1:12 Initiative – Chance oder Untergang?

Die Juso lanciert ihre Anti-Abzocker-Initiative 1:12. Im Grundgedanken geht es darum, dass der höchste in einem Unternehmen bezahlte Lohn nicht grösser sein darf als das Zwölffache des kleinsten Gehaltes. Der Monatslohn des Bestverdieners darf also nicht höher sein als das Jahresgehalt des am schlechtesten entlöhnten Mitarbeiters in der selben Firma. Eigentlich ist das eine gute Sache. Doch, funktioniert das auch?

Die Gegner argumentieren, dass der Staat sich nicht in die Lohnpolitik der Unternehmer einmischen dürfe, weil dadurch der Handlungsspielraum für die Firmen eingeschränkt werde. In diese Aussage interpretiere ich jetzt mal frei hinein, dass die Schweizer Unternehmen dadurch keine Top-Köpfe für ihre Teppich-Etagen mehr verpflichten könnten. Denn welcher Manager, der was auf sich hält, kommt dann noch für lausige 50’000 pro Monat in die Schweiz?

Aber könnte das auch eine Chance für den Schweizer Arbeits- und Wirtschaftsmarkt sein? Wenn keine Super-Manager mehr kommen, müssten wir unsere Unternehmen dann wieder anders führen – könnte wieder mehr Unternehmertum gedeihen? Schliesslich haben all die Chefs auch eine Verantwortung gegenüber ihren Angestellten. Statt die Firma nur zu „verwalten“, wie dies ein Manager halt tut, wird ein Unternehmer aktiv etwas für sein Geschäft „unternehmen“. Der Unternehmer ist näher am Daily Business dran, spürt seine Mitarbeiter und weiss, was er tut.

Doch was ist mit all diesen frech-fiesen Abgangsentschädigungen? Wenn der Top-Manager gefeuert wird, kriegt er noch 20 Millionen für seinen Abgang in den Arsch geschoben. Dass sich auch die klügsten Köpfe mal in die Scheisse reiten können, dürfte normal sein. Doch wo bleibt denn die Motivation, sich und die Firma wieder aufzurappeln, wo doch 20 Milliönchen winken, wenn er einfach abhaut? Sind nicht eher diese unmöglichen Kündigungsgeschenke schuld an der Misere?

Oder müssen wir uns einfach eingestehen, dass in unserer globalisierten Welt ohne Manager mit grossen Löhnen einfach nichts mehr geht und wir auf sie angewiesen sind? Vielleicht geht der Wirtschaftsstandort Schweiz bei der Annahme der Juso-Initiative über den Jordan, weil keiner mehr bei uns arbeiten will. Was dann?

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