We love to entertain you

Das teilt uns Pro 7 alle paar Minuten mit. Das will soviel heissen wie: „Wir lieben es, Sie zu unterhalten“. „Good times“ heisst es auf Kabel 1 und auch andere Privatsender haben ihre Slogans, in denen man dem Zuschauer mitzuteilen versucht, wie sehr man sich um sein Wohlbefinden vor dem Flimmerkasten kümmert. Doch halten die Sender ihre Versprechen auch ein?

Die Sprüche sind zwar alle verschieden, aber eines zeigen sie alle: Unterbrecherwerbung. Der erfahrene Fernsehzuschauer hat sich inzwischen damit abgefunden, dass der Samstag-Abend-Spielfilm, der Dienstags-Krimi oder die Seifenoper aus dem echten Leben ständig von Werbung unterbrochen wird. Man hat sich auch an die stetig erhöhte Kadenz der Unterbrechungen gewöhnt. Es ist uns schliesslich bekannt, dass sich die Privaten über diese Werbeeinnahmen finanzieren, da sie im Gegensatz zu den öffentlich rechtlichen Sendern keine Gebühren kassieren. Somit hätten wir also den Grund für die Werbeunterbrechnungen ermittelt. Mit der Ausstrahlung von mehr Werbung fliesst mehr Geld in die Kasse – soweit logisch.

Was mir dabei aber nicht einleuchten will, ist die schon seit einiger Zeit anhaltende Tendenz, uns vor der Werbepause und auch danach minutenlang immer wieder dieselben Vorschauen auf Filme, Sendungen oder Shows zu zeigen. Ein Film von 90 Minuten Länge wird zwischen fünf bis sechs mal unterbrochen. Somit werde ich zehn bis zwölf Mal auf die neuen Folgen von Cobra 11 oder die unglaublichen Fähigkeiten der Kriminal-Technologen aus New York, Las Vegas oder Miami aufmerksam gemacht – und das innerhalb von weniger als drei Stunden. Zum Teil nehmen diese „Hinweise“ mehr Sendezeit in Anspruch, als der eigentliche Werbeblock. Es kommt auch vor, dass eine Sendung zwar unterbrochen wird, aber keine Werbung sondern nur solche „Trailers“ gezeigt werden.

Eine andere mir unverständliche Unart der Privatsender sind diese Kurzfilmchen zwischen Werbeblock und Rückkehr zur eigentlichen Sendung. Bei Kabel eins führt uns ein Moderator regelmässig seine Fahrkünste in einem Parkhaus vor oder eine weibliche Kollegin fühlt sich in einem Café für ein paar Sekunden von einem Passanten auf der Strasse angehimmelt, ehe sich das dann aber Irrtum herausstellte, weil eine andere junge Frau gemeint war. Die Mitglieder der „Pro 7 Star-Force“ rennen als Entertainment-Agents getarnt in verschiedenen Sequenzen hollywoodreif in Szene gesetzt ohne erkennbaren Grund durch die Gegend.

Wozu soll das gut sein? Der finanzielle Aspekt fällt weg, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer dafür Geld bezahlt. Hat es überhaupt einen Grund? Für mich bedeutet das jedenfalls nur, dass ich mich noch länger auf die Fortsetzung des Spielfilmes gedulden muss. Stattdessen werden mir durch die ständige Wiederholung der Trailiers die darin beworbenen Inhalte derart madig gemacht, dass ich sie mir erst gar nicht mehr ansehe. Darum meine Bitte an die Privatsender: hört damit auf! Zeigt Werbespots und setzt danach ohne Umschweife und sinnloses Geplänkel die unterbrochene Sendung fort! Es gibt Zeitschriften, Internet und sogar Teletext für die Planung des Fernsehabends – wir brauchen nicht ständig diese Vorschauen.

Kommentar verfassen