Ich picke gerne Rosinen

Die Griechen sind pleite. Der Euro ist auf Talfahrt. Den endgültigen Absturz der Gemeinschaftswährung verhindern kann nur noch ein milliardenschweres multilaterales Hilfspaket – denken sich die politischen Quetschbirnen der Europäischen Union jedenfalls. Alle sollen mithelfen, den Euro zu retten. Auch die Schweiz. So zumindest fordern es gewisse Politiker aus Österreich. Sie haben die Schnauze voll von der schweizer Rosinenpickerei.

Tja, Pech gehabt Leute. Wärt ihr nicht blindlings und leichtgläubig in die EU-Falle getorkelt, ständet ihr jetzt nicht vor diesem sozialistisch anmutenden Scherbenhaufen. Während diverse EU-Nationen ihr Geld verschleuderten wie die Matrosen auf Landurlaub, hat die Schweiz fleissig gespart und dank einer sinnvollen und nachhaltigen Finanzpolitik Auslandschulden im Betrag von beinahe 20 Milliarden Franken abgebaut. Wichtig zu wissen ist aber, dass die besagten Matrosen bloss Geld ausgegeben haben, welches sie auch im Sack hatten – im Gegensatz zu den EU-Staaten. Ihr hättet also gut daran getan, zuerst in Eurem eigenen Land  aufzuräumen, statt Zeit und Geld in dieses zweifelhafte, von linken Ideologien geprägte Projekt zu stecken.

Das Kartenhaus „Europäische Union“ bricht zusammen. Und wie es nicht anders zu erwarten war, plärrt man aus der Eurozone erneut die Schweiz an und fordert Geld. Warum? Die ganze Misere ist auf Eurem Mist gewachsen. Löst gefälligst das Problem auch selber. Trotz der Tatsache, dass die Schweiz kein Mitglied dieser Union ist, zahlen wir kräftig mit. Wir haben die Kohäsionsmilliarde gezahlt, blechen für Schengen, Bildungsprojekte, Kulturförderung und drücken sogar noch freiwillig Kohle für die Friedenseinsätze im ehemaligen Jugoslawien ab. Auch für die Mitgliedschaft im IWF haben wir zu zechen. Somit werden auch finanzielle Mittel aus der Schweiz in die Griechenland-Hilfe fliessen. Trotzdem mehr Schotter zu verlangen, ist eine Frechheit und zeugt von eigener Unfähigkeit!

Aber abgesehen davon lasse ich mich gerne als „Rosinenpicker“ beschimpfen. Die aktuelle Eurokriese zeigt mal wieder, dass wir im Gegensatz zu den anderen in Europa nicht alles falsch gemacht haben. Denn grundsätzlich haben wir unser Land im Griff. Und wir hätten die Lage noch besser im Griff, wenn sich auch der Bundesrat mal wieder an die Eier greifen und Selbstbewusstsein demonstrieren würde. Das Projekt EU ist gescheitert!

3 Responses

  1. St3v3 18. Mai 2010 / 19:42

    Also der Vorwurf aus Österreich ist sicher nicht gerechtfertigt, dennoch sollte man in der Schweiz nicht vergessen dass man nicht so Isoliert ist wie man das gerne hätte. Die Schweiz ist keine Insel und wenn es der Europäischen Gemeinschaft an die Wäsche geht dauert es nur ein klein wenig länger bis es am ende auch die Schweiz erreicht. Die schweizer Wirtschaft hängt am Export, am Tourismus und am import von Devisen und all dies geht nur mit einem gesunden Ausland um das Inland.
    Also vergiss nicht Du „Rosinenpicker“ in manchen Gegenden nennt man sowas Erbsenzähler.

  2. odin 18. Mai 2010 / 21:02

    Das was Herr Cap sagte ist eine verdammte Frechheit und dazu noch blanker Unsinn!! Wir sind keine Rosinenpicker!! Wir zahlen in der Tat schon viel über den IWF für die Griechen. Das doppelte als Österreich. Wir zahlen dann überdies auch schon lange für die osteuropäischen EU-Länder Milliardenbeträge für deren wirtschaftliches und gesellschaftliches Fortkommen ( Kohässionsgelder ). Weiter bezahlen wir auch viel für die UNO, OSZE und die Friedensmission auf dem Balkan. Wir stellen auch Tuppen dazu trotz unserer Neutralität. Dann zahlen wir auch zusammen mit der EU für die palästinensischen Gebiete hunderte von Millionen Schweizer Franken.

    Im Verhältnis zur Bevölkerung hat die Schweiz dann auch immer mehr Flüchtlinge aufgenommen als Österreich und andere EU-Länder. Gemeinsam mit den Österreichern sind wird dann auch das stark beanspruchte Transitland für den Nord-Süd Verkehr vieler EU Länder. An unsere nationale Alpentranversale zahlt die EU dann auch nichts. Die Hauptnutzniesser unsere Transitrouten sind aber schon heute die EU-Staaten. Nicht zu vergessen das wir im grenznahen Ausland die Eisenbahnnetze helfen mit auszubauen und auch zu finanzieren. Weil wir dann so EU feindlich sind wollen dann so viele EU Bürger bei uns leben…

    Wer ist jetzt der Rosinenpicker?? Würde die EU uns in der Not auch helfen??

    Finanzminister Pröll hat sich entschieden gegen den Vorschlag seitens der SPÖ ausgesprochen, die Schweiz in den Euro-Rettungsschirm einzuspannen. Die Schweiz zahle bereits derzeit über den Internationalen Währungsfonds (IWF) doppelt so viel wie Österreich, und man sollte „nicht einseitig versuchen, die Schuld auf andere abzuwälzen“….

  3. Alexander Limacher 19. Mai 2010 / 09:39

    Wer ist jetzt der Rosinenpicker?? Würde die EU uns in der Not auch helfen??

    solange wir nicht mitglied sind, wohl kaum. man hat ja erlebt, was die eu im fall göldi gemacht hat.

    Die schweizer Wirtschaft hängt am Export, am Tourismus und am import von Devisen und all dies geht nur mit einem gesunden Ausland um das Inland.

    es soll ja nicht heissen, dass die eu vor die hunde gehen soll. aber die sollen die selbstverursachten probleme auch selber lösen. aber es spricht für die links-kommunistische politik der eu. selber nichts im griff, das geld mit der schneeschaufel ausgeben und wenn keins mehr da ist holt man’s sich vom kleinen nachbarn, der seine hausaufgaben gemacht hat. nur schon der gedanke daran ist widerlich. abgesehen davon rate ich unserer industrie, sich vermehrt nach aussereuropäischen märkten umzusehen …

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