Weg mit dem Zölibat

In letzter Zeit werden immer wieder Geschichten um Kindsmissbräuche in der Katholischen Kirche publik. Es scheint fast so, als ob Priester, Mönche, Klosterbrüder und andere Vertreter dieser keuschen Glaubensgemeinschaft fast täglich irgendwelchen jungen Buben hinterherjagen und sich mit ihnen sexuell vergnügen. Das alleine ist grundsätzlich schon eine Sauerei! Doch die offizielle Kirche ist sich noch immer nicht einig, wie man gegen diese Perversitäten vorgehen soll.

Da gibt’s Ideen von schwarzen Listen, auf denen jene vermerkt sind, welche sexuelle Übergriffe begangen hatten. Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz findet das jedoch unnötig und schiebt die Verantwortung an die einzelnen Bistümer ab. Womöglich hat er Angst, seinen Namen selber auf besagter Liste wiederzufinden. Andere wollen die Ausbildung der Geistlichen verbessern und auf die Thematik des sexuellen Missbrauchs präventiv eingehen. Aber wirklich vorgehen will die Kirche nicht, obwohl der Papst in seinem Hirtenbrief schreibt: „Erkennt eure Schuld offen an, unterwerft euch den Forderungen der Justiz …“. Das geht zwar in die richtige Richtung, doch hätte ich vom Heiligen Vater erwartet, dass er dafür sorgt, dass sich die Delinquenten nicht selber stellen sollen, sondern das die Kirche als Organisation dies tut und die „Söiniggel“ vor den weltlichen Kadi zerrt. Vor dem Gesetz sind alle gleich – auch die Frommen!

Weg mit dem Zölibat!

Sind wir doch mal ehrlich. Jeden überkommt mal die Lust. Es gibt Leute, die drehen schon nach einigen Wochen ohne Sex durch. Jetzt muss man sich mal einen Pfarrer vorstellen, der seit seiner Weihe schon jahrelang nie mehr ran durfte. Und sich immer bloss selber am Zipfel rupfen (lassen), dürfte ihnen mit der Zeit auch nicht mehr die Linderung verschaffen, welche man sich so vorstellt. Ich bin überzeugt, wenn man auch als Geistlicher den weltlichen, fleischigen Gelüsten frönen darf, werden sexuelle Übergriffe massiv zurück gehen. Ausserdem steht es doch auch in der Bibel: „Liebet und vermehret Euch“. Was also soll diese selbst auferlegte, völlig sinnlose Enthaltsamkeit? Weg damit!

5 Responses

  1. Dani 22. März 2010 / 20:09

    Ich bin zwar auch dafür, dass das Zölibat abgeschafft wird. Doch ob wir das noch erleben? Mmhhhh.
    Was die sexuelle Übergriffe betrifft ist es aber zu einfach, das nur dem Zöibat in die Schuhe zu schieben.
    Die meisten sexuelle Übergriffe an Kinder und Jugendliche passieren immer noch in den eigenen vier Wänden, also in der Familien selbst. Und da herrscht kein Zölibat. Also zuerst überlegen…

  2. Alexander Limacher 22. März 2010 / 20:53

    Die meisten sexuelle Übergriffe an Kinder und Jugendliche passieren immer noch in den eigenen vier Wänden, also in der Familien selbst. Und da herrscht kein Zölibat. Also zuerst überlegen…

    das stimmt zwar, ist aber nicht das thema.

  3. tin 23. März 2010 / 02:39

    so, als ob Priester, Mönche, Klosterbrüder und andere Vertreter dieser keuschen Glaubensgemeinschaft fast täglich irgendwelchen jungen Buben hinterherjagen und sich mit ihnen sexuell vergnügen

    Diesen Eindruck "fast täglich" verdanken wir unseren Medien, die zur Zeit eine Hexenjagd veranstalten – aber er ist ganz sicher falsch.

  4. odin 23. März 2010 / 19:31

    Sind wir nicht heiliger als der Papst ??

    Die Taten sind aufs schärfste zu verurteilen und zu ahnden. Die katholische Kirche muss noch mehr in die Pflicht genommen werden.

    Wahrscheinlich gibt es weitaus mehr Geistliche, die bei erwachsenen und käuflichen Geschöpfen ihre Bedürfnisse befriedigen, als bei Minderjährigen und Ministranten. Aber schwer zu sagen ob das Zölibat wirklich den Kindesmissbrauch fördert. Es gibt ja keine Statistiken oder keine Zahlen dazu extra erhoben bei den Katholiken. Auch nicht wie es bei den Katholiken wäre ohne dieses Zölibat in Fällen die in die Statistik kommen. In Schulen und Vereinen gibt es auch viele sexuelle Übergriffe. Auch hier gibt es viele Mitwisser, die man gleichermassen wie den Papst kritisieren könnte.

    Ich möchte dann mal wissen ob es bei anderen Religionen nicht auch solche Missbräuche gibt?? Bei einer anderen Religion gibt es immerhin eine zentrale Figur in deren Schrift, die Kindesmissbrauch bagatellisiert oder sogar befürwortet.

    Ich glaube das es auch in anderen Religionen und deren Religionstätten solche Vorfälle gibt. Nur wird das dort noch mehr unter dem Deckel behalten als bei uns. Dort wird das in patriarchalischen Strukturen kaum in den Medien thematisiert. Die Opfer dann sogar oftmals aus Scham getötet. Ich lese gerade ein Buch über eine etwas rückständige Religionsgemeinschaft. Dort ist belegbar, dass in Grossbritannien sogar ein Klerus offen den sexuellen Kindesmissbrauch legitimiert, propagiert und sich auf seine Religion beruft. Einfach nur widerlich. Aber Hauptsache man hackt nur immer auf den Katholiken herum.

  5. Alexander Limacher 24. März 2010 / 08:53

    … schwer zu sagen ob das Zölibat wirklich den Kindesmissbrauch fördert.

    jedenfalls trägt es auch nicht zum gegenteiligen bei.

    Aber Hauptsache man hackt nur immer auf den Katholiken herum.

    wen wunderts, nachdem die bösen katholiken die minarette gebodigt haben …

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