Verbot von Kaugummi-Zigaretten

Eigentlich gehört das ja schon fast in die Rubrik „Die Welt spinnt“. Nachdem die Gesundheitsappostel in der Schweiz und anderen Ländern inzwischen erfolgreich die Raucher kriminalisiert und aus praktisch allen öffentlich zugänglichen Lokalitäten verbannt haben, weitet die WHO den Kreuzzug gegen den Rauchgenuss auf den Spielplatz aus. Die uns allen bekannten Kaugummi-Zigaretten sollen gemäss der WHO-Konvention für die Tabakprävention vom Markt verschwinden und verboten werden.

Eine Studie aus den USA will bewiesen haben, dass Kaugummi-Zigaretten kauende Kidz später eher zum Rauchen neigen, als jene, die explizit auf diese Kaugummi Form verzichteten. Die Kinder würden dadurch spielerisch den Umgang mit Zigaretten lernen und somit quasi zum rauchen angelernt, wie sich ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz zum Thema äussert. Der Studienleiter der amerikanischen Studie ist sogar der Auffassung, dass die Kinder beim Konsum von Kaugummi-Zigaretten hellhörig auf Tabakwerbung werden, noch lange bevor sie selber rauchen können. Der Schweizer Konsumentenschutz findet es sogar paradox, dass überall Tabakprävention betrieben wird, unsere Jünglinge aber Süssigkeiten in Zigarettenform kaufen können.

Konsequenterweise müsste man zusätzlich zu den Kaugummi-Zigaretten noch vieles andere verbieten. So dürften beispielsweise keine Spielzeugwaffen mehr hergestellt werden, denn dadurch lernen die Kinder spielerisch den Umgang mit diesen Geräten. In Zeichentrickfilmen dürfte der Hase nie mehr den Finger in den Gewehrlauf des Jägers stecken, um diesem eine schwarze Birne zu verpassen, denn so eine Szene verharmlost die Gefahr von Feuerwaffen auf spielerische Art. Fisher-Price müsste auch die Herstellung von Kinder-Telefonen einstellen, da besonders die Mädchen dadurch spielerisch zum Vieltelefonieren verleitet würden, was sich während der Pubertät zu einer wahrhaften Sucht entwickeln könnte und das allseits beliebte Brettspiel „Monopoly“ darf nicht mehr gezockt werden, weil Kinder dadurch spielerisch zu spekulativem und geldgierigem Handeln genötigt werden könnten. „Putsch-Auto-Fahren“ auf der Kilbi darf auch nicht mehr angeboten werden, weil den Kindern so vorgegaukelt wird, das absichtliche Rammen eines Autos mit dem Seinigen sei folgenlos aber spassig, was wiederum die Heranzucht von Rasern oder unachtsamen Autofahrern begünstigt.

Es ist wirklich eine arme Welt, in welcher wir unseren Sprösslingen nicht mehr den Unterschied zwischen Fiktion und Realität sowie echt und unecht glaubhaft erklären können und unser Nachwuchs zusehens verblödet.

Die Konvention der WHO zur Tabakprävention wurde von der Schweiz übrigens schon vor sechs Jahren unterzeichnet. Bislang wurde sie aber noch nicht ratifiziert, somit fehlen noch die entsprechenden Gesetze, um den Verkauf der „Chätsch-Zigis“ zu verbieten. Zum Glück hat die gesamte Welt aktuell gerade andere Probleme zu lösen, als Kaugummi-Zigaretten zu verbieten.

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