalte, sowie Firmen, welche nachweislich kein Radio oder TV konsumieren, von der Gebührenzahlung befreit werden

Die Petition ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Mir persönlich geht sie jedoch zu wenig weit, aber jede Unterschrift zählt. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Billag und die Gebühren abgeschafft werden müssen. Auf den lausigen Service Public, welchen die SRG serviert, kann verzichtet werden. Private könnten das besser, regionaler, schneller und kostengünstiger, würden sie nicht von der Monopolistin SRG blockiert.

Feindbild Raucher

Bekanntlich gibt es seit dem 1. Mai 2010 in der Schweiz ein neues gesellschaftliches Feindbild. Raucher. Es ist uns untersagt, in Restaurants, Bars und anderen öffentlich zugänglichen Orten eine Zigarette zu geniessen. Wir werden entweder in oftmals miserabel belüftete kleine Kammern gesperrt oder man jagt uns bei klirrender Kälte vor die Tür. Das positive an der Sache ist, dass man dadurch definitiv weniger oft an der Zigi zieht als zuvor und die Sache mit der Kälte wird sich spätestens in Zeiten besserer klimatischen Verhältnisse wieder etwas relativieren. Aber trotzdem ist es nun politisch korrekt geworden, den Raucher zu kriminalisieren.

Freilich, es muss nicht sein, dass überall gequalmt werden darf. Es kotzt mich aber an, dass inzwischen einfach überall gegen Raucher gehetzt wird. Sogar an fasnächtlichen Grossveranstaltungen werden wir mittlerweile wie Aussätzige behandelt. Rauchen ist ein Schwerverbrechen. Bei guter Stimmung mit netten Leuten am Tisch sitzen, ein Kafi-Zwätschge süffeln, lustig sein und ab und zu eine Zigi rauchen gehört manchmal einfach zusammen. Leider wird das heute von übereifrigen Veranstaltern unterbunden. Die Raucher werden an den Rand des Events gedrängt, sind nicht mehr gedulet, unerwünscht.

Ja, man kann die Veranstaltung verlassen, ohne nach Rauch zu stinken. Ich muss aber im Anschluss nach wie vor mein Schuhwerk chemisch reinigen lassen, weil ich beim Toilettengang über verpisste, verkotzte und sonstig verdreckte WC-Böden waten muss, um mein Geschäft zu verrichten. Aber eben: das Pissoir beim Pinkeln verfehlen ist lange nicht so schlimm wie eine Zigarette rauchen.

Ja zur Waffenschutzinitiative

Keine Armeewaffen mehr zu Hause. Es gibt tatsächlich kein vernünftiges, brauchbares oder zählbares Argument, was für die Aufbewahrung der Armeewaffe eines aktiven Soldaten sprechen würde. Ja es gibt noch nicht einmal einen wirklichen Grund, dass jeder Soldat eine persönliche Waffe benötigt. In den WK einrücken, Flinte fassen, damit spielen, Föhn abgeben, heimfahren. Wo liegt das Problem?

Auch das Obligatorische ist inzwischen überholt. Der Ausbildungsnutzen liegt quasi bei Null und den Umgang mit der Waffe erlernt oder festigt der Soldat auch nicht, wenn er einmal im Jahr 20 Erbsen im Schiessstand gen Zielhang spickt. Es gibt keinen militärischen Grund, die Waffe zu Hause im Kleiderschrank zu lagern. Damals, vor 30, 40, 50, 60 Jahren war das eine super Idee. Damals war aber auch eine andere Zeit. Heute ist nicht mehr mit einer Generalmobilmachung zu rechnen. Die Gefahrenlage hat sich verändert.

Aber man darf sich nichts vormachen. Wird die Initiative angenommen, wird die Zahl der Suizide nicht merklich zurück gehen. Menschen, die nicht mehr leben wollen, finden andere Wege. Auch verhindert die Initiative nicht, dass sich kriminelle Elemente Schusswaffen besorgen können. Auf der anderen Seite jedoch sehe ich weder einen Vertrauensbruch zum Soldaten oder zum Bürger, wenn er keine persönliche Waffe mehr hat.

Anders sieht es beim Schiessen als Breitensport aus. Eine Mehrheit der Schützen geht seinem Hobby mit der Armeewaffe nach. Ich bin aber überzeugt, dass für diese Leute eine annehmbare Lösung gefunden werden kann – genau so wie für die vielen passionierten Jäger.

Ich jedenfalls lege ein Ja in die Urne.