Rätselhafte Einbürgerung von Eduardo Frei

Eigentlich ist es mal wieder eine absolut lachhafte Geschichte. Chiles Präsidentschaftskandidat Eduardo Frei ist Schweizer Bürger. Abgesehen davon, dass er aktuell auch schon als Senats-Präsident amtiert und früher schon mal Staatspräsident war (2000 bis 2006), würde ich mich als Chilene wirklich fragen: „Wieso zum Teufel soll ich einen zum Präsi machen, wenn er noch nicht einmal hundertprozentig zu meinem Land steht?“. Denkt er vielleicht über den Plan B beim Verlieren des Wahlkampfes nach? Vielleicht muss er ja Chile plötzlich ganz schnell verlassen – und da ist die sichere Schweiz ein perfektes Exil.

Wie funktioniert das überhaupt?

Eduardo Freis Grossvater emigrierte 1905 aus dem Toggenburg nach Chile. Man muss also ganze drei Generationen zurück marschieren, um eine Verbindung zur Schweiz herstellen zu können. Offensichtlich wurde in diesem Fall eine Wiedereinbürgerung vorgenommen, welche das Bundesamt für Migration in alleiniger Kompetenz erledigen kann – sogar bis hin zur Zusicherung des Bürgerrechtes der Gemeinde. Im vorliegenden Fall wusste die ehemalige Wohngemeinde (Nesslau-Krummenau, SG) von Opa Frei nichts von diesem Verwaltungsakt sondern erfuhr wohl durch die Medien, dass die Kommune jetzt plötzlich ein neues Mitglied hat.

Eine Wiedereinbürgerung bei Verlust des Schweizer Bürgerrechtes wegen Geburt im Ausland ist grundsätzlich möglich. Gemäss Bundesgesetzt über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechtesmüsste ein allfälliges Gesuch jedoch innert 10 Jahren gestellt werden. Sollte diese Frist abgelaufen sein, muss der Gesuchsteller eine enge Verbundenheit mit der Schweiz nachweisen können, um trotzdem ein Gesuch einreichen zu können. Bleibt aber die Frage offen, wo denn eine enge Verbundenheit eines chilenischen Präsidentschaftskandidaten und Nachfahre eines Schweizers in dritter Generation zur Schweiz vorhanden sein soll.

Verwaltungsakt

Fragwürdig ist laut einem Artikel auf Tagesanzeiger-Online auch Eduardos Motivation für den Erlang des Schweizer Passes. Beim Besuch im Jahre 2006 einer Schweizer Delegation in Chile habe Frei die Delegationschefin wohl eher als Jux nach einer Einbürgerung gefragt. Als er dann, nachdem ihm alle Formulare zugestellt und er sie ausgefüllt retourniert hat, den positiven Einbürgerungsentscheid erhielt, war er mächtig überrascht.

Dies zeigt klar auf, dass Eduardo Frei gar nicht wirklich Schweizer werden wollte. Warum auch, er hat schlicht keine Verbundenheit mit der Schweiz, spricht unsere Sprache nicht und hat die Schweiz nur selten und in den letzten Jahren gar nicht mehr besucht.

Peinlich

Die Einbürgerung von Eduardo Frei ist eine absolute Peinlichkeit. Frei wurde offenbar bloss eine Gefälligkeit erwiesen, die er selber mit grösster Wahrscheinlichkeit gar nicht wirklich einfordern wollte. Und falls doch, dann interessiert mich die Gegenleistung, welche er wem für den roten Pass erbringen muss.

Noch schlimmer ist allerdings, dass solche Einbürgerungen einerseits vom Bund alleine und andererseits sogar ohne das Erfüllen der wesentlichen Voraussetzungen vollzogen werden kann. So oder so schreit diese Geschichte nach einer ausführlichen Aufklärung durch die Justizministerin. Ausserdem verlange ich, dass diese Einbürgerung bis zur Klärung deren Rechtsgültigkeit für ungültig erklärt wird. Sollte dann tatsächlich ans Licht geführt werden, dass es sich dabei bloss um einen Gefallen handelte (was stark zu vermuten ist), müssen Köpfe rollen!

Ticketcorner schon nach 15 Minuten ausgeschossen

Diesmal gings sogar noch schneller als vor einem Jahr, als nach 29 Minuten das Hallenstadion ausverkauft war. Nach weniger als 15 Minuten gabs beim Ticketcorner keine Eintrittslegitimationen mehr für das mit rund vier mal mehr Plätzen bestückte Stade de Suisse in Bern für das AC/DC-Konzert am 8. Juni 2010 zu ergattern.

Ich besuche selten Konzerte – bin nicht der Konzerttyp. Aber die australischen Kult-Rocker muss man einfach einmal live gesehen haben, bevor sie oder ich das zeitliche segnen. Doch einmal mehr spielte der Ticketcorner den grossen Spielverderber. Online bestellen war unmöglich, weil die Website tot war. Telefonisch tippte man sich die Finger wund. Doch durch eine himmlische Fügung meldete sich nach gut 15 Minuten völlig unerwartet eine menschliche Stimme an der anderen Leitung und musste mir mitteilen, dass es keine Tix mehr gibt – jedenfalls für den Moment nicht.

Nun stelle ich mir die Frage: wer hat denn diese Tickets? Wurden die etwa kontingentiert und auf alle Poststellen und Bahnhöfe der Schweiz verteilt? Hatte Ticketcorner bloss einige wenige Billette zu vergeben? Wurde die schweizer Fangemeinde einmal mehr verarscht? Und was meinte die nette Dame am Telefon als sie sagte „… im MOMENT ist alles ausverkauft“?

Fragen über Fragen, die mich zwar im Moment kalt lassen, denn ein Kumpel hatte Glück und konnte für sich und mich je ein Ticket schnappen. Dennoch scheint mir die Sache trotzdem ziemlich undurchsichtig.