Pokerturniere nur noch im Casino

Die Schweizer Pokerszene ist geschockt: Das Bundesgericht verbietet Poker-Turniere ausserhalb von lizenzierten Casinos. Auf den ersten Blick könnte man wirklich geschockt sein. Doch ganz so schlimm ist es nicht.

Das Bundesgericht verbietet lediglich das Organisieren von gewerbsmässigen Pokerturnieren. Im Urteil heisst es an zwei Stellen explizit:

Nicht öffentliche Pokerturniere von „Texas Hold’em“ um Geld oder eine geldwerte Leistung im Freundes- oder Familienkreis sind ebenso zulässig wie entsprechende Jassturniere; nur im Rahmen von Casinos kann jedoch gewerblich bzw. öffentlich gepokert werden.

und

Das gelegentliche Glücksspiel um Geld oder vermögenswerte Vorteile „im Familien- und Freundeskreis“ fällt nicht unter das Gesetz (…)

Es ist also nach wie vor möglich, im privaten Bereich ein paar Freunde einzuladen und ein Turnier mit Echtgeld-Buy-In zu veranstalten. Ganz so tragisch ist der Entscheid der Bundesrichter also nicht. Mir genügt es, ab und zu mit Kumpeln zu spielen.

Die Lausanner Bundesrichter haben erwogen, dass der Glücksfaktor beim Poker höher einzustufen ist als Geschicklichkeit, Mathematik, Schauspiel und Psychologie. Natürlich könnten viele Gegenargumente ins Feld geführt werden, welche die getroffene Erwägung wieder relativieren. Dem Bundesgericht fehlt allerdings die wissenschaftliche Grundlage, welche begründet, dass der Glücksfaktor geringer zu bewerten ist als Geschicklichkeit und Taktik.

Wie schon gesagt, mich stört dieses Urteil wenig, auch wenn ich die Meinung der Richter nicht teile.

1 Response

  1. Dani 2. Juni 2010 / 12:54

    Stört mich persönlich auch nicht. Da ich mit meinen Freunden einmal pro Monat privat ein Pokerturnier veranstalten. Doch diese Verbotitiswelle die die Schweiz erfasst, geht mir langsam aber sicher auf den Sack.

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