Ausländer übernehmen das Rütli – die Schweizer bleiben daheim

Die ganze Welt trifft sich auf dem Rütli, bloss die Schweizer bleiben daheim. Diplomaten aus Kolumbien, Slowakei, Polen, Luxemburg, Malaysia, Libyen, Russland, Elfenbeinküste, Indonesien, Libanon, Türkei und Kroatien nehmen die Einladung wahr und feiern auf der schweizerischsten aller Wiesen unseren Nationalfeiertag. Aber von den 2000 Billetten für die Schweizer sind gerade mal knapp die Hälfte weg, weiss der Blick zu berichten. Eigentlich schade, oder? Jetzt latschen wichtige Leute aus aller Herren Länder auf unser Rütli und von den unsrigen sind nur ganz wenige da. Was werden diese Leute wohl von der Schweiz halten? Kein Patriotismus im Herzen von Europa?

Nun, der wahre Patriotismus findet seit 2006 zu Hause oder in den Quartieren statt. Dort nämlich muss man sich kein Ticket unter Angabe von Personalien, Brustumfang, Betreibungs- und Strafregisterauszug organisieren. Auch wird man vor Betreten des Festplatzes nicht bis auf die Unterhosen ausgezogen und gefilzt, was das Zeug hält. Man wird nicht als Schwerverbrecher weggesperrt, bloss weil man den Multi-Kulti-Fanatikern mit einem Schweizer Kreuz auf dem roten T-Shirt entgegentritt.

Man braucht also nicht nach Gründen zu suchen, weshalb die Schweizer angeblich „keinen Bock“ mehr auf das Rütli haben. Geradezu lächerlich die Begründung von Martin Hofer (Rütli-Delegation), die Feier sei medial kein Thema und es träten keine polarisierenden Persönlichkeiten auf.

Aber vielleicht ist es auch besser, wenn nicht zu viele Schweizerinnen und Schweizer dieses Jahr auf’s Rütli rennen. Vielleicht ist es besser, dem Diplomatentross nur ein paar wenige Schweizer Bürger zu zeigen, welche unserer ach so geliebten Aussenministerin euphorisch zuhecheln und unser Land am liebsten im Sumpf Europas versenken würden.

Schade nur, dass die Vertreter der Welt wohl kaum in den Genuss der selben unsäglichen Polizeikontrollen kommen werden – wäre ja zu peinlich, wenn da plötzlich bei einigen heimatliche Gefühle aufkämen …