HarmoS-Konkordat schiesst übers Ziel hinaus

Im Jahr 2006 wurde der Bildungsrahmenartikel grossmehrheitlich angenommen. Warum? Die Mehrheit der Stimmbürger war sich einig, dass unser föderalistisches Schulsystem problematisch ist. Man wollte eine bundesweite Vereinheitlichung der Strukturen, der Lehrmittel, der Lehrpläne, ja vielleicht sogar den Ferien anstreben. Praktisch alle Lehrkräfte sind sich einig, dass dies auch bitternötig ist.

In HarmoS sind diese Punkte zwar mehr oder weniger enthalten, dennoch gibt es zahlreiche Gründe, weshalb das Konkordat trotzdem abgelehnt werden muss.

Entmündigung der Eltern in Sachen Erziehung
Bereits jetzt versucht die Gesellschaft, die Erziehung der Kinder vermehrt in Staatshände zu legen. Die Resultate dieser Tendenz sind erschrecktend: Zunehmende Jugendgewalt, schlechte Schulnoten, Schulabgänger ohne Zukunfsperspektiven, etc. HarmoS unterstützt diesen Trend zusätzlich, indem es die obligatorische Einschulung mit dem vollendeten 4. Altersjahr verlangt. Weiter gilt zu beachten, dass HarmoS die Einführung von Tagesstrukturen fordert – wo sie denn nötig sind. Tatsächlich werden sie dann plötzlich überall nötig sein. Wie das aber bezahlt werden soll, davon spricht niemand. Es gibt sicherlich Kreise, welche dies goutieren. Aber was ist mit all den Eltern, die ihre Sprösslinge selber erziehen und ihnen ihre persönlichen Werte für ihr Leben mitgeben möchten? All diese Eltern werden durch HarmoS entmündigt. HarmoS produziert Staatskinder. Ausserdem hat die Schaffung von Tagesstrukturen nichts mit dem Lehrauftrag der Schule zu tun und gehört folglich gar nicht hier hin!

Individualisierung des Unterrichts
HarmoS will, die Schüler selber bestimmen lassen, wann und wie sie etwas lernen möchten. Und das Kind kann auch bestimmen, in welchem Tempo dies geschehen soll. Es ist reine Augenwischerei, dass dies zu bessern Lernerfolgen führen soll. Den Schülern werden wiederum für die Erziehung wichtige Leitplanken entzogen und die späteren Schulabgängern werden den Anforderungen der Wirtschaft in keiner Weise gerecht. Die Jugendarbeitslosigkeit wird rapide steigen. Kinder brauchen eine klare Führung mit klar abgestekten Grenzen – aber auch die Möglichkeit, diese Grenzen zu überschreiten, sofern im Anschluss entsprechende Konsequenzen folgen.

Schuss über’s Ziel hinaus
HarmoS, ein Produkt aus einer nicht grundsätzlich schlechten Idee, schiesst komplett über das Ziel hinaus. Statt sich um Harmonisierung zu kümmern, werden unzählig viele weitere, überflüssige Punkte in das Konkordat übernommen. Die ganze Schweiz ist sich einig, dass eine gewisse Harmonisierung in unserem föderalistischen Bildungswesen angestrebt werden muss. Diese Punkte können einfach zusammengefasst werden:

– Für die ganze Schweiz die selben Lehrmittel
– Für die ganze Schweiz die selben Lehrpläne
– Für die ganze Schweiz das selbe, vernünftige Einschulungsalter
– Für die ganze Schweiz die selben Schulstrukturen und Stufenbezeichnungen

Weiter fehlen ganz wichtige Punkte in HarmoS. Zum einen muss Schluss sein mit diesen unsäglichen Schulexperimenten und Bildungsreformen. Diese Spielereien verunsichern nicht nur die Schüler, sondern mit zunehmendem Mass auch die Lehrer. Weiter muss das Mitspracherecht der Eltern zurückgeschraubt werden. Es darf nicht sein, dass die Eltern den Lehrern ständig in die Arbeit reinreden und dass sich der Lehrer dagegen nicht wehren kann. Wenn man die Erziehungsverantwortung der Kinder schon in Staatshände legt, dann soll der Lehrer bitteschön auch entsprechende erzieherische Massnahmen ergreiffen können, ohne dass die Eltern Amok laufen.

Fazit
Das vorliegende Vertragswerk ist abzulehnen. Diverse Kantone haben bereits erfolgreich das Referendum erreicht. Im Kanton Luzern wurden 14’000 Unterschriften gegen HarmoS gesammelt, nötig gewesen wären 3’000. Im Kanton Thurgau wurden fast 5’000 Unterschriften gesammelt, lediglich 2’000 hätt’s gebraucht. Weitere Kantone werden folgen. Diese Zahlen zeigen die Unzufriedenheit im Volk zu diesem Konkordat und zur aktuellen Situation im Bildungswesen.

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