Der so genannte interreligiöse Dialog

Über den Sinn und den Zweck der Minarett-Initiative kann man geteilter Meinung sein. Jedoch bringt sie zumindest eines zum Vorschein: über den Islam in der Schweiz besteht grosser Diskussionsbedarf auf beiden Seiten. Was mich dabei aber stört, ist die Sturheit und Uneinsichtigkeit von der muslimischen Seite.

Bestes Beispiel war der Club auf SF vom 27. Oktober 2009. Unter anderem diskutierten die Islamwissenschaftlerin Amira Hafner-Jabaji und der ehemalige Mister Schweiz Adel Abdel-Latif im Lager der Initiativ-Gegner mit Lukas Reimann und Christian Waber (beide Mitglieder des Initiativkomitees). Bereits nach wenigen Minuten war die Stimmung in der Runde bereits zünftig gereizt und es war abzusehen, dass eine sachliche Diskussion nicht möglich sein wird.

Besonders negativ aufgefallen ist der ehemalige Mister Schweiz Adel Abdel-Latif. Von einem Akademiker hätte ich wahrlich mehr Contencnace erwartet. Sobald auch nur ansatzweise kritisch oder skeptisch über den Islam gesprochen wurde, reagierte der feine Herr Doktor äusserst aggressiv und fiel dem anderen Diskussionspartner sofort ins Wort. Versuchte man selbiges bei ihm, pochte der schöne Arzt aber sofort zischend darauf, gefälligst ausreden zu dürfen. Mit Abdel-Latif war in keiner Weise und zu keinem Zeitpunkt während der ganzen Sendung ein vernünftiges Gespräch möglich. Einem ebenfalls in der Runde anwesenden Theologen und Orientalisten Heinz Gstrein verleidete das unmögliche Gebaren von Abdel und er zog es vor, mehr oder weniger schweigend an der Diskussion teilzunehmen. Selbst in der Schlussrunde, als jeder Diskutant üblicherweise nochmals ein, zwei abschliessende Sätze zu seiner Position hätte vortragen dürfen, musste Diskussionsleiterin Christine Maier den Ex-Mister darauf aufmerksam machen, ruhig zu bleiben. Eine wirklich sackschwache Leistung von einem studierten und welterfahrenen Mann!

Weniger penetrant, aber trotzdem gleich uneinsichtig verhielt sich die vom Schweizer Fernsehen bei Islamfragen gerne zu Rat gezogene Islamwissenschaftlerin Amira Hafner Al-Jabaji. Sie bezeichnet sich selber als moderne Muslima und setzt sich seit Jahren für den interreligiösen Dialog ein. Doch auch bei ihr zeigten sich dieselben Verhaltensweisen. Sie liess keinerlei Kritik oder Skepsis gegenüber dem Islam zu und protestierte zuweilen heftig. Denn auch von ihr war kein Entgegenkommen in irgendeiner Form erkennbar. Stattdessen ist sie eine Meisterin im ver-interpretieren von Tatsachen. So führt sie aus, dass beispielsweise die geforderte Schwimmunterricht-Dispens von muslimischen Mädchen im Dialog gelöst wurde, und selbige jetzt mit einem Ganzkörper-Schwimmanzug doch daran teilnehmen können. Dialog? Es ging ja nicht darum, dass Muslimas nicht schwimmen lernen dürfen, sondern dass in einem normalen Badeanzug zu viel Haut sichtbar ist … Punkt für den Islam. Von wegen Dialog.

Weiter gehts dann im Punkt der Minarette. Minarette, so Hafner, seien ein Symbol des sichtbaren Islams. Sie fordert in der Schweiz den sichtbaren Islam. Ihr genügt das allen Religionsgruppen zustehende verfassungsmässige Recht auf Religionsfreiheit nicht mehr. Sie will zeigen, dass der Islam in der Schweiz angekommen ist. Ihr reicht es nicht mehr aus, dass sie im Sinne der Religionsfreiheit ihre Moscheen haben dürfen und sich offen und ohne Restriktionen zu befürchten zum Islam bekennen dürfen. Sie will mehr. Und sie wird immer mehr wollen. Keine Einsicht.

Wenn der so genannte interreligiöse Dialog so abläuft wie im Club gestern, dann lege ich erst recht ein Ja für die Anti-Minarett-Initiative in die Urne. Nicht bloss symbolisch.

7 Responses

  1. David H. 30. Oktober 2009 / 20:21

    „Sichtbarer Islam“ ist nur ein anderes Wort für den politischen Islam. Alles taqiwa um die Dhimmis in Sicherheit zu wiegen, bis man die demographische Mehrheit erreicht hat und die Agenda offen vorantreiben kann.

  2. leo_sonnyboy 2. November 2009 / 20:48

    Die Minarett-Befürworter in der Sendung, aber auch viele andere Leute haben noch immer das Gefühl, wie wenn die übergrosse Mehrheit der Muslime integriert und anständig lebt.

    So übergross ist nun diese Mehrheit nun wieder auch nicht, wie eine interessante Reportage aus Berlin Kreuzberg zeigt: http://www.youtube.com/watch?v=oSmS7WeAQfM

    Komischerschweise ist diese ZDF Reportage nicht auf der ZDF Homepage zu finden. Wohl deshalb weil die islamkritische Türkin im Film wieder Morddrohungen erhält von radikalen Muslimen…

  3. Philippe Wampfler 15. November 2009 / 14:41

    Die angebliche Radikalisierung der Muslime wird immer wieder an Beispielen aus Deutschland belegt – wobei so getan wird, als gäbe es keinen Unterschied zwischen der Situation in Deutschland und der in der Schweiz.
    Menschen kommen in die Schweiz, um hier zu leben – und leben heißt für viele auch, religiös zu sein. Dass diese Immigranten Botschafter einer radikalen politischen Bewegung sind etc. – ist eine Behauptung ohne jede Grundlage.

  4. leo_sonnyboy 18. November 2009 / 19:30

    Das stimmt so nicht. Haben Sie den Film gesehen den ich hier verlinkt habe?? Die Türkin im Film nahm die türkische Gemeinschaft in Berlin sehr kritisch unter die Lupe. Die Mehrheit der Türken in Berlin-Kreuzberg lasse sich nicht integrieren, sprich möchte sich nicht integrieren. Das sind Leute die schon in der Türkei schwierig sind. Kaum eine Türkin und Muslima läuft in Kreuzberg ohne Kopftuch umher. Wer das nicht befolgt wird als Schlampe oder Hure bezeichnet. Mischehen zwischen Christen und Muslimen werden nicht gerne gesehen und verpönnt. Der Druck so zu leben wie im Islam ist da und nimmt auch immer weiter zu.

    Das läuft für mich klar in Richtung Scharia, womit für mich viele dieser Immigranten eben schon eine radikale Einstellung aufweisen. Islamische Hassprediger und deren Einrichtungen findet man auch schon in deutschen Städten. Neu-Ulm ist das Mekka der deutschen Islammisten und Hassprediger. Minarette und Muezzinrufe sind schon weit verbreitet in Deutschland. Islamische Zwangsehen ohnehin.

    In Deutschland haben wir also das was wir in unserem Land verhindern möchten. Wer ein erstes Zeichen gegen diese Islamisierung setzen will muss die Minarettinitiative der SVP unterstützen! Wer das nicht macht vollzieht eine Dummheit, indem die Schweizer wieder die Fehler der Deutschen und Franzosen nachmachen.

  5. Philippe Wampfler 19. November 2009 / 21:11

    Wie ich gesagt habe: Es wird getan, als sei die Schweiz Deutschland – die Logik, dass wir in der Schweiz verhindern müssen, was in Deutschland der Fall sei, ist ja bestenfalls brüchig: Weil es eben nicht so ist, brauchen wir nichts zu verhindern.
    Zweitens: Integration und Radikalisierung sind zwei völlig unterschiedliche Themen. Wenn jemand erwartet hätte, dass die Dreckarbeit der Schweiz von Immigranten mit interkulturellen Kompetenzen erledigt würde, dann hätte sich dieser jemand getäuscht. Dass Immigranten deswegen radikale Islamisten seien – ist eine haltlose Behauptung, Neu-Ulm hin, Muezzinrufe her.

  6. Alexander Limacher 20. November 2009 / 10:09

    die Logik, dass wir in der Schweiz verhindern müssen, was in Deutschland der Fall sei, ist ja bestenfalls brüchig: Weil es eben nicht so ist, brauchen wir nichts zu verhindern.

    das versteh ich nicht. wir müssen in der schweiz nicht verhindern, dass islamische paralellgesellschaften entstehen?! demzufolge müssen wir also darauf warten, bis es in der schweiz wirklich soweit ist und dann dürfen wir alle jammern und lamentieren „ach, hätten wir doch früher geschaut und etwas unternommen“. ist das deine logik? junge, dann ist’s zu spät!!

  7. leo_sonnyboy 20. November 2009 / 21:42

    Ich verstehe das auch nicht. “ Weil es eben nicht so ist, brauchen wir nichts zu verhindern „. D.h also das wir es erst verhindern müssen wenn es so ist ( sprich die Zustände wie in Kreuzberg) . Aber dann brauchen wir nichts mehr so verhindern, weil es schon viel zu spät ist. Darum müssen wir gegen die Islamisierung antretten, so lange wir noch können.

    Aber die Zeit wird immer knapper. Basel hat 170’000 Einwohner. Davon sollen 20’000 Muslime sein. Also schon etwa 12% der Gesamtbevölkerung. Sicher nicht alles Problemfälle, aber ein Großsteil davon integriert sich nur ungenügend oder gar nicht.

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