Ab 1. Mai stinkts im Ausgang

1. Mai? Klar, was das für ein Datum ist? Ab dann zählt das nationale Rauchverbot. In allen Restaurants, Bars, Clubs darf nicht mehr gepafft werden. Darauf freuen sich die Nichtraucher schon wie die Maikäfer. Aber die werden sich noch wundern.

Der von den Nichtrauchern so verfluchte blaue Dunst hat nämlich eine ganz besondere Eigenschaft. Er überdeckt andere Gerüche. Ja wirklich, das kann er, das hat er geübt. Künftig werden die rektalen Winde der anderen Gäste ebenfalls ihren Beitrag zur Atmosphäre im Lokal leisten und wir werden Bekanntschaft mit allen möglichen Ausdünstungen machen.

Aber nicht nur die ekligen Düfte werden uns künftig beschäftigen. Da wohl in zahlreichen Gaststätten wegen des ausbleibenden Zigarettenrauchs die Lüftungen energiesparenderweise zurückgeschraubt werden, düfte uns der Geschmack des Essens beispielsweise dank den geruchseinverleibenden Eigenschaften userer Textilien noch längere Zeit in Erinnerung bleiben.

Tja, da kommen wahrhaft dufte Zeiten auf uns zu …

Und jetzt hacken alle auf den Behörden herum

Jetzt geht’s los, das grosse Lamentieren wegen dem behördlich verordneten Flugverbot über Europa. Natürlich, die Ausfälle waren ärgerlich. Aber was wäre geschehen, wenn man nichts unternommen hätte und plötzlich da und dort ein Airliner wegen defekten Triebwerken vom Himmel gefallen wäre? Alle hätten sie ein sofortiges Flugverbot verlangt und die Behörden wären wiederum im Zentrum der Kritik gestanden, weil sie nichts unternommen hätten. Und das schlimmste: es wären viele Menschen gestorben.

Kein Verständnis habe ich auch für die Fluggesellschaften, die jetzt beim Staat nach Geld hecheln. Diese Firmen haben sich der Luftfahrt verschrieben und da bestehen gewisse Risiken. Es liegt in der Verantwortung der Airlines, auch gegen „unvorhersehbare“ Risiken in irgend einer Form gewappnet zu sein. Das Fluggeschäft ist eben nicht ein rein ökonomisches Business. Oder kann ich den walliser Bergführer auch verklagen, weil er mit mir wegen schlechtem Wetter nicht auf’s Matterhorn kraxeln will?

Eines kann man den Amtsschimmeln aber dennoch vorwerfen: wieso wartete man so lange mit Messungen und Untersuchungen bezüglich der Asche? Dies hätte umgehend geschehen sollen. Schliesslich wusste niemand genau, wie sich die Partikel auf die Düsentriebwerke auswirken würden. Man darf sogar davon ausgehen, dass man es auch heute noch nicht weiss. Solche Fragen müssen jetzt unbedingt geklärt werden, denn noch hat der Vulkan nicht aufgehört zu spucken.

Wenn’s mit dem Fliegen Asche ist

In Island spuckt ein Vulkan etwas Asche in die Luft und kurze Zeit später können Flugzeuge nicht mehr fliegen. Nach und nach wurden verschiedenste Flughäfen geschlossen. Inzwischen sind auch die schweizer Flughäfen dicht. In beinahe ganz Europa ist’s aus mit der Fliegerei.

Natürlich, für die betroffenen Passagiere ist das nicht angenehm. In diversen medialen Berichterstattungen über die Situation an den geschlossenen Flughäfen wird immer wieder geschildert, dass Fluggäste wegen der Situation mit Unverständnis und Wut reagieren. Solche Reaktionen wiederum sind für mich unverständlich. Die Vulkaneruption ist ein aussergewöhnliches Ereinigs, welches aussergewöhnliche Konsequenzen nach sich zieht. So ist das halt, da kann man nichts machen. Bis sich die Situation wieder normalisiert, wird es noch einige Tage dauern.

Ich frage mich, auf wen jetzt die verärgerten Passagiere wütend sind. Ja, ich frage mich sogar, wieso man überhaupt verärgert ist. Der isländische Aschespucker zeigt nun mal wieder eindrücklich auf, dass die Menschheit der Natur einfach ausgeliefert ist. Das ist so. Da kann man nichts machen.

Wütende Passagiere wegen Schliessung der Lufträume aus Sicherheitsgründen … einfach lächerlich!

Cédric Wermuths Ode an die SVP

Freitag, 9. April 2010. Ein wahrlich historisches Datum. In der Arena diskutiert man darüber, weshalb die SP stetig Wähler verliert und die traditionellen Mitteparteien quasi in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Ganz nach dem Motto der Sendung „Alle gegen die SVP“ warf der Schwellen-Ruedi (Ruedi Aeschbacher), Nationalrat der EVP, der Volkspartei Populismus vor und nur deshalb konnte sie ihre Wählerstärke behalten und weiter ausbauen. Ich, aber auch der wie immer viel zu viel quasselnde Moderator Reto Brennwald, trauten unseren Ohren nicht. Cédric Wermuth verteidigte die SVP in Punkto Populismus und anerkannte, dass diese Partei die Anliegen des Volkes oder eben der Basis kenne und darauf eingehe. Er gestand ein, dass dies seine Partei zu wenig, und speziell FDP und CVP dies seit Jahren eben überhaupt nicht mehr tun. Wahnsinn! Obwohl ich denke, dass man in diese Aussage nicht zu viel hineininterpretieren darf, macht sich doch etwas Hoffnung breit, dass eben diese „Einfach gegen die SVP“-Strategie der Mitte und der Linken während den letzten Jahren vielleicht doch etwas an Bedeutung verlieren könnte.

Während der ersten Hälfte der Sendung ging es bei allen Beteiligten bloss darum, aus Prinzip gegen die SVP zu schiessen. Besonders dumm stellte sich die Vertreterin der CVP, Brigitte Häberli, an. Während sie ständig allen Leuten ins Wort fiel (eine Abart, die ich parteiunabhängig einfach nur unglaublich verachte) ist sie tatsächlich noch der illusorisch realitätsfremden Ansicht, dass die Mitte, namentlich die CVP natürlich, die Hauptarbeit bei der Lösungssuche bei politischen Problemen leistet. Faktisch macht die CVP aber nichts anderes, als die beiden Pole zuerst gegeneinander prallen zu lassen und sich dann derjenigen Seite anschliesst, denen sie mehr Chancen bei den Abstimmungen zutraut. Am Schluss spielt sie sich dann ständig als grosse Abstimmungsgewinnerin auf … und verliert Wahl für Wahl. SVP-Präsident Toni Brunner konnte all diesen haltlosen Beschuldigungen von allen Seiten aber gekonnt Paroli bieten.

Interessanter als das allmählich ausgelutsche SVP-Bashing waren die Einwürfe des grünliberalen Martin Bäumle. Obwohl er eigentlich vom Links-Mitte-Rechts-Denken weg möchte, sieht er seine Partei doch eher in der Mitte angesiedelt. Die kleine grünliberale Fraktion ist auf die Hilfe anderer Parteien angewiesen, um ihre Anliegen durchzubringen. Bäumle kritisiert quer durchs Band sämtliche Parteien. Gleichzeitig aber sieht er quer duchs selbe Band Positives bei den Parteien. Das ist noch nichts Spezielles. Was ihn aber von einer CVP oder FDP abhebt: er steht dazu. Wie die Grünliberalen künftig politisieren, wie sie sich positionieren und wie sich die Partei entwickelt, darf durchaus mit Interesse beobachtet werden.

Doch zurück zum Wettkönig Wermuth. Ich kann nicht abstreiten, dass er für mich in der heutigen Arena einen guten Eindruck hinterlassen hat. Zwar hat er und vor allem seine Partei noch immer viele ziemlich abstruse Ideen, aber heute glaubte ich fast daran, dass man mit ihm sachpolitisch zusammenarbeiten könnte. Mal sehen …